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MT Melsungen vor dem Saisonstart: Das macht Hoffnung, das bereitet Sorgen

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Rogerio Moraes (links) und Tom Kiesler.
Vielversprechender MT-Neuzugang: der Brasilianer Rogerio Moraes (links, hier gegen Gummersbachs Tom Kiesler). © Andreas Fischer

Das Auftaktspiel rückt näher. Handball-Bundesligist MT Melsungen startet mit einer Partie in der SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen am Samstag ab 20.30 Uhr (Sky) in die neue Saison.

Was ist in der Spielzeit vom Team des spanischen Trainers Roberto Garcia Parrondo zu erwarten? Das macht Hoffnung, das bereitet Sorgen.

Das macht Hoffnung

Breiter Kader: In der vergangenen Serie litten die Melsunger massiv unter Verletzungsproblemen. Und da ihr Kader auf Kante genäht war, konnten die schwerwiegenden Ausfälle nicht kompensiert werden. Spieler wie Julius Kühn und Kai Häfner hatten kaum Gelegenheit zum Verschnaufen. Jetzt hat Trainer Roberto Garcia Parrondo inklusive der Talente deutlich mehr als 16 Akteure zur Verfügung. Was auch seine Übungsarbeit erleichtern wird.

Qualitativ hochwertige Neuzugänge: Zwar sind erfahrene Kräfte wie Torwart Silvio Heinevetter und Rechtsaußen Tobias Reichmann nicht mehr im Aufgebot, die Neuerverpflichtungen können sich aber allesamt sehen lassen. Spielmacher Agustin Casado, Kreisläufer Rogerio Moraes, Linksaußen David Mandic, Rückraumschütze Ivan Martinovic und Torwart Adam Morawski genügen höchsten Ansprüchen.

Unbelastete Neuzugänge: Wer in den vergangenen Jahren für die MT spielte, erlebte mehrere Krisensitzungen. Durch den Umbruch bilden nun Spieler den Kern der Mannschaft, die vollkommen befreit die Aufgabe angehen können.

Mehr Konkurrenzkampf: Ein breiterer Kader bedeutet gleichzeitig auch, dass der Konkurrenzkampf zunimmt. Oder besser gesagt: Es gibt nun endlich wieder Konkurrenzkampf. In der vergangenen Saison hat sich das Team zeitweise von selbst aufgestellt. Jeder Sportler weiß, dass es kaum eine bessere Motivation gibt als Mitspieler, die einem die eigene Position streitig machen könnten. Das beflügelt beidseitig. Mit Florian Drosten, Ben Beekmann und Julian Fuchs haben auch drei Nachwuchsspieler ihren Anteil daran.

Angriffsspiel: Mit den Verpflichtungen von Agustin Casado und Aidenas Malasinskas hat die MT nun zwei echte Spielmacher im Aufgebot. Das schafft Möglichkeiten, die es zuletzt nicht oder nur kaum gab, das Angriffsspiel wird bestenfalls deutlich unausrechenbarer. Mit Moraes am Kreis sowie Martinovic im Rückraum vergrößern sich die möglichen Anspielstationen sowie die Auswahl derjenigen, die sich die Würfe nehmen. Das kann der Abteilung Offensive nur guttun.

Stimmung: Die war in den vergangenen Jahren im Team augenscheinlich nicht immer die beste, auch weil der Klub jegliche Reibung scheute, Spieler den Verein vorzeitig verlassen mussten. Doch der Umbruch bringt auch die Möglichkeit, nun einiges besser zu machen. Zumindest der erste Eindruck aus der Vorbereitung lässt hoffen. Und wenn die Stimmung im Team besser ist, die Leistung passt, sich Erfolge einstellen, dann wird auch die Stimmung auf den Rängen davon profitieren.

Das bereitet Sorgen

Vier Langzeitverletzte: Timo Kastening? Deutscher Nationalspieler. Finn Lemke? Deutscher Nationalspieler. Elvar Örn Jonsson? Isländischer Nationalspieler. Domagoj Pavlovic? Kroatischer Nationalspieler. Die Akteure, auf die die Melsunger in den nächsten Wochen noch nicht zurückgreifen können, sind gestandene Profis. Jonsson fehlt der MT insbesondere in der Abwehr.

Sprachprobleme: Man hat sich daran gewöhnt, dass sich Parrondo und seine Spieler auf Englisch austauschen. Doch Casado und Mandic sprechen bislang weder Englisch noch Deutsch. Gerade in schwierigen Phasen eines Spiels könnten sich Sprachbarrieren negativ auswirken.

Nicht eingespielt: Viele Veränderungen im Kader bedeuten immer auch, dass eine Mannschaft Zeit benötigt, um sich zu finden. Melsungens Team steckt in einem Prozess, der noch längst nicht abgeschlossen ist.

Stimmung: In den vergangenen Jahren mussten einige Spieler den Kader – teilweise vorzeitig – verlassen. Es war augenscheinlich, dass der Klub jegliche Reibung im Verein gescheut hat. Das ging zulasten der Entwicklung der Spieler, die sich dadurch nicht so entfalten konnten, wie es nötig gewesen wäre. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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