Melsungens scheidender Schlussmann vor seinen letzten Einsätzen als Handball-Profi

Super-Mario tritt ab

So kam er 2007 an: Mario Kelentric mit schulterlangen Haaren. Foto:  Kasiewicz/nh

Melsungen. „Es ist genug“, sagt Torwart Mario Kelentric. Wenn am Samstag, 2. Juni, für die MT Melsungen das letzte Saisonspiel in der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin ansteht, dann heißt es für den 39 Jahre alten Kroaten nicht nur, Abschied zu nehmen von der MT. Sondern: sich von dem Sport zu verabschieden, der in den vergangenen 22 Jahren sein Leben bestimmte. Denn genau so lange dauerte seine Karriere als Profi. Mit elf war er zum Handball gekommen.

„Vielleicht werde ich in zwei, drei Monaten wieder etwas traurig sein, dass es vorbei ist“, erklärt Super-Mario, „aber eine Rückkehr wird es definitiv nicht geben.“ Physisch und psychisch könne er die Belastungen einfach nicht mehr stemmen.

Als er 2007 vom französischen Zweitligisten Saint Marcel Vernon in die Fuldastadt wechselte, hätte sich Kelentric nicht träumen lassen, dass er noch bis 2012 in der Bundesliga zwischen den Pfosten stehen würde: „Ich dachte, ich würde nur zwei Jahre in Melsungen bleiben und dann abtreten. Ich war schließlich schon 34.“ Seine Haare wurden kürzer, aber sein Körper hielt durch - noch ein Jahr und noch ein Jahr. „Besonders hat mich gefreut“, ergänzt der erfahrene Schlussmann, „dass meine Leistungen immer noch gestimmt haben.“ Von 2008 bis 2011 fungierte der Ex-Weltmeister sogar als Kapitän der Melsunger Mannschaft.

Von der Familie getrennt

Als Nummer eins der MT avancierte Kelentric des Öfteren zum Sieg-Garanten. Zwei Spiele sind ihm besonders in Erinnerung geblieben: der 32:30-Erfolg im September 2007 in Lemgo, wo der frühere Essener seinen Kasten förmlich vernagelte, und natürlich das 42:40 einige Wochen später in Rotenburg gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Begegnungen, von denen er seiner Familie nur am Telefon berichten konnte. Denn seitdem der frühere Essener 2006 aus Zagreb nach Frankreich ging, war er zumeist von seiner Frau und seinen beiden Töchtern (mittlerweile zwölf und acht Jahre alt) getrennt. In ein paar Wochen kann er sich wieder intensiver um seine Lieben kümmern.

Bevor es in den wohlverdienten Ruhestand als Handballer sowie in den Urlaub geht, muss er noch mit der MT zwei Spiele absolvieren - zunächst beim TuS N-Lübbecke (Samstag, 26. Mai, 19 Uhr) und dann gegen Berlin. Zwei Möglichkeiten, um Melsungen das beste Abschneiden seit dem Aufstieg 2005 zu sichern. Dazu fehlen noch zwei Punkte. „Wenn ich mit einem Rekord und einer einstelligen Platzierung aufhören sollte“, meint Kelentric, „wäre das ein schöner Abschied.“

Von Björn Mahr

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