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Torwart Silvio Heinevetter vor Heimspiel der MT Melsungen gegen Flensburg-Handewitt: Jetzt müssen wir liefern

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Von: Björn Mahr

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Erwartet mit der MT die SG Flensburg-Handewitt: Torwart Silvio Heinevetter.
Erwartet mit der MT die SG Flensburg-Handewitt: Torwart Silvio Heinevetter. © Andreas Fischer

Silvio Heinevetter, der Torwart des Handball-Bundesligisten, nimmt sein Team vor dem Heimspiel am Sonntag ab 14 Uhr gegen die SG Flensburg-Handewitt in die Pflicht.

Kassel – Seitdem Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter beim Bundesligisten MT Melsungen unter Vertrag steht, war die Zeit alles andere als normal. Das heißt: Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass er noch nicht einmal in der Rothenbach-Halle die volle Ladung Heimspiel-Atmosphäre genießen konnte. Zwar ist nicht zu erwarten, dass die MT am Sonntag ab 14 Uhr (Sky) seit mehr als zwei Jahren wieder ein ausverkauftes Haus haben wird, mit einer stimmungsvollen Kulisse ist zur Partie gegen den Deutschen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt aber auf jeden Fall zu rechnen.

Der Saisonrekord bei der MT steht bei 3186 Besuchern – das war zum Heimspiel Mitte September gegen den THW Kiel. „Ich freue mich nun auf meine letzten Spiele hier“, sagt Heinevetter. Der Schlussmann wechselt im Sommer zum Ligarivalen TVB Stuttgart – trotz überzeugender Leistungen des erfahrenen Torwarts hatte der nordhessische Bundesligist seinen Vertrag nicht verlängert und dafür viel Kritik einstecken müssen.

Wie großartig die Stimmung in der Rothenbach-Halle sein kann, erlebte Heinevetter am Sonntag – als Zuschauer des Länderspiels. Zum Lehrgang der DHB-Auswahl ins Sportcentrum Kamen-Kaiserau war er nicht eingeladen worden. Stattdessen absolvierte er das reguläre Übungsprogramm bei der MT, die allerdings ohne ein halbes Dutzend Nationalspieler auskommen musste. „Wir haben gut gearbeitet, mehr individuell und mit etwas mehr Spaß“, berichtet Heinevetter.

Nachdem mit Ausnahme des verletzten Portugiesen Andre Gomes alle Auswahlakteure wieder das Training aufgenommen haben, ist nun der volle Fokus auf die Partie gegen Flensburg gerichtet. „Die Niederlagen vor der Pause in Lemgo und bei den Rhein-Neckar Löwen haben wehgetan“, betont der Torhüter, „jetzt geht es nicht mehr nur darum, uns weiter zu entwickeln, sondern auch Punkte einzufahren. Egal wie – wir müssen jetzt liefern.“

Heinevetter, der immer auch einen Blick für junge Spieler hat und deren Talent erkennt, ist davon überzeugt, dass ein Nachwuchsmann wie Paul Kompenhans der MT nun in Abwesenheit der verletzten Rückraumakteure Gomes und Domagoj Pavlovic sehr helfen kann. Im vergangenen Mai gelangen ihm seine ersten drei Tore in der Bundesliga bei der herben Schlappe in Flensburg.

Johannes Golla Mit Flensburg in Kassel
Johannes Golla Mit Flensburg in Kassel © Sascha Klahn

Dass es nicht schaden kann, einem jungen Mann das Vertrauen zu schenken, zeigt die rasante Entwicklung von Johannes Golla. Der Flensburger Kreisläufer reifte einst bei der MT zum Bundesliga-Profi – inzwischen führt der 24-Jährige als Kapitän das DHB-Team aufs Feld und wirft schon mal das entscheidende Tor. Wie beim Länderspiel am Sonntag gegen Ungarn, als er in der letzten Sekunde von der Mittellinie ins verwaiste Gehäuse der Gäste traf. Als „Klasse-Spieler“ bezeichnet Heinevetter das 110-Kilo-Kraftpaket, das am Sonntag schon wieder in der Rothenbach-Halle aufschlägt – dann mit der SG.

„Es war schön. Ich habe viele Bekannte getroffen, Schulkollegen von damals. Alles hat super gepasst“, erklärt Golla, „nun freue ich mich, dass ich schon wieder dort zu Gast sein werde. Meine Eltern werden auch wieder nach Kassel kommen.“

Die entscheidende Spielszene hat er sich natürlich noch einmal auf Video angeschaut. „Als Kreisläufer kommst du häufiger in diese Situation. Sicher hilft es, dass ich in der Champions League gegen Teams spiele, die häufig mit dem siebten Feldspieler angreifen, wie zum Beispiel der FC Porto.“

Nach fünf Begegnungen ohne Sieg gelang den Flensburgern vor der Länderspielpause ein 35:21-Erfolg gegen Balingen-Weilstetten. Daran möchten die Norddeutschen anknüpfen. „Es geht um extrem wichtige Punkte“, betont Golla. Vor einer Woche wurden seine Treffer in Kassel frenetisch bejubelt. Am Sonntag dürfte das dann etwas anders sein. (Björn Mahr)

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