Anwurf am Donnerstag um 19 Uhr

Kieler Handball-Star Sagosen vor Auftritt bei der MT Melsungen: Jedes Spiel hat ein eigenes Leben

Ausnahmekönner Sander Sagosen vom THW Kiel. Am Donnerstag gastiert er mit dem Champions-League-Sieger in Kassel.
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In Jubelpose: Ausnahmekönner Sander Sagosen vom THW Kiel. Am Donnerstag gastiert er mit dem Champions-League-Sieger in Kassel.

Vor dem Heimspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen am Donnerstag ab 19 Uhr gegen den THW Kiel haben wir mit dem Superstar der Gäste, Sander Sagosen, gesprochen.

Kassel – Er hat schon einiges von der Handball-Welt gesehen. Die Bundesliga lernt Sander Sagosen seit dem vergangenen Sommer kennen – seitdem der Weltklassespieler von Paris zum THW Kiel gewechselt ist. Mit dem deutschen Rekordmeister gewann er im Dezember bereits die Champions League. Auf seiner Entdeckungstour macht der 25 Jahre alte Ausnahmekönner am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) mit dem THW in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der MT Melsungen Station.

Wir haben im Vorfeld der Begegnung mit Sagosen über die MT, seine Entwicklung und seine bisherige Zeit beim THW gesprochen.

Herr Sagosen, freuen Sie sich auf Ihren ersten Besuch in Kassel?

Klar. Ich freue mich auf jedes Auswärtsspiel. So lange bin ich ja noch nicht in Deutschland – nun gibt es das erste Mal Melsungen.

Mit der MT hatten Sie bislang noch nicht das Vergnügen. Inwieweit beschäftigen Sie sich mit dem nächsten Gegner?

Wir hatten am Sonntag noch ein Spiel in Balingen. Wenn wir die Begegnung analysiert haben, dann machen wir uns an Melsungen. Wir schauen genau, was die MT gut macht. Wir kennen ihre Stärken. Es wird eine harte Prüfung für uns.

Die letzten vier Pflichtspiele gegen die MT gingen allesamt eindeutig an den THW. Der Vorsprung betrug im Schnitt 11,25 Tore.

Statistiken bringen uns nichts. Nach meinen ersten acht, neun Monaten in der Bundesliga kann ich nur sagen: Jedes Spiel hat ein eigenes Leben. Jede Aufgabe ist eine Herausforderung. Und wir kämpfen um die Meisterschaft – ein Sieg gegen Melsungen wären zwei wichtige Punkte. Wir werden uns hundertprozentig vorbereiten.

Was Sie aber vielleicht noch nicht über Melsungen wissen: Die MT wurde vor mehr als zehn Jahren in der Bundesliga von Robert Hedin trainiert.

Das wusste ich nicht. Er war sicher ein guter Mann für Melsungen.

Wie wichtig war Hedin für Ihren Einstieg in die norwegische Nationalmannschaft?

Ich war 18 Jahre alt, als er mich ins Nationalteam holte. Robert ist ein Top-Typ.

Sie gelten als der zurzeit beste Handballer der Welt. Gibt es etwas, das Sie noch an sich verbessern müssen?

Das gibt es immer. Ich versuche, jeden Tag besser zu werden. Ich kann noch viel dazu lernen. Es ist dabei nicht so, dass ich nun dies oder das in Abwehr oder Angriff verbessern muss. Handball ist ein sehr komplexer Sport. Wenn ich mein jetziges Niveau noch zehn Jahre halte und weiter dazulerne, dann nehme ich das sehr gern.

Jetzt sind Sie bald ein knappes Jahr in der Handball-Bundesliga. Inwieweit haben sich Ihre Erwartungen schon erfüllt?

Ich bin sehr zufrieden in Kiel. Ich mag die Stadt. Als ich ankam, habe ich mich sofort wie zu Hause gefühlt. Und der THW ist ein unglaublich guter Verein. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich endlich einmal vor 10 285 Zuschauern in der Wunderino-Arena spielen kann.

Das sagt Robert Hedin über Sander Sagosen

„Ich erinnere mich noch gut an Sanders erstes Länderspiel für Norwegen. Wir haben ihn nach einer Auszeit in der zweiten Halbzeit ins Spiel genommen. Er hat sofort Verantwortung übernommen und das Spiel gesteuert. Der Junge wusste schon damals genau, was er wollte. In Norwegen kennt ihn jeder, der sich für Handball interessiert. Sander ist neben dem früheren Bundesliga-Profi Bjarte Myrhol wahrscheinlich der bekannteste Handballer.“

Früherer norwegischer Nationaltrainer: Robert Hedin.

Das THW-Team verbringt viel Zeit im Flugzeug. Haben Sie überhaupt schon ein bisschen was von Deutschland sehen können?

Nicht viel. Wir sind tatsächlich oft im Flugzeug unterwegs. Aber wenn wir mal im Bus reisen, dann mache ich mir schon ein Bild von der Gegend, von der Landschaft. Allerdings ist Deutschland auch nicht so viel anders als Norwegen. Vom Klima her sind sich die Länder sogar durchaus ähnlich.

Welche Hoffnungen knüpfen Sie an die nächsten Wochen?

Also ich hoffe, dass die Liga gut durchkommt, ohne weitere Unterbrechungen durch Quarantäne-Maßnahmen. Wir haben jetzt noch vier Auswärtsspiele in Folge. Es warten noch viele Partien. Die nächsten Wochen werden die Zeit der großen Spiele: mit Bundesliga, DHB-Pokal und Champions League. Das werden Aufgaben, die Spaß machen. (Björn Mahr)

Zur Person: Sander Sagosen

Sander Sagosen (25 Jahre) spielt seit Sommer 2020 beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel. Zuvor stand der Rückraumschütze nach seinem Weggang aus seiner Heimat Norwegen beim dänischen Topklub Aalborg (ab 2014) und bei Paris Saint-Germain (ab 2017) unter Vertrag. Der gebürtige Trondheimer wurde mit Norwegens Nationalmannschaft zweimal Vize-Weltmeister und einmal EM-Dritter. Sagosen ist mit der ehemaligen norwegischen Handballerin Hanne Bredal Oftedal liiert.

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