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Traum geplatzt: MT Melsungen scheidet aus Pokal aus

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Von: Björn Mahr

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Zwei gegen einen: Melsungens Julius Kühn (Mitte) bekommt es hier mit Jonathan Carlsbogard und Isaias Guardiola zu tun.
Zwei gegen einen: Melsungens Julius Kühn (Mitte) bekommt es hier mit Lemgos Jonathan Carlsbogard und Isaias Guardiola zu tun. © Alibek Käsler

Wieder Pokal. Wieder Lemgo. Und wieder 24:28 verloren. Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen haben die Chance verpasst, Revanche für die Vorjahresniederlage im Finale zu nehmen.

Lemgo – Beim TBV Lemgo Lippe musste sich das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo nach einer Schwächephase gegen Ende von Halbzeit eins 24:28 (10:15) geschlagen geben. Damit findet am 23. und 24. April das Final Four in Hamburg ohne die MT, aber mit dem Titelverteidiger Lemgo statt.

Das erste Tor des Abends erzielten die Melsunger. Und zwar genau so, wie sie sich das gewünscht haben dürften: Eine Parade von Nebojsa Simic – und den schnellen Gegenstoß über Julius Kühn und Kai Häfner schloss Tobias Reichmann erfolgreich ab (2.). An diesem Spielzug waren zwei Akteure beteiligt, deren Einsatz unsicher war. Kapitän Häfner konnte nach überstandenem Magen-Darm-Infekt mitspielen wie auch Kühn (leichtes Fieber).

Nach 8:6-Führung kommt Schwächephase

Vom ersten Augenblick an war zu spüren, wie viel für beide Teams auf dem Spiel stand. In die Abwehrverbände wurde viel investiert. Zwar hatten die Gäste mit Simic den besseren Schlussmann, die aggressive Deckung des TBV verdiente sich aber ein dickes Lob. Immer wieder provozierte sie technische Fehler und Fehlwürfe der Nordhessen.

Nachdem Kühn mit einem Doppelschlag auf 8:6 für die MT gestellt hatte (15.), schien es, als würde der Bundesliga-Sechste die Begegnung gut in den Griff bekommen. Doch aufgrund eigener Schwächen in der Offensive lud er die Lipper zum Kontern förmlich ein. Und der TBV schaltete schnell um – genau das Spiel für die Außen Bjarki Mar Elisson und Lukas Zerbe. Nach 25 Minuten stand es 13:9, vor der Pausensirene sogar 15:10.

MT-Kapitän Kai Häfner war nach Magen-Darm-Infekt dabei.
MT-Kapitän Kai Häfner war nach Magen-Darm-Infekt dabei. © Alibek Käsler

Melsungens Trainer Parrondo hatte auch wohl in Erwartung, dass Häfner und Kühn noch leicht geschwächt nicht durchspielen können, früh die ersten Wechsel vorgenommen. Allerdings schafften es Andre Gomes und Alexander Petersson nicht, die nötigen Akzente zu setzen. So lastete viel Druck auf Spielmacher Elvar Örn Jonsson. Über die Außen entwickelte der Gast ebenso wenig Gefahr. Den besten Eindruck hinterließ Simic. Dennoch war Hamburg für die MT erst einmal in weite Ferne gerückt. Die 30 Melsunger Fans unter den 2408 Zuschauern ließen zur Pause die Köpfe hängen. Immerhin hatten die Gäste noch 30 Minuten Zeit, es besser zu machen.

Anders als im Punktspiel Anfang September, als ein Stromausfall den Anwurf zum zweiten Durchgang verzögert hatte, ging es pünktlich weiter. Für die MT war es aber zu früh, wie sich zeigte. Das Spiel mit dem siebten Feldspieler ging daneben. So stand es in der 33. Minute 10:17 aus Sicht der Nordhessen. Eine Vorentscheidung?

MT kämpft sich noch einmal heran

Kühn schloss danach zweimal gut ab. Mit einem weiterhin fantastischen Simic im Rücken suchte die MT nun das volle Risiko. Und mit Treffern von Timo Kastening, Tobias Reichmann, Kühn und Michael Allendorf kam der Gast auf 16:19 heran (41.). Es keimte ein Fünkchen Hoffnung. Lemgo hatte nun Probleme, konnte sich aber weiter auf die individuelle Qualität von Elisson und Tim Suton verlassen.

Als der TBV durch Elisson und Jonathan Carlsbogard von 23:20 auf 25:20 davonzog, war klar, wer die Halle als Sieger verlassen würde – und am 23. April in Hamburg im Halbfinale des Final Four gegen den THW Kiel spielen darf.

Die MT kann sich nun auf den Kampf um Platz fünf in der Bundesliga konzentrieren. Am kommenden Sonntag ist sie ab 16 Uhr in der Mannheimer SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen zu Gast.

Statistik

TBV Lemgo - MT Melsungen 28:24 (15:10)

Lemgo: Johannesson (5 GT/2 P.), Zecher (19 GT/7 P.)- Elisson 10/3, I. Guardiola 2, Simak 4, Carlsbogard 1, Schagen, Schwarzer, Suton 5, Zerbe 3, G. Guardiola 2, Cederholm 1, Reitemann, Blaauw, Geis.

Melsungen: Heinevetter (n.e)., Simic (28 GT/16 P.) - Maric 2, Kühn 8, Kompenhans, Reichmann 1/1, Kunkel, Jonsson 4, Arnarsson 2, Allendorf 1, Gomes, Kalarash, Häfner 3, Petersson 1, Kastening 2, Kuntscher.

SR: Kuttler/Merz (Meckenbeuren) - Z: 2408 - Siebenmeter: 3/3:1/1 - Zeitstrafen: 0:2 Minuten – Spielstände: 0:1 (2.), 6:8 (15.), 13:9 (25.), 15:10 - 17:10 (33.), 19:16 (41.), 28:24.

Von Björn Mahr

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