Handball-Bundesliga: MT-Gegner Bergischer HC baut auf Mannschaft aus der Region

Mit Stallgeruch zum Erfolg

Ein ehemaliger Oberbergischer bei den Bergischen: Viktor Szilagyi, torgefährlicher Mittelmann, den die MT beim Gastspiel des BHC auf der Rechnung haben muss. Foto: dpa

wuppertal/solingen. Auf die Frage nach der Vereinsphilosophie antwortet Jörg Föste ohne jedes Zögern: „Die Verankerung in unserer Region.“ Was dem Geschäftsführer des Bergischen HC da so schnell und scheinbar überzeugend über die Lippen kommt, ist im harten Bundesliga-Geschäft eher die Ausnahme, im Bergischen Land zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid dagegen Realität.

Das beginnt beim 54-jährigen Macher selbst, seit der Gründung des Clubs 2006 durch die Fusion der SG Solingen mit dem LTV Wuppertal im Vorstand und seit 2011 im Management. Dann der Trainer Sebastian Hinze, als kampfstarker Kreisläufer in Wuppertal und Solingen aktiv, dann Jugendtrainer im BHC und seit Mai 2012 nach der Beurlaubung von Hans-Dieter Schmitz verantwortlich für die Bundesliga-Mannschaft. Oder Rückraumspieler Kristian Nippes und Linksaußen Christian Hoße, Eigengewächse der Region. Die Flügelspieler Nils und Jan Artman sind geborene Wuppertaler, Kreisläufer Preuß stammt aus dem nahegelegenen Dormagen.

Zum Stallgeruch gesellt sich Kontinuität, denn der Club baut seit Jahren auf den gleichen Stamm. Ein Konzept, das bisher aufging. Dem Aufstieg 2013 folgte der (schwer erkämpfte) Klassenerhalt und auch in dieser Saison sieht’s ganz gut aus. Vor dem Gastspiel beim heimischen Handball-Bundesligisten MT Melsungen (So. 19 Uhr) haben die Hinze-Schützlinge fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Es hätten noch mehr sein können. Dem unglücklichen 20:21 in Hamburg (nach 19:15-Führung) folgte der erste „echte Rückschlag“ (Föste): eine 27:30-Heimniederlage gegen die TSG Lu-Friesenheim. Doch der Manager bleibt cool, denn auch das macht die Bergischen aus. Mit „Ruhe und Bedacht“ gilt es dort, sich den Höhen und Tiefen des Bundesliga-Alltags zu stellen. Wie 2012 nach dem Abstieg, dem prompt der Wiederaufstieg folgte. „Etwas“, wie Jörg Föste nicht ohne Stolz feststellt, „außer uns nur drei Vereinen in der Bundesliga-Geschichte gelungen ist.“

Mitverantwortlich dafür war ausnahmsweise ein „Auswärtiger“. Viktor Szilagyi nämlich, der nach der Saison 2011/2012 von der SG Flensburg/Handewitt zu den Westdeutschen wechselte und sie als torgefährlicher Mittelmann zurück ins Oberhaus führte. Der 187-fache österreichische Nationalspieler, der, streng genommen, auch einen „bergischen Hintergrund“ hat. Allerdings einen „oberbergischen“ aus seiner Zeit beim Nachbarn VfL Gummersbach (2008 bis 2010). Und das ist beim BHC fast schon „Feindesland“.

Von Ralf Ohm

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