26:26 nach 26:24-Führung

Starker Nebojsa Simic, aber nur ein Punkt für Handball-Bundesligist MT Melsungen in Göppingen

Zwei gegen einen: Die Melsunger Arnar Freyr Arnarsson (links) und Elvar Örn Jonsson versuchen, ihren Landsmann Janus Smarason aufzuhalten.
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Zwei gegen einen: Die Melsunger Arnar Freyr Arnarsson (links) und Elvar Örn Jonsson versuchen, ihren Landsmann Janus Smarason aufzuhalten.

Vor dem Spiel bei Frisch Auf Göppingen wären sie wahrscheinlich mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Nach der Schlusssirene mussten die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen erkennen, dass sie beim 26:26 (14:10) einen Punkt unnötig liegen gelassen haben.

Melsungen - Vor dem Spiel bei Frisch Auf Göppingen wären sie wahrscheinlich mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Nach der Schlusssirene mussten die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen erkennen, dass sie beim 26:26 (14:10) einen Punkt unnötig liegen gelassen haben. Eine Glanzleistung zeigte bei den Nordhessen Torwart Nebojsa Simic mit 17 Paraden.

Ein starker Rückhalt für die MT: Torwart Nebojsa Simic.

Es dauerte einige Minuten, bis die MT im Spiel ankam. Die ersten Angriffsversuche verpufften. Doch nachdem sie durch Kresimir Kozina mit 0:1 in Rückstand geraten waren (4.), ging bei den Gästen richtig die Post ab. Wenn der neue Trainer Roberto Garcia Parrondo schon etwas erreicht hat, dann ist es mehr Variabilität in der Offensive. So wie die Nordhessen den Kontrahenten teilweise ausspielten, das hatte viel Schönes. Ein Träumchen: das 6:4 von Andre Gomes.

Es entwickelten aber nicht nur die Rückraumspieler Elvar Örn Jonsson, Kai Häfner und Gomes Torgefahr, sondern auch die Außen Yves Kunkel und Tobias Reichmann bekamen Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Und taten das auch. Was sich auch in einer 8:4-Führung widerspiegelte (14.). Zudem war Nebojsa Simic im Melsunger Tor von Beginn an präsent.

Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Schwaben arg vom Verletzungspech gebeutelt sind. Spieler wie Sebastian Heymann und Urh Kastelic fehlten von vornherein. Nach zwölf Minuten schied der Isländer Janus Smarason aus. Ausgerechnet im Zweikampf mit seinem Landsmann Arnar Freyr Arnarsson verletzte sich der Göppinger an der Schulter. Die Heimmannschaft konnte sich bei ihrem Spielmacher Tim Kneule bedanken, dass der Rückstand nach 15 Minuten nicht noch deutlicher war.

Wie für spanische Trainer typisch nahm Parrondo nach einer Viertelstunde einige Wechsel vor. Mit Julius Kühn, Domagoj Pavlovic und Alexander Petersson in der Aufbaureihe lief es dann zunächst nicht ganz so flüssig. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit setzten die Melsunger die erhofften Akzente. Petersson (12:8) und Marino Maric (13:9) erzielten wichtige Tore. Die 14:10-Führung zur Pause entsprach den Kräfteverhältnissen.

Doch wer die Entwicklung der Göppinger in dieser Serie aufmerksam verfolgt hat, der weiß, dass sich das Team von Coach Hartmut Mayerhoffer nicht so leicht entmutigen lässt. Und die Gastgeber besannen sich auf ihre kämpferischen Tugenden. Ihre Deckung verteidigte leidenschaftlich, und Schlussmann Daniel Rebmann legte auch zu. Die Göppinger zwangen den Kontrahenten zu einigen technischen Fehlern und holten Tor um Tor auf. Kozina gelang das 15:16 (39.). Melsungen in Not.

Und die Schwierigkeiten wurden noch größer, als Arnarsson beim Stand von 19:19 die dritte Zeitstrafe aufgebrummt bekam und damit die Rote Karte kassierte (46.). Parrondo versuchte, wieder Ruhe reinzubringen. Aber sein Team machte jetzt keinen stabilen Eindruck mehr. Nur Simic zeigte wiederholt seine Klasse. Den Rückstand zum 20:21 konnte er aber nicht verhindern – Till Hermann war für Frisch Auf erfolgreich.

Vieles deutete darauf hin, dass die MT jetzt das Nachsehen haben würde. Doch nun schlugen die Melsunger zurück. Häfner und Timo Kastening machten aus einem 22:23 ein 25:23 (57.). Auch Pavlovic übernahm Verantwortung (26:24). Jetzt hielten plötzlich die Melsunger alle Trümpfe in der Hand. Dann aber stellten sie sich nicht clever an – unnötige Schwächen im Angriffsspiel. Nach dem 26:26 der Gastgeber durch Jon Lindencrone hatte Melsungen noch sieben Sekunden für einen Angriff. Parrondo brachte den siebten Feldspieler. Eine vernünftige Wurfchance ergab sich jedoch nicht mehr. (Björn Mahr)

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