1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

„Ich probiere es weiterhin“ - Verletzter Finn Lemke und ein Spiel der MT Melsungen gegen Ex-Klub TBV Lemgo

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Gut gelaunt auf der Tribüne: Melsungens langzeitverletzter Rückraumakteur Finn Lemke mit der MT-Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdecke.
Gut gelaunt auf der Tribüne: Melsungens langzeitverletzter Rückraumakteur Finn Lemke mit der MT-Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdecke. © Andreas Fischer

Der langzeitverletzte Handball-Profi Finn Lemke von der MT Melsungen spricht über seine Situation vor dem Heimspiel heute gegen seinen Ex-Klub TBV Lemgo Lippe.

Kassel - Heute sind es genau 15 Monate. So lange ist es her, dass Finn Lemke zum letzten Mal ein Spiel für den Handball-Bundesligisten MT Melsungen absolvierte. Am 26. September 2021 knickte er unglücklich in der Partie gegen den TuS N-Lübbecke um und verletzte sich schwer am rechten Sprunggelenk. Zwar kam der 30-Jährige mittlerweile schon unters Messer, spürbare Verbesserung trat seither nicht ein.

Entmutigen lässt sich der 2,10-Meter-Hüne aber nicht. „Ich probiere es weiterhin“, sagt Lemke. Exakt 15 Monate nach seinem bitteren Ausscheiden steht für die MT eine Partie an, die er nur zu gern auf dem Feld erleben würde. Am Montag ab 18 Uhr gastiert der TBV Lemgo Lippe in der Kasseler Rothenbach-Halle – der Klub, bei dem er zum Profi und zum deutschen Nationalspieler wurde. „Dass ich da nicht dabei sein kann, bedauere ich noch etwas mehr als bei jedem anderen Spiel“, erklärt Lemke.

Zudem weiß er aus seiner langen Karriere, dass die Begegnungen kurz vor und während der Festtage absolute Höhepunkte in einer Saison sind. Die aufgeheizte Stimmung beim Pokal-Achtelfinale der MT am Mittwochabend gegen die Rhein-Neckar Löwen ließ den Langzeitverletzten auf der Tribüne nicht kalt. „Ich war mal wieder richtig aufgeregt“, stellte Lemke fest. Erstmals überhaupt waren bei einem Melsunger Heimspiel mehr als 4400 Zuschauer dabei.

Gegen Lemgo wird der gebürtige Bremer seinem Team auch wieder aus Reihe eins kräftig die Daumen drücken. Mit Tipps für seine Kollegen hält er sich ganz bewusst zurück. Zum einen ist er an der Mannschaft nicht mehr so nah dran. „Ich bin nicht jeden Tag im Training dabei“, sagt Lemke. Zum anderen kann er taktisch nicht viel beisteuern. „Ich bin zu wenig von Parrondo geschult worden“, meint der 30-Jährige, der sich kurz vor der Verpflichtung des spanischen Trainers verletzt hatte.

Hintergrund: Seit 15 Jahren in der Rothenbach-Halle

Wenn die MT am heutigen Montag ab 18 Uhr den TBV Lemgo Lippe empfängt, dann gibt es schon vor dem Anwurf etwas zu feiern. Denn genau 15 Jahre tragen die Melsunger dann ihre Heimspiele in der Rothenbach-Halle aus. Im Dezember 2007 zog der Bundesligist aus der Rotenburger Meirotels-Halle auf das Kasseler Messegelände um. Zum Einstand kassierte die MT eine 31:36-Niederlage gegen den THW Kiel. 4300 Fans waren bei der Premiere dabei. Zudem verfolgten 1700 Anhänger die Partie in einer Halle nebenan beim Public Viewing. 

Lemke unterstützt die MT auf anderen Ebenen. Vor Kurzem war er in Arnsberg, um mit teilweise geistig eingeschränkten Kindern eine komplette Übungs- und Spaßeinheit zu absolvieren. Der Ehemann und zweifache Familienvater wird für seine hohe soziale Kompetenz geschätzt.

Für die Partie der Melsunger gegen Lemgo erhofft er sich eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Auftritt gegen die Löwen. „Wir dürfen uns nicht so viele technische Fehler erlauben und brauchen eine bessere Chancenverwertung“, erklärt der Europameister von 2016. Es ist das letzte Spiel der Melsunger in diesem Kalenderjahr.

Danach haben die MT-Profis einige Tage frei. Für die Nationalspieler geht es jedoch schon Anfang Januar zu den Auswahlteams – die Vorbereitung auf die am 12. Januar beginnende Weltmeisterschaft in Polen und Schweden steht an. Lemke kann sich an Jahre erinnern, als es schon vor Silvester zur Nationalmannschaft ging: „Jetzt haben die Jungs die Chance, ein bisschen runterzukommen. Das ist wichtig.“ (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare