Der Torjäger spielt Luftgitarre: MT-Außen Sellin wirbelte Coburg durcheinander

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Nicht zu stoppen: Melsungens Johannes Sellin (vorn, hier gegen Coburgs Adnan Harmandic).

Coburg. Die MT-Handballer kehrten nach dem Pausentee früh aus der Kabine zurück. Klar, die erste Hälfte war weitgehend so gelaufen, wie sich dies Melsungens Bundesliga-Trainer Michael Roth auch vorgestellt hatte – inklusive einer Vier-Tore-Führung.

Aus den Boxen der Huk-Coburg-Arena dröhnte kurz vor Wiederanpfiff der Klassiker „You shook me all night long“ von der Rockgruppe AC/DC. Was Johannes Sellin, den Rechtsaußen der MT Melsungen, so gut gefiel, dass er kurzerhand Luftgitarre spielte und den Liedtext mitsang. Dies passte zur vorzüglichen Leistung des 26-Jährigen.

„Die Leichtigkeit war von der ersten Sekunde an bei mir zurück“, erklärte Sellin nach dem 28:25-Sieg seines Teams beim HSC 2000 Coburg erfreut. Seit drei Monaten hatte der Linkshänder Verletzungsprobleme, die vergangenen vier Wochen hatte er wegen eines Mukelbündelrisses überhaupt nicht gespielt – gegen die Oberfranken spielte Sellin so groß auf, als hätte es die unfreiwillige Pause gar nicht gegeben.

Allein sieben Treffer erzielte der MT-Publikumsliebling in den ersten 30 Minuten. Zudem bereitete er ein Tor mit einem Mond-Ball vor. Als er seinen nach vorn geeilten Kollegen Michael Allendorf bedienen wollte, setzte er den Pass eigentlich viel zu hoch an. Doch weil die Gastgeber etwas die Übersicht verloren, kam Sellins kongenialer Partner doch noch an den Ball und traf zum 11:9.

Durch seine elf Treffer verbesserte sich der Rechtsaußen in der Torschützenliste gleich mal um zwei Ränge auf den vierten Platz. Die Statistik interessierte Sellin allerdings am Karsamtag nicht wirklich: „Ich bin froh, dass ich nach dem Hinspiel mit nur einem Tor bei sechs Versuchen diesmal besser abgeschlossen habe.“ Sein Glanzstück gegen Coburg war das 27:23. Da fing er am eigenen Kreis einen Pass des Kontrahenten ab und vollendete den Tempogegenstoß entschlossen.

„Jetzt bin ich erst mal ziemlich platt“, bemerkte Sellin. Trainer Roth signalisierte bereits, seinen schnellen Angreifer während der Vorbereitung auf das Liga-Heimspiel am Mittwoch ab 20.15 Uhr gegen die Füchse Berlin sowie das Europacup-Viertelfinalspiel am Samstag ab 20.45 Uhr bei St. Raphael Var in Frankreich zu schonen. Sellin erklärte mit einem Augenzwinkern: „Ich hätte lieber die Kräfte sparen sollen, als Luftgitarre zu spielen.“

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