Schnellcheck: Ein 26:26 zum Saison-Abschluss

Trotz klarer Führung: Für die MT Melsungen gibt es wieder keinen Sieg in Stuttgart

Blühte erneut auf: Melsungens Lasse Mikkelsen erzielte in seinem letzten Spiel im MT-Trikot zehn Treffer und war so beim Unentschieden in Stuttgart bester Torschütze.
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Blühte erneut auf: Melsungens Lasse Mikkelsen erzielte in seinem letzten Spiel im MT-Trikot zehn Treffer und war so beim Unentschieden in Stuttgart bester Torschütze.

Letzter Spieltag in der Handball-Bundesliga: Zum Ende der Mammut-Saison mit 38 Spieltagen musste die MT Melsungen noch mal beim TVB Stuttgart ran.

Und in der Porsche-Arena gab es ein 26:26 (12:13), obwohl die Nordhessen schon fast wie der sichere Sieger aussahen. Der Schnellcheck:

Vorab: Wie sah es personell bei der MT aus?

Bei den Melsungern fehlte Kapitän und Abwehrchef Finn Lemke. Der 29-Jährige war als moralische Unterstützung auf der Bank mit dabei. Er hatte sich im letzten Heimspiel gegen Berlin eine Prellung an der Hüfte zugezogen. Für ihn begann Arnar Freyr Arnarsson im Innenblock an der Seite von Felix Danner. Spielmacher Lasse Mikkelsen durfte bei seinem letzten Spiel für die MT erstmals wieder in der Startformation ran. Der angeschlagene Domagoj Pavlovic (Knieprobleme) saß zunächst auf der Bank, kam zwischenzeitlich aber ins Spiel. Zudem stand Trainer Gudmundur Gudmundsson wieder an der Seitenlinie, nachdem er in den vergangenen beiden Partien aus privaten Gründen gefehlt hatte.

Wie kam die MT denn ins Spiel beim Angstgegner?

Die letzten fünf Spiele in Serie hatten die Melsunger gegen die Schwaben verloren. Der letzte Sieg in Stuttgart gelang 2017. Davon war zunächst aber nichts zu sehen: Nach einem sehr guten Auftakt führten die Melsunger nach 13 Minuten mit 6:3. Der starke Mikkelsen, der am Ende bester Torschütze war, glänzte gleich mal mit drei seiner insgesamt zehn Treffern. In der Abwehr blieb die MT in den ersten fünf Minuten ohne Gegentreffer. Und Torhüter Nebojsa Simic hielt einen Siebenmeter gegen Viggo Kristjansson.

Dann kam aber wie so häufig in dieser Saison plötzlich ein Bruch in das Spiel der Nordhessen. Im Angriff waren die Gäste auf einmal zu hektisch und ideenlos. In der Abwehr nicht mehr so griffig. Mit einem 5:0-Lauf drehten die Schwaben die Begegnung auf 8:6 (19.). Außerdem brachte TVB-Torhüter Johannes Bitter die Melsunger zum Verzweifeln – nach 20 Minuten hatte er schon acht Paraden (insgesamt 13). Nur sein Gegenüber Simic sorgte in dieser Phase dafür, dass die Gäste in Schlagdistanz blieben.

Erholten sich die Melsunger von diesem Tief?

Ja, dank Julius Kühn. Zunächst beendete er mit seinem Hammer zum 7:8 (22.) die torlosen neun Melsunger Minuten. Dann setzte er Marino Maric am Kreis ein – der Ausgleich. Auffällig: Gudmundsson wechselte im Rückraum viel durch. Gab Kühn und Kai Häfner früh Pausen zum Durchatmen und ließ neben Mikkelsen, der nur in der Abwehr raus musste, phasenweise auch Ole Pregler und Stefan Salger spielen. Zur Pause lagen die Gäste aber mit 12:13 zurück, weil Kristjansson per sehenwertem Hüftwurf mit der Halbzeitsirene traf.

Wie lief die zweite Halbzeit für die Nordhessen?

Sie begann furios: Die Melsunger waren hellwach, drehten die Partie durch die Tore von Mikkelsen (2) und Tobias Reichmann auf 15:13, führten sogar 17:14 (36.). Wieder lag die MT mit drei Toren vorn. Wieder schien sie alles im Griff zu haben. Aber wieder glichen die Stuttgarter schnell zum 17:17 (41.) aus. Der Unterschied: Diesmal brachen die Gäste nicht ein. Vor allem, weil der überragende Simic in dieser Phase fast jeden Wurf hielt – am Ende stand er bei 16 Paraden. Nach dem Tempogegenstoß von Reichmann war die MT auf 21:17 weggezogen. Die Vier-Tore-Führung hielt bis zum 25:21 (50.), in der 58. Minute lagen die Gäste noch mit 26:23 vorn – sie waren auf Siegkurs. Aber dann kam der erneute Einbruch. Nichts ging mehr bei der MT. Die Stuttgarter verkürzten durch Tim Wieling auf 25:26 (59.). Und es wurde noch schlimmer: Maric fing einen Pass von Mikkelsen nicht, Jerome Müller glich sogar noch zum 26:26-Endstand aus. Ein völlig unnötiges Remis für die Melsunger, die am Ende enttäuscht waren, dass sie wieder nicht in Stuttgart gewannen. Die MT beendet die Saison auf Rang acht.

Wie lautete das Fazit von Gudmundsson?

„Wir haben viele Dinge sehr gut gemacht. Aber es bleibt eine unserer Baustellen, dass wir den Sack nicht zumachen. In der letzten Phase haben wir es nicht gut gemacht“, sagte Gudmundsson und fügte hinzu: „Es sind immer unterschiedliche Dinge, diesmal haben wir keinen kühlen Kopf bewahrt.“

Wie war die TV-Übertragung?

Sky-Kommentator Michael Born sagte nach Abpfiff: „Es passt wie die Faust aufs Auge in dieser Saison, dass die MT Melsungen trotz zweier guter Phasen am Ende doch wieder nicht gewinnt.“ Das trifft es ganz gut. (Manuel Kopp)

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