Sonntag kommt Magdeburg

MT leistet sich im Pokal zu viele Schwächen: „Uns hat das Feuer gefehlt“

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Hatte genug Anlass, um sich über seine Mannschaft zu ärgern: Trainer Michael Roth.

Kassel. Die SG Flensburg-Handewitt? Ausgeschieden. Der THW Kiel? Ausgeschieden. Die Chance der MT Melsungen, mal wieder zum Final Four des deutschen Handball-Pokals nach Hamburg zu kommen, wäre wahrscheinlich so günstig gewesen wie lange nicht.

Umso enttäuschender, dass die Nordhessen vor heimischer Kulisse gegen den SC DHfK Leipzig nicht so auftraten, wie es sich für ein Achtelfinale gehört hätte. In der Abwehr zu passiv, im Angriff zu fahrig – die 22:27-Niederlage war die logische Konsequenz für einen schwachen Auftritt der Gastgeber.

Marino Maric

„Wir waren schlecht“, befand MT-Kreisläufer Marino Maric, „da hat das Feuer gefehlt.“ Wenn die Mannschaft nicht zur nötigen Aggressivität zurückfindet, dann wird sie auch am Sonntag ab 12.30 Uhr (Rothenbach-Halle Kassel) im wichtigen Bundesligaspiel gegen den SC Magdeburg erhebliche Probleme bekommen.

„Unser Team wirkte etwas blockiert“, bedauerte Manager Axel Geerken. Und Trainer Michael Roth erklärte: „Wir standen uns selbst im Weg.“ Die Schwächen im MT-Spiel: • Die schnell verspielte Führung: Einen 1:4-Rückstand wandelten die Melsunger in einen Drei-Tore-Vorsprung (10:7) um. Doch dann leisteten sich die Gastgeber haarsträubende Abspielfehler, die die Sachsen sofort zu Treffern aus erster und zweiter Welle nutzten.

  • Die fehlende Kompaktheit in der Deckung: Bei allem Respekt für das schnelle Positionsspiel der Leipziger – die Melsunger machten es dem Kontrahenten auch bisweilen ziemlich leicht. In der 50. Minute reichten Leipzigs Rückraumakteur Maximilian Janke ein, zwei Wackler aus, um freie Bahn zu haben und vom Kreis zum 26:19 zu treffen. Oder: Kurz nach dem Wechsel landete ein Abpraller bei Gäste-Kreisspieler Alen Milosevic – und das gegen drei MT-Verteidiger. „Die Leipziger waren handlungsschneller“, kritisierte Roth.
  • Die Fehler im Abschluss: Die Melsunger leisteten sich nicht nur etliche technische Fehler, sondern warfen auch den gegnerischen Schlussmann Milos Putera regelrecht warm. Der Torhüter kam auf 16 abgewehrte Würfe. Bereits in der vierten Minute zeichnete er sich mit einer Doppelparade gegen Lasse Mikkelsen und Michael Allendorf aus. Einzig Außen Tobias Reichmann erreichte unter den Augen von Bundestrainer Christian Prokop Normalform.
    Dagegen waren die Sachsen wesentlich effektiver. „Wir waren von allen Positionen gefährlich“, bilanzierte der DHfK-Coach André Haber. Dabei hatte sein Team noch das schwere Spiel vom Sonntag in Magdeburg in den Knochen. „Es ist herausragend, wie unsere Mannschaft die Aufgabe gelöst haben“, lobte Leipzigs Manager Karsten Günther.
  • Das lahme Gegenstoßspiel: Nach Ballgewinnen seiner Mannschaft wedelte Roth wiederholt heftig mit den Armen – doch seine Schützlinge kamen dennoch nicht mit Schwung in die erste, zweite und dritte Welle. Sinnbildlich: Finn Lemke schaffte es diesmal nicht, die nötigen Impulse zu geben – an einem Abend, an dem das Feuer fehlte.

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