Melsunger Bundesliga-Handballer nach viertem Heimsieg gegen den Bergischen HC auf dem vierten Rang

Die MT tanzt weiter oben mit

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Als würden sie ein Tänzchen wagen: Der überragende MT-Schütze Alexandros Vasilakis (links) im Duell mit Henrik Pekeler.

Kassel. Der Auftaktsieg über den TV Hüttenberg? Erwartungsgemäß. Die anschließenden Erfolge gegen Gummersbach und Balingen? In ihrer Höhe bemerkenswert. Und nun das 33:29 (19:15) gegen den Bergischen HC? Besonders wertvoll.

„Wir mussten ein fast optimales Spiel abliefern“, strich Michael Roth, der Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, die Bedeutung des vierten Heimsiegs in dieser Serie heraus: „Der stärkste Gegner, den wir bislang hier zu Gast hatten.“

Womit die Melsunger durchaus gerechnet haben mussten. Denn sie nahmen die Aufgabe vom Anwurf weg ernst – kein Gedanke an die Partie am Mittwoch, wenn die MT zum Schlager beim THW Kiel aufläuft. Eine Augenweide, was die Nordhessen im Angriff veranstalteten. Allen voran das griechische Trio, dem zurzeit fast alles gelingt. Als etwa Alexandros Vasilakis ausnahmsweise mal nicht getroffen hatte, schnappte sich sein Nebenmann Savas Karipidis den Nachwurf und war mit einem sehenswerten Dreher erfolgreich (10:6, 11.). Und dann das 14:11, als Karipidis den traumhaften Diagonalpass von Grigorios Sanikis verwertete (21.). Daran nahmen sich die Kollegen ein Beispiel: Herrlich der Heber von Christian Hildebrand, der so zum 19:13 traf.

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Der Melsunger Siegesreigen.

„Wir haben unsere Deckung nicht dicht und damit zu wenig Bälle bekommen“, bedauerte BHC-Coach Hans-Dieter Schmitz, der seiner Mannschaft aber insgesamt „eine ordentliche Leistung“ bescheinigen konnte. Zu Recht, weil seine Schützlinge (u.a. Kenneth Klev, Henrik Knudsen) in der Offensive ihr gehöriges Potenzial unter Beweis stellten. Insbesondere im ersten Durchgang ließen sie die zuletzt oft gelobte MT-Deckung ein ums andere Mal alt aussehen.

„Wir haben ein paar kleine Fehler gemacht“, räumte Schlussmann Per Sandström ein. Auch der Schwede fand nur langsam seinen Rhythmus. Weil er aber einen Siebenmeter von Alexander Oelze parierte und Christian Hoße dazu brachte, dass dieser einen Strafwurf an den Pfosten setzte, behielten die Melsunger bis zur Pause stets die Übersicht. „Der Abstand hätte nur größer sein müssen“, befand Spielmacher Patrik Fahlgren.

Abwehr steigert sich

Roth muss die Schwächen im Defensivbereich angesprochen haben, denn nach dem Wechsel stand die Hintermannschaft zusehends kompakter. Zumindest bei Gleichzahl – weniger in den Unterzahlsituationen, die die MT im Verlauf der 60 Minuten überstehen musste. Und von denen gab es einige, weswegen der BHC den Rückstand auch in Grenzen halten konnte. Andererseits kam der Neuling auch nicht mehr näher als bis auf drei Tore heran (16:19), weil die Melsunger weiter im Spiel nach vorn glänzten.

Vor allem Vasilakis, der traf, wie er wollte, und auch als Vorbereiter gefiel – wie beim 24:18 durch Anton Mansson. „Unser Angriffsspiel war top“, freute sich der Kreisläufer. Nachdem Mario Kelentric einen Siebenmeter von Knudsen entschärft und Vasilakis zum 31:24 getroffen hatte (54.), war die Entscheidung praktisch gefallen. Und die Freude groß, weil Melsungen nun als Tabellenvierter weiter oben mittanzt.

Von Björn Mahr

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