Anwurf um 20.30 Uhr

„Da hatte ich Gänsehaut“: Steffen Weinhold mit THW Kiel heute bei der MT Melsungen zu Gast

Jubelpose: Steffen Weinhold (vorn, im Hintergrund Kai Häfner).
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Jubelpose: Steffen Weinhold (vorn, im Hintergrund Kai Häfner).

Vor dem Handball-Bundesligaspiel zwischen der MT Melsungen und dem THW Kiel heute ab 20.30 Uhr in Kassel haben wir mit Gäste-Rückraumakteur Steffen Weinhold gesprochen.

Kassel – Der Meister kommt. Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt in seinem ersten Saison-Heimspiel den THW Kiel. Heute um 20.30 Uhr ist Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle. Vor dem Spiel haben wir mit Kiels Steffen Weinhold gesprochen. Der Rückraumspieler, der nach den Sommerspielen aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten ist, trifft heute auf einige langjährige Kollegen in der DHB-Auswahl: von Kai Häfner über Silvio Heinevetter bis hin zu Julius Kühn.

Herr Weinhold, kann man sich mit 35 Jahren auch noch wie ein Kind freuen?

Natürlich. Ich habe seit fast zwei Jahren nicht mehr vor solch einer Kulisse gespielt. Das Spiel am Mittwoch war aber nicht nur für uns Spieler, sondern auch für unsere Fans etwas ganz Besonderes.

Nehmen Sie uns mal mit: Wie hat es sich angefühlt, seit langer Zeit mal wieder in der eigenen Halle vor vollen Rängen zu spielen?

Also, als wir in die Halle gelaufen sind, hatte ich Gänsehaut.

Erst der Sieg im Supercup, nun der Erfolg zum Ligaauftakt – wie bewerten Sie die ersten Auftritte des THW in der noch jungen Spielzeit?

Das ist zu Beginn einer Saison schwer zu sagen. Es gab in beiden Spielen Dinge, die wir noch verbessern können. Das ist aber normal. Ein Vorteil für uns ist sicher, dass wir eingespielt sind. Zwar war die Vorbereitungszeit kurz, aber wir mussten auch keine Neuzugänge integrieren.

Wo muss sich die Mannschaft noch verbessern?

Wer unsere beiden Spiele gesehen hat, der wird feststellen, dass wir in einigen Phasen in Abwehr und Angriff nicht die hundertprozentige Leistung abgerufen haben. Daran werden wir arbeiten.

Bei Ihnen persönlich läuft es seit Monaten hervorragend.

Ich denke, dass der Handball auch von Fehlern lebt. Und wenn ich mir unsere Spiele noch einmal anschaue, dann entdecke ich immer Dinge, die ich besser machen hätte können. Es sind oft Kleinigkeiten. Entscheidend ist für mich: Ich bin gesund, ich fühle mich fit. Das ist die Grundlage, um gute Leistungen abrufen zu können.

Wie oft wurden Sie schon gefragt, warum Sie Ihre Nationalmannschaftskarriere jetzt beendet haben?

Die Frage kam schon mal. Ich habe aber auch nicht mit vielen Menschen darüber gesprochen. Ich kann sagen: Ich war viel unterwegs und möchte mehr Zeit mit der Familie verbringen.

Melsungens Kai Häfner sagt, er habe absolute Hochachtung vor Ihren Leistungen in der Bundesliga und für die DHB-Auswahl.

Das kann ich nur zurückgeben. Über ihn sage ich gern dasselbe.

Heute sind Sie mit dem THW in Kassel. Welche Erwartungen haben Sie an das Spiel gegen die MT?

In Kassel ist es immer schwer. Melsungen hat eine sehr starke Mannschaft. Wir müssen schon sehr gut vorbereitet sein und dürfen uns keine Schwächephasen erlauben. Unser Anspruch ist es, beide Punkte mitzunehmen.

Was wird spielentscheidend sein?

Wir brauchen vor allem eine gute Defensive mit einem starken Torwart. Dann können wir die MT vor Probleme stellen und uns die Bälle für die schnellen Gegenstöße holen. Allerdings hat Melsungen auch eine besondere Art zu decken. Da gilt es, technische Fehler zu vermeiden.

Auch in Kassel werden wieder mehr Fans dabei sein.

Wir haben das Heimspiel am Mittwoch sehr genossen. Aber selbstverständlich freuen wir uns auch darauf, auswärts vor vielen Zuschauern zu spielen. Wir haben ja so lange ohne Publikum spielen müssen. Fans gehören zum Handball einfach dazu. Da ist man jetzt einfach nur glücklich, wieder in vollen Hallen zu spielen. (Björn Mahr)

Zur Person: Steffen Weinhold

Steffen Weinhold (35) spielt seit 2014 für den THW Kiel. Der Rückraumstratege gewann mit den Zebras schon viele Titel: Meisterschaft, Pokal und Champions League. Zuvor spielte der gebürtige Fürther für Erlangen, Nordhorn, Großwallstadt und Flensburg-Handewitt. Nach den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Sommer beendete “Raffi“, wie ihn die Kollegen rufen, seine Nationalmannschaftskarriere. Weinhold gehört zu den deutschen EM-Helden von 2016. Auch beim Gewinn von Olympia-Bronze in Rio gehörte er zum Team. Weinhold ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

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