Pokal: Fantastische erste Hälfte als Grundstein zum Melsunger Weiterkommen - Samstag wartet Meister Kiel

MT träumt nun auch vom Finale

Setzte wichtige Akzente in der Schlussphase: MT-Kreisläufer Anton Mansson. Im Hintergrund beobachtet Göppingens Felix Lobedank die Szene. Foto: Hahn

Melsungen. Es war um die 23. Minute herum: Die MT bot begeisternden Handball und führte im Pokal-Viertelfinale gegen Frisch Auf Göppingen mit 13:6. Soeben hatte sich sogar Melsungens Abwehrchef Daniel Kubes in die Torschützenliste eingetragen. Für die eingefleischten Fans Anlass genug, sich von ihren Plätzen zu erheben - und die weiteren Zuschauer auf der Tribüne der Stadtsporthalle zu animieren, ebenfalls den grandiosen Auftritt mit stehend dargebrachten Ovationen zu begleiten. Der Aufforderung kamen längst nicht alle 1100 Anhänger nach.

Doch als in der 57. Minute der starke Schlussmann Mikael Appelgren gegen FAG-Rückraumschütze Daniel Fontaine pariert hatte, hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Und es nahm danach auch niemand mehr Platz, weil kurz darauf der heiß ersehnte 30:27 (16:11)-Sieg und die damit verbundene Teilnahme am Final Four in Hamburg perfekt war. Was folgte, war eine ausgelassene Party. In Windeseile streiften sich Spieler und Verantwortliche die passenden Sieger-Shirts über. „Es ist unglaublich, wieder mit Euch in Hamburg zu sein“, rief Trainer Michael Roth den Fans zu. Und Philipp Müller verlieh freudetrunken seiner Hoffnung Ausdruck, dass „ganz Melsungen mitkommt.“

Erst einmal wird am heutigen Freitag (siehe Hintergrund) ausgelost, mit wem es die Nordhessen in der O 2-World in der Vorschlussrunde zu tun bekommen. „Es war letztes Jahr schon geil. Diesmal wollen wir zwei Spiele machen“, betonte Anton Mansson. Klar, dadurch dass der HSV und der THW Kiel, der am Samstag ab 20.15 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle nächster Liga-Gegner der MT ist, unter den besten vier Klubs fehlen, bestehen durchaus Chancen, das Endspiel (und damit vielleicht einen Platz im EHF-Pokal) zu erreichen.

Auf jeden Fall, wenn das Team die Leistung aus der ersten Hälfte gegen Göppingen wiederholen kann. „Das Beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben“, kommentierte Appelgren glückstrahlend. Bezeichnend, dass Kubes zwei Würfe des zukünftigen Melsungers Momir Rnic und von Tim Kneule einfach mal so abblockte. Überhaupt stand die zuletzt oft gescholtene Abwehr fantastisch. „Die ersten 30 Minuten kann man in jedem Lehrvideo für eine 6:0-Deckung zeigen“, bemerkte Linksaußen Michael Allendorf. Einziger Kritikpunkt am MT-Spiel: vier vergebene Großchancen.

Nach dem Wechsel waren dann einige Unsicherheiten im Melsunger Positionsangriff erkennbar. So schrumpfte der Vorsprung etwas. Die Schwaben um den starken Michael Kraus verkürzten auf 20:22 (46.). Allerdings hatten die Hausherren immer noch einen Pfeil im Köcher. Vor allem mit der Hereinnahme von Nenad Vuckovic, Malte Schröder und Mansson fand die Roth-Sieben immer neue gute Lösungen. Als Vuckovic das 26:22 besorgt hatte (52.), hatte jeder eingesetzte MT-Feldspieler mindestens einmal getroffen. Ein herrlicher Alleingang von Patrik Fahlgren brachte das Tor zum 29:26 ein und löste nicht den letzten Jubelorkan an diesem Abend aus.

Von Björn Mahr

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