Trotz Niederlage: MT macht in Göppingen nicht viel verkehrt

Zielscheibe für Anfeindungen der Göppinger Fans: MT-Kapitän Michael Müller. Foto:  Schachtschneider

Kassel/Göppingen. Die MT Melsungen hat in Göppingen 24:27 verloren. Nach der Niederlage hadert der nordhessische Handball-Bundesligist nur mit der schlechten Chancenverwertung.

In einer Sache waren sich beide einig: „Das war ein geiles Handballspiel“, sagten Michael Roth von der MT Melsungen und Magnus Andersson von Frisch Auf Göppingen. Allerdings fügte der Trainer des nordhessischen Bundesligisten noch etwas hinzu: „Mit dem falschen Ausgang.“ Kein Wunder - sein Team hatte am Mittwoch in der Göppinger EWS-Arena nach einem packenden Duell eine 24:27 (12:13)-Niederlage kassiert.

Während der 60 Minuten betrieben beide Mannschaften ordentlich Werbung für ihren Sport. Die Konkurrenten im Kampf um die Europapokalplätze boten eine mitreißende Vorstellung. Oder wie es MT-Kapitän Michael Müller formulierte: „Es war nicht schön, aber dafür extrem spannend.“ Deshalb gab’s für Roth nicht allzu viel zu kritisieren. „Wir haben nicht viel verkehrt gemacht“, sagte der Melsunger Trainer.

Die Nordhessen trauerten nur ihren vergebenen Chancen nach. Sie seien selbst Schuld, sagt Müller: „Wenn wir in den letzten zehn Minuten die Dinger machen, fahren wir als Sieger nach Hause.“ Doch in dieser Phase stand im Göppinger Tor der eingewechselte Daniel Rebmann. 22 Jahre alt. Unbekümmert, als wäre er ein alter Hase. Und dieser Rebmann erlebte das, wovon jeder junger Sportler träumt: Er wurde zum Helden des Spiels.

Nach dem Treffer von Melsungens bestem Werfer Momir Rnic stand es 22:22 (50. Minute). Und die MT machte Druck, sie wollte die Entscheidung. Doch Rebmann hielt. Erst den Siebenmeter von Rnic, danach den Wurf von Müller, von Felix Danner, von Patrik Fahlgren, dann sogar noch einen Siebenmeter, dieses Mal von Rückkehrer Michael Allendorf - kurzum: Der junge Keeper drehte den MT-Handballern eine lange Nase.

Für die Melsunger ist diese Niederlage aber zu verkraften. „Wir sind noch Vierter, und wir haben sechs Punkte Vorsprung auf Platz sechs“, sagt der MT-Kapitän. Von daher gäbe es keinen Grund, in Panik zu verfallen. Zumal sie nicht gegen irgendwen verloren hätten. Müller betont: „Göppingen ist eine starke Mannschaft mit vielen Einzelkönnern.“ Die Schwaben hätten klasse verteidigt und ihnen das Leben im Angriff richtig schwer gemacht.

Vor allem Müller und sein Bruder Philipp hatten in der EWS-Arena einen schweren Stand - und das lag nicht nur an der aggressiven Deckung der Gastgeber. Dass die Zwillinge in fremden Hallen nicht immer herzlich empfangen werden, ist ja nichts Neues. In Göppingen schlugen ihnen die Anfeindungen der heimischen Fans von Beginn an entgegen. „Grundsätzlich stört mich das nicht so“, sagt Müller: „Aber dadurch heizte sich die Atmosphäre unnötig auf.“ Selbst nach Lars Kaufmanns böser Attacke, wofür der Göppinger die Rote Karte sah, zog der Melsunger den Zorn der Anhänger auf sich. Das führte sogar so weit, dass Trainer Roth seinen Spieler aus der Schusslinie nahm und erst mal auf die Bank setzte.

Die gute Nachricht für Müller: Das nächste Spiel gegen Lübbecke am 7. Mai ist vor eigenem Publikum. Dann gibt’s keine Pfiffe. Und dann werden womöglich die Chancen wieder besser verwertet.

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