Sieg gegen Stuttgart: Torwart Villadsen schiebt die MT an

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Richtig gut drauf: Melsungens Torwart René Villadsen (rechts) feiert nach dem hart erarbeiteten Sieg gegen TVB Stuttgart und wird von Teamkollege Marino Maric abgeklatscht.

Kassel. Beim 30:26-Sieg in der Handball-Bundesliga gegen TVB Stuttgart motiviert der Melsunger Torwart seine Mitspieler und sichert den Erfolg.

Schön war’s nicht, was die MT Melsungen am Mittwochabend zeigte. Souverän erst recht nicht. Doch am Ende stand gegen Aufsteiger TVB Stuttgart das Ergebnis 30:26 (16:12) auf dem Würfel unter dem Dach der Kasseler Rothenbach-Halle. Gut 2400 Zuschauer jubelten, der heimische Handball-Bundesligist feierte, und MT-Regisseur Nenad Vuckovic fand die passenden Worte: „Hauptsache zwei Punkte.“ Viertes Saisonspiel, vierter Sieg, Traumstart perfekt gemacht. Durchatmen.

Doch bis dahin hatte die MT ihre liebe Müh und Not. „Stuttgart hat uns alles abverlangt. Wir hatten Glück“, sagte MT-Trainer Michael Roth, der alles andere als zufrieden dreinschaute. Trotz eines zwischenzeitlichen Vorsprungs von vier Toren drohte die Partie zu kippen. Da waren knapp 50 Minuten gespielt, und die Gäste gingen nach ihrem vierten Siebenmeter durch Michael Spatz 24:23 in Führung (49. Minute). Die MT wankte, der erhoffte Acht-Punkte-Start geriet in Gefahr - doch dann kam René Villadsen ins Tor der MT. „Er hat uns den Sieg gesichert“, lobte der Melsunger Coach.

Der Neuzugang schob die MT regelrecht an. Nach einer kurzen Unterbrechung beim Stand von 24:24 rannte der Keeper über das gesamte Spielfeld und klatschte seine Teamkollegen ab, als wollte er erst mal alle begrüßen. „Wenn ich reinkomme, muss ich Gas geben“, sagte Villadsen. Dazu gehöre auch, dass er die Jungs motiviere. Im Angriff hätte es zu diesem Zeitpunkt gehapert, erklärte der 29-Jährige: „Also wollte ich etwas Lockerheit vermitteln und positive Stimmung reinbringen.“ Ein bisschen Spaß dank Villadsen.

Und der Däne erwies sich nicht nur als Gute-Laune-Bär für die Hausherren, sondern auch als Spielverderber für die Gäste. Sechs Würfe entschärfte der 2,01 Meter große Schlaks mit dem Stirnband in den letzten zehn Minuten, darunter auch einen Siebenmeter. Das brachte die Sicherheit zurück ins Melsunger Spiel und zugleich die Halle zum Kochen. Und nach dem Treffer von Johannes Sellin zum 28:24 (56.) hatte die MT den Vorsprung wieder komfortabel ausgebaut und das Ruder gerade noch so herumgerissen.

Nach dem Abklatschen zuvor folgte für Villadsen nach der Schlusssirene dann das große Umarmen mit den Mannschaftskameraden. „Einfach klasse, wie er gehalten hat. Das freut mich für ihn“, sagte Vuckovic. Außerdem habe das Spiel gezeigt, dass auch die Torhüter-Position doppelt gut besetzt sei.

Handball: MT Melsungen gegen Aufsteiger Stuttgart

So erleichtert MT-Spieler und Fans waren, so angefressen grummelte der Trainer. Sie seien zu pomadig gewesen, sagte Roth: „Für unsere Ansprüche war das heute zu wenig.“ Der Handballlehrer ärgerte sich vor allem darüber, dass seine Mannschaft nach einem guten Start die Konzentration nicht hochhielt und die Sache schleifen ließ. Von daher sprach Roth von einem Dämpfer. Wie fast jeder andere in der Rothenbach-Halle dachte der Trainer da schon an Samstag. Dann reist die MT zum Topspiel nach Flensburg.

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