Kommission gebildet

Trainer der Handball-Bundesligisten wollen in die Planungen einbezogen werden

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MT-Coach: der Isländer Gudmundur Gudmundsson. 

Für die Handball-Manager in der Bundesliga sind Telefonkonferenzen in diesen Krisen-Zeiten das Normalste auf der Welt. Die Trainer der Klubs nutzten die digitalen Möglichkeiten bislang allenfalls mal, um sich mit ihren Spielern abzustimmen. Doch nun gab es eine Videokonferenz, an der sämtliche Coaches der Bundesliga teilnahmen. Dazu Fragen und Antworten.

Wie kam es zu diesem virtuellen Treffen?

Zurzeit Trainer in Berlin: der Ex-Melsunger Michael Roth. 

Die treibende Kraft war Michael Roth, ehemaliger Melsunger und scheidender Berliner Trainer. „Natürlich ging es mir auch darum zu erfahren, wie es meinen Kollegen aktuell geht“, erklärt der 58-Jährige. „Es ist aber auch wichtig, dass Trainer eine Stimme bekommen. Und in einer Krise steckt immer auch die Chance, dass etwas verändert wird.“ Bislang kamen die Coaches der Bundesligisten allenfalls mal zusammen, wenn der Deutsche Handballbund (DHB) und der Bundestrainer eine Zusammenkunft organisiert haben.

Wer nahm an dieser zweistündigen Konferenz teil?

Alle 18 Erstliga-Trainer sowie Jan Gorr vom HSC Coburg 2000 und Jaron Siewert von Tusem Essen, die mit ihren Klubs den Aufstieg ins Oberhaus geschafft haben. Siewert beerbt Roth im Sommer als Chefcoach in Berlin.

Worüber haben die Trainer gesprochen?

Über diverse Themen. Zum Beispiel wünschen sich die Coaches, dass sie in die weiteren Planungen einbezogen werden – Stichwort Terminplan. Zudem brachten mehrere Teilnehmer ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass die Spieler zurzeit nicht so trainieren können, wie es für die Schultern der Profis eigentlich ratsam wäre. Ein Tipp der Runde: Die Handballer sollen – falls möglich – den Ball immer wieder gegen eine Mauer werfen. Wer diese Möglichkeiten nicht besitzt, soll sich mit Badminton behelfen.

War auch die nächste Saison-Vorbereitung Thema?

Ja. Weil Testspiele wie bislang wegen der strengen Auflagen schwer möglich sind, entstand die Idee, dass sich Teams aus derselben Region zusammentun, um an einem Wochenende unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein paar gemeinsame Tests zu absolvieren.

Wie bewertet Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson das virtuelle Treffen?

Der Isländer zog ein erfreuliches Fazit: „Ich spüre eine große Solidarität. Ich hoffe, dass wir diese Kontakte aufrechterhalten.“ Wie alle Teilnehmer bezog auch er Stellung. Dabei hatte der 59-Jährige einen wichtigen Tipp für seine Kollegen: Ihre Spieler sollen diese Zeit nutzen, um etwaige Defizite aufzuarbeiten. „Etliche Profis wie Nationalspieler litten in den vergangenen Jahren unter einer großen Belastung“, erläutert Gudmundsson, „nun können sie Defizite aufarbeiten: mit speziellem Krafttraining, mit Gymnastik, mit Laufeinheiten.“ Er selbst gibt seinen Spielern auch entsprechende Empfehlungen für die nächsten Wochen bis zu einem möglichen Vorbereitungsstart im Juli.

Wie geht es nun weiter?

Aus dem Trainerkreis wurde eine Kommission gebildet, die die Interessen künftig nach außen vertreten wird. Dazu gehören vier Bundesliga-Coaches: Kai Wandschneider (HSG Wetzlar), Sebastian Hinze (Bergischer HC), Maik Machulla (SG Flensburg-Handewitt) und Frank Carstens (GWD Minden).

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