Europapokal

Spiel gegen Tatran Presov: Für Ex-Trainer Trtik ist die MT Favorit

Immer engagiert: Rastislav Trtik, Ex-Trainer der MT. Foto: Hahn

Die Europapokal-Partie der MT gegen Tatran Presov, in der es für beide um den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Cups geht, löst bei Ex-Trainer Rastislav Trtik „ganz besondere Gefühle aus.“

Eigentlich ist er gar nicht beteiligt. Weder auf noch neben dem Feld. Könnte also entspannt auf der Tribüne sitzen. Und doch löst die Europapokal-Partie der MT Melsungen gegen Tatran Presov (Samstag, 19 Uhr, Rothenbach-Halle), in der es für beide um den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Cups geht, bei Rastislav Trtik „ganz besondere Gefühle aus.“ Genauer: „Erinnerungen und meistens gute.“ Schließlich hat der Tscheche sowohl beim Bundesligisten wie auch beim slowakischen Meister Spuren und Erfolge hinterlassen.

Zwei Stationen seiner Trainerlaufbahn, die sich (fast) nahtlos anschlossen. Am 17. Dezember 2006 war Rastislav Trtik nach einer 24:25-Niederlage in Düsseldorf der in Abstiegsgefahr geratenen Melsunger entlassen worden. Danach unterschrieb er für die Saison 2008/2009 bei Tatran. Und machte zuvor noch Banik Karvina zum tschechischen Meister. Ziemlich viel für einen, der unter dem plötzlichen Ende seines Engagements an der Fulda richtig litt: „Das tat weh.“

Schließlich hing sein Herz an der MT. Und an der Bundesliga, in die er die Mannschaft 2005 geführt hatte. Mit seiner Handschrift: spektakulärer, attraktiver und erfolgreicher Power-Handball. Mit zwei vorgezogenen Abwehrspielern, die 60 Minuten die gegnerischen Rückraumspieler bearbeiteten. Und bei Ballgewinn eine unwiderstehliche erste und zweite Welle auslösten. Ein System, in das sich der Taktiktüftler vor seiner MT-Zeit in Frydek-Mistek (Tschechien) „verliebt hatte“.

Melsungen ist Favorit

Übernommen von Karvinas Trainer Ivan Hargas und dann weiterentwickelt. Übertragen auch auf die Nationalmannschaft, wo er die Melsunger Petr Hazl, Petr Hruby, Michal Kraus, Radek Musil und Jiri Hynek in Personalunion unter seinen Fittichen hatte. Das brachte im ersten Bundesliga-Jahr sogar manch Arrivierten aus dem Konzept. Das Resultat: ein zwölfter Platz des Aufsteigers, der fast ohne Stars auskam.

Genau mit denen begannen im zweiten Jahr Trtiks Probleme: Der personelle Umbruch wurde ihm zum Verhängnis. „Ich habe bei den neuen Spielern zu wenig auf ihren Charakter geachtet“, bekannte Rastislav Trtik selbstkritisch. Gemeint waren Vladica Stojanovic und Goran Sprem, die er für die nachlassende Harmonie im Team verantwortlich machte. Als nach Sprem auch Stojanovic in seinen Planungen keine Rolle mehr spielen sollte, war es schließlich der Coach selbst, der gehen musste. Und daraus seine Lehren zog: „Ich habe danach viel mehr mit meinen Spielern gesprochen.“

Erfolgreich. Presov machte der 53-Jährige dreimal zum slowakischen Meister und Pokalsieger. Sein größter Erfolg: dem HSV Hamburg trotzte er in der Champions-League mit seiner „No-Name-Truppe“ (Trtik) in eigener Halle ein Unentschieden ab.

Trotzdem ist für den Ex-Melsunger die MT nun der Favorit. Denn: Die Bundesliga hält er für wesentlich stärker als die Seha-Liga, wo Tatran gegen Top-Clubs u. a. aus Ungarn, Kroatien und Serbien spielt.

Die Duelle zwischen Presov und Melsungen wird Trtik nicht live vor Ort sehen. Sein Herz schlage für beide: „Mir bleibt nichts anderes übrig, als neutral zu bleiben.“ Aber deshalb keineswegs unbeteiligt.

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