Top 5: Letzter Spieltag lebte von Abstiegskampf und Abschieden

Tränen und Selfies

Ihre Wege trennen sich: Anders Eggert (rechts) und Trainer Ljubomir Vranjes wurden bei der SG Flensburg-Handewitt verabschiedet. Foto: Eibner

Kassel. Der Saison-Abschluss in der Männer-Bundesliga bescherte den Fans einen Handball-Nachmittag voller Emotionen: mit viel Jubel, Tränen der Enttäuschung und einer Spontan-Fete. Wir haben diese Geschichten in einer Top 5 zusammengefasst:

1.Tiefenentspannt: 13 000 Anhänger in der Mannheimer SAP-Arena feierten die Rhein-Neckar Löwen, als diese die Meisterschale in die Höhe reckten. Vor der Halle war aber auch einiges los. Die mehr als 100 mitgereisten MT-Anhänger ließen mit ihrem Team vor der Halle in Mannheim am Mannschaftsbus die Saison in entspannter Atmosphäre ausklingen: Spontan-Fete mit Smalltalk, Selfies und Shakehands. Zu den Gefragtesten gehörte natürlich Momir Rnic, der im Sommer zu den Löwen wechseln wird. „Das war ein schöner Abschluss“, befand Michael Roth. Direkt nach der 28:33-Niederlage hatte sich der MT-Trainer in der Kabine gebührend von seinen Jungs verabschiedet.

2.Spannung pur: Eine Minute vor Spielende war nicht klar, ob Altmeister TBV Lemgo auch in der kommenden Saison noch in der 1. Liga spielen würde. Nach einem Fehlwurf von Tim Hornke bekam der Gast vom VfL Gummersbach die Chance, mit 32:31 in Führung zu gehen. Bei einer Niederlage wären die Lipper abgestiegen. Doch VfL-Angreifer Florian Baumgärtner zielte zu hoch, den Gegenangriff nutzte Tim Suton zum umjubelten 32:31-Endstand. Danach gab es für TBV-Coach Florian Kehrmann kein Halten mehr: Er fiel Suton um den Hals und stemmte Routinier Christoph Theuerkauf in die Höhe.

3.Abspann: Des einen Freud ist des anderen Leid. Da Lemgo noch gewann, reichte dem Bergischen HC parallel ein 32:24-Sieg über die TSV Hannover-Burgdorf nicht, um in der Klasse zu bleiben. Nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Gummersbach muss der BHC den Coburger und den Balingern ins Unterhaus folgen. Ihre Plätze nehmen der TuS N-Lübbecke, die TSG LU-Friesenheim und der TV Hüttenberg ein.

Als das Ergebnis aus Lemgo in Wuppertal bekannt war, erhoben sich die 3000 Zuschauer der Bergischen von ihren Sitzen. Sie skandierten „BHC“, während sich der eine oder andere Spieler Tränen aus dem Gesicht wischen musste.

4.Spannungsbogen: Den Verantwortlichen der SG Flensburg-Handewitt ging es nach dem 34:31-Erfolg gegen Wetzlar ein bisschen so wie ihren Melsunger Kollegen vor einer Woche. Denn auch sie mussten Menschen verabschieden, die einen nachhaltigen Eindruck im Verein hinterlassen haben. Und sie taten es so, dass zwei SG-Legenden zum Schluss an der Reihe waren und ihre Auftritte auf der großen Bühne in der Flens-Arena bekamen: der langjährige Trainer Ljubomir Vranjes (nach Veszprem/Ungarn) sowie Torjäger Anders Eggert (nach Skjern/Dänemark). Eggert markierte in elf Jahren 2531 Treffer in 461 Partien für die Norddeutschen. Geschäftsführer Dierk Schmäschke ernannte ihn deshalb zum SG-Ehrenkapitän.

5.Gespannt: Als Meister mit den Löwen stand Spielmacher Andy Schmid schon fest. Blieb nur eine Frage: Wird der Schweizer auch zum Spieler der Saison gekürt? Die Antwort lautet: Ja. Vor dem Anwurf der Partie gegen Melsungen erhielt er zum vierten Mal in Folge diese Auszeichnung – und hatte noch einen Grund mehr, später mit den Zuschauern in der Arena kräftig zu feiern.

Von Björn Mahr

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