Benfica wollte ihn haben

MT-Torwart spielte drei Jahre in Portugal – Samstag mit MT gegen Lissabons Topklub

Hatte eine schöne Zeit in Portugal: MT-Torwart Svetislav Verkic (hier während des Drittrunden-Europacupspiel gegen den kroatischen Vertreter Zamet). Foto: Schachtschneider

Kassel. „Es war jeden Tag Sommer, und wir hatten immer mindestens 25 Grad.“ Während seiner langen Karriere als Handball-Torwart hat der 35 Jahre alte Svetislav Verkic auch einige Zeit in Portugal gelebt.

Für drei Spielzeiten stand der Serbe beim Inselklub Madeira Sad unter Vertrag - und erfreute sich nicht nur an Sonne, Strand und Meer. In der Saison 2007/2008 erreichte er mit der Mannschaft aus der 110 000-Einwohner-Stadt Funchal sogar die dritte Runde im EHF-Pokal.

Heute ab 19.30 Uhr empfängt Verkic mit der MT Melsungen in der Kasseler Rothenbach-Halle ein Team, gegen das er seinerzeit ein halbes Dutzend Mal gespielt hat: Benfica Lissabon. Wir blicken gemeinsam mit dem Schlussmann auf seine Zeit am Atlantik, die bevorstehende Aufgabe im EHF-Cup und seine persönliche Perspektive.

Handball in Portugal

Es gibt vier, fünf Mannschaften in der Liga, die durchaus einem Bundesligisten gefährlich werden können. Zu den Spitzenklubs zählen der aktuelle Spitzenreiter FC Porto, die Lissabonner Vereine Sporting und Benfica, Sporting Braga und Madeira Sad. „Wenn Benfica gegen Sporting spielt, sind bis zu 4000 Hans dabei“, erinnert sich Verkic, „da herrscht dann eine tolle Atmosphäre in der Halle.“

Nach drei Jahren auf Madeira wäre der serbische Torwart fast bei einem der beiden Hauptstadt-Klubs gelandet. Die Angebote passten aber nicht zu seinen Vorstellungen - er ging dann nach Norwegen.

Erinnerung an Portugal

„Das Land wird immer einen Platz in meinem Herzen haben“, sagt Verkic. Der Grund: Im Krankenhaus von Funchal brachte seine Frau Bozana, mit der er seit zehn Jahren verheiratet ist, Tochter Leena zur Welt - das erste Kind der Familie.

Um sich mit seinen Teamkollegen und auch den Menschen auf der Insel gut verständigen zu können, lernte der Serbe in Eigenregie Portugiesisch. „Mittlerweile beherrsche ich die Sprache nicht mehr so gut. Wenn ich aber einen Monat dort leben würde, dürfte es wieder recht schnell ganz gut klappen“, erzählt Verkic.

Zum Fischefangen fehlte dem passionierten Angler auf der Insel die nötige Zeit. Allein zweimal pro Tag musste er zum Training anrücken.

Spiel gegen Portugiesen

Benfica, amtierender Pokalsieger, hat zwei aktuelle portugiesische Nationalspieler in seinen Reihen: Kreisläufer Paulo Moreno und den starken Halbrechte Belone Moreira. Zu den besten Torschützen zählt der Halblinke Elledy Semedo sowie Linksaußen Fabio Antunes. Zurzeit verletzt ist der ehemalige Bundesliga-Profi Stefan Terzic, ein Landsmann Verkics.

Zum Ende der Hinserie war auch der MT-Schlussmann angeschlagen. Er litt unter Achillessehnenproblemen. „Jetzt bin ich wieder beschwerdefrei“, freut sich Verkic. Da Melsungen 16 Spieler im EHF-Pokal nominieren darf, wird er neben Johan Sjöstrand und René Villadsen als dritter Keeper dabei sein. Und vielleicht die Chance bekommen, seine Klasse unter Beweis zu stellen. Was wichtig für ihn ist: Sein im Sommer auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. „Ich möchte gern in Deutschland bleiben“, erklärt der Ex-Eisenacher. Klar, die Familie fühlt sich hier wohl. Tochter Leena (8) geht in Malsfeld zur Schule. Und der fünfjährige Sohn Marko besucht den Kindergarten.

Hintergrund: Sellin gegen Lissabon im Kader

Drei Tage nach der Pleite von Wetzlar beginnt für die Handballer der MT Melsungen die Gruppenphase im Europapokal. Gegner in der Kasseler Rothenbach-Halle ist heute ab 19.30 Uhr Benfica Lissabon

„Wir haben im Derby nicht das gespielt, was wir können“, sagt MT-Coach Michael Roth, „jetzt sind Team und Trainer gefordert. Wir haben das Vertrauen, dass wir das hinbekommen.“ Personell sieht es so aus, dass der zuletzt verletzte Torjäger Johannes Sellin wieder in den Kader rückt. Für ihn dürfte aber dasselbe gelten wie für den noch nicht wieder voll hergestellten Kreisläufer Felix Danner: Einsätze nur bei Bedarf.

„Wir wollen Souveränität ausstrahlen“, betont Danner. Roth erwartet ein schweres Spiel: „Benfica hat durchaus Bundesliga-Niveau.“

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