Schnellcheck: Melsunger Handballer müssen sich St. Raphael 26:30 geschlagen geben

MT Melsungen verliert in Frankreich

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Die MT gastierte am Samstagabend in St. Raphael. Dieses Bild, das 45 Minuten vor dem Anwurf entstand, zeigt die Fahnen der Nationen, die an dem Duell beteiligt sind. Die Mannschaften kamen aus Frankreich und Deutschland, die Offiziellen aus Belgien und Norwegen.

St. Raphael. Die MT Melsungen ist mit einer Niederlage in die Runde der letzten Acht im Handball-Europapokal gestartet. Bei St. Raphael Var HB verlor der Handball-Bundesligist im Europapokal-Viertelfinale 26:30 (14:15).

Wie ist dieses Resultat zu bewerten?

Aus Melsunger Sicht? Sehr gefährlich. Zumal die Franzosen nach den Eindrücken aus dem ersten Vergleich so hoch einzuschätzen sind, dass sie auch im Rückspiel am kommenden Samstag ab 20 Uhr in Kassel einiges ausrichten können.

Wie war denn das Spiel im Palais des Sports JF Krakowski? 

Am Nachmittag hatten die Füchse aus Berlin mit dem 30:25-Erfolg in ihrem Viertelfinal-Hinspiel im ungarischen Tatabanya gezeigt, wie es gemacht wird. Doch das MT-Team fand nicht gut ins Spiel. Zwar brachte Johannes Sellin die Gäste noch einmal mit 5:4 in Führung, aber dann tat sich der Bundesligist schwerer gegen die Abwehr der Hausherren um den tunesischen Routinier Wissem Hmam. Die Folge: St. Raphael provozierte Fehler der nordhessischen Angreifer und erarbeitete sich etliche Konterchancen. Ein 8:8 wandelten die Franzosen in einen Vier-Tore-Vorsprung um. (12:8, 22.).

MT-Coach Michael Roth sah einiges, was ihm nicht gefallen konnte. Immerhin: Kurz vor der Pause schaffte Melsungen wieder den Ausgleich: Es trafen Johannes Golla, Michael Müller, Michael Allendorf und Timm Schneider (12:12, 27.). Immer wenn sie ohne große Schnörkel spielten, waren die Roth-Schützlinge gefährlich.

So war die Aufgabe für den zweiten Durchgang klar: konzentriert bleiben und auf die eigenen Stärken besinnen. Doch die Wirklichkeit sah so aus: Auf einen klug vorgetragenen Angriff folgten bei den Gästen zwei missratene.

Dabei versuchte Roth alles. Marino Maric, erstmals nach viermonatiger Verletzungspause dabei, musste nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Angriff ran. In der 41. Minute geriet die MT mit 17:23 ins Hintertreffen.

So ging es mehr oder weniger nur noch darum, nicht zu hoch verlieren. Die Nordhessen zeigten – gestützt auf einen sich steigernden Johan Sjöstrand im Tor – zumindest Moral. Jeffrey Boomhouwer gelang nach einem Konter der 25:26-Anschlusstreffer (55.). Ärgerlich aus Sicht der Melsunger, dass der Rückstand noch einmal anwuchs.

War das Ergebnis leistungsgerecht? 

Absolut, weil sich die Melsunger nicht mit Ruhm bekleckerten und die Mannen von der Mittelmeerküste einige richtig starke Spieler im Kader haben.

Wer war der Mann des Abends? 

St. Raphaels Linksaußen Raphael Caucheteux ist nicht nur wegen seiner 2,02 m Körpergröße eine imposante Erscheinung. Er ist auch ein exzellenter Schütze – und das zeigte er gegen Melsungen eindrucksvoll mit neun Treffern. .

Wie war die Stimmung in der Halle? 

Also: Vor der Halle war es laut – da empfing eine Rockgruppe die Besucher, unter anderen 20 mitgereiste Melsunger Anhänger. Im Palais des Sports selbst blieben etliche Plätze leer. Was irgendwie auch keine Überraschung war, denn viele Menschen entschieden sich angesichts des großartigen Wetters an der Côte d’Azur lieber für einen Strandspaziergang als für einen Abend in einer Halle mit stickiger Luft.

Doch die 1800 Fans, die gekommen waren, sorgten für eine gute Atmosphäre. Als ihr Team auf die Siegerstraße eingebogen war, gab es auf den Rängen das Huj, was die Isländer bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich in den Stadien zelebrierten.

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