Die Neuen bei der MT (1): Torwart Rene Villadsen

Auch das gehört zur Vorbereitung: Melsungens neuer Torwart Rene Villadsen (links) schreibt während der Teamvorstellung fleißig Autogramme. Foto: Kasiewicz

Er ist zwei Meter groß. Er ist dänischer Staatsbürger. Er ist Handball-Torwart in der deutschen Bundesliga. Nein, dieser Artikel beschäftigt sich nicht mit Superstar Niklas Landin vom THW Kiel.

Denn auch dessen Erstliga-Rivale MT Melsungen vertraut nun einem Schlussmann aus dem Königreich: Rene Villadsen steht nach seinem Wechsel aus Eisenach ab dieser Saison bei den Nordhessen zwischen den Pfosten - mehr oder weniger: Mit 2,01-m-Gardemaß muss er immer ein paar Zentimeter vor der Torlinie Position beziehen, um sich nicht den Kopf an der Latte zu stoßen.

„Wenn du als Angreifer Rene vor dir hast, wird es schnell dunkel“, weiß MT-Trainer Michael Roth, wie schwer es ist, einen Hünen aus der Nahwurfzone zu überwinden. Zusammen mit dem Schweden Johan Sjöstrand soll Villadsen den Weggang von Mikael Appelgren zu den Rhein-Neckar Löwen kompensieren. Doch nicht nur deshalb verdient der Däne besondere Aufmerksamkeit.

HEIMAT UND FAMILIE

An Skjern haben die Melsunger keine guten Erinnerungen, nachdem sie im Europacup-Viertelfinale dort verloren hatten und dann die Segel streichen mussten. Villadsens Wurzeln liegen genau dort. Bis zu seinem 16. Lebensjahr strebte er eine Profi-Laufbahn als Fußball-Torhüter beim FC Midtjylland an. „Für einen Torwart ist Handball besser. Da wird es nie langweilig“, erklärt der 29-Jährige. So forcierte er die Karriere bei Skjern Handbold. Mit dem Ex-Melsunger Thomas Klitgaard hatte Villadsen nur indirekt zu tun, weil er dem Reservekader angehörte, als der Kreisläufer eine feste Größe in der ersten Mannschaft war.

In Skjern lernte er auch Belinda kennen, mit der er mittlerweile ein Kind hat: 2014 in Eisenach kam Sohn Valdemar zur Welt. Zusammen mit Hund Pölske zogen sie aus Thüringen nach Melsungen. „Ich stamme selbst aus einer Kleinstadt, da fühle ich mich in so einem Ort wohler“, erläutert der Zwei-Meter-Mann, weshalb er im Gegensatz zu einigen Kollegen nicht in Kassel Quartier bezogen hat.

ZIELE UND HOFFNUNGEN

Beim ThSV Eisenach war Villadsen in den vergangenen Serien die unumstrittene Nummer eins. Jetzt hat er eine andere Rolle. „Wenn Johan überragend hält, ist das kein Problem für mich. Wir benötigen für das Team einen starken Keeper“, erklärt der Däne, „sobald ich aber gebraucht werde, werde ich da sein.“

Mit dem Wechsel nach Hessen sind einige Wünsche verbunden. So will er sich mit der MT für den Europapokal qualifizieren. Durch überzeugende Leistungen möchte er sich zudem für weitere Auftritte in Dänemarks Nationalteam empfehlen. Bislang stehen zwei Einsätze zu Buche. „Landin ist gesetzt. Dennoch will ich fest zum Kader zählen“, sagt Villadsen.

Sein ungeheurer Ehrgeiz spiegelt sich auch in seinem eigenen Matchplan wider: Er teilt die Spielzeit von 60 Minuten in vier Abschnitte ein, mindestens fünf Paraden sollen es jeweils sein. Gelingt ihm das, dann bewegt er sich zweifellos auf Landin-Niveau. Anders als sein prominenter Landsmann geht Villadsen wesentlich nicht so oft für seine Abwehraktionen in die Knie, sondern verlässt sich eher auf seine Reichweite. Und sorgt dafür, dass es für die gegnerischen Schützen schnell dunkel wird.

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