Interview

„Viel besser geht es nicht“ - Fahlgren über seine Rückkehr aufs Spielfeld

Da geht’s lang: Patrik Fahlgren (rechts) unterstützte in den vergangenen Wochen Trainer Michael Roth (links) auf der Ersatzbank. Bald wird der Schwede wieder für die MT auflaufen. Foto: Pollex

Kassel. Fast genau acht Monate ist es her, dass Patrik Fahlgren im Heimspiel der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin einen Kreuzbandriss erlitt. Seit geraumer Zeit trainiert er wieder mit dem Team der MT Melsungen.

Wir haben mit dem 30-Jährigen über ein mögliches Comeback in der Partie am Mittwoch ab 20.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den HSV Hamburg sowie die erfreuliche Entwicklung der Mannschaft gesprochen.

Herr Fahlgren, was halten Sie von Puzzlespielen? 

Patrik Fahlgren: Ich finde solche Spiele eher langweilig.

Gestatten Sie dennoch die Frage: Inwieweit sind Sie das fehlende Puzzleteil bei der MT? 

Fahlgren: Da antworte ich erst mal mit einer Gegenfrage. Wie kann uns etwas fehlen, wenn wir so erfolgreich sind wie noch nie zuvor? Das ist unsere beste Saison, wir sind als Tabellenzweiter nach Kiel gefahren. Viel besser geht es nicht.

Ohne Frage: Die Mannschaft spielt eine überragende Saison. Was ihr aber manchmal etwas fehlt, ist die ordnende Hand im Angriff, ein Spieler, der auch mal das Tempo wechselt? 

Fahlgren: Ich würde in unserer Situation nicht so sehr nach Fehlern suchen. Klar ist allerdings ist auch: Wenn ich zurückkehre, will ich eine Rolle im Team haben. Ich will nicht einfach nur mitspielen, ich will durch Leistung überzeugen.

Ihr Comeback nach langer Pause rückt näher. Wie geht es Ihnen zurzeit? 

Fahlgren: Ich stehe jetzt seit ein paar Wochen im Mannschaftstraining. Es ist schön zu sehen, dass es Woche für Woche aufwärts geht. Andererseits merke ich schon, dass es Zeit braucht, nach sieben Monaten ohne Handball reinzukommen. Nicht nur das operierte Knie muss sich an die Belastung gewöhnen, sondern der ganze Körper. Hinzu kommt das Mentale: Fühle ich mich bereit, oder nicht?

Wer Sie in den vergangenen Monaten erlebt hat, hatte nicht den Eindruck, dass Ihnen diese Leidenszeit sonderlich zugesetzt hat. Täuscht das? 

Fahlgren: Anfangs war ich natürlich enttäuscht. Aber ich habe mich rasch gefunden und wieder nach vorn geschaut. Ich habe mir gesagt: Es lohnt nicht, darunter zusammenzubrechen, ich mache das, was die Ärzte und Therapeuten sagen. Ich arbeite daran, so gut wie möglich zurückzukehren. Es spielt keine Rolle, ob es drei Wochen schneller passiert, oder nicht.

Welche Gedanken sind Ihnen durch den Kopf geschossen, als Nenad Vuckovic in Kiel vom Feld humpelte? 

Fahlgren: An meine Situation habe ich da nicht gedacht. Unser Trainer kam aber zu mir und hat erklärt: „Auch wenn Nenad jetzt ein, zwei Spiele vielleicht fehlt, du musst dir keinen Druck machen. Mach einfach so weiter wie bisher.“

Werden Sie am Mittwoch auf der Bank sitzen? 

Fahlgren: Das ist noch vollkommen offen. Warten wir mal, wie ich mich am Dienstag fühle.

Sie haben Trainer Michael Roth und Co-Trainer Mile Malesevic zuletzt auf der Bank intensiv unterstützt. Welche Erwartungen knüpfen Sie an die Begegnung mit dem HSV? 

Fahlgren: Wir müssen so weitermachen wie bisher. Wir haben ein Konzept gefunden, was richtig gut passt. Jetzt haben wir ein starkes Kollektiv und arbeiten 60 Minuten Handball.

Inwieweit waren es in Kiel ein paar Fehler zu viel? 

Fahlgren: Sicher, wir haben in der zweiten Halbzeit einige klare Möglichkeiten liegen gelassen. Ich bin aber nicht unzufrieden. Wir waren bis zur 58. Minute dran. Das heißt, dass wir auch vieles gut gemacht haben.

Zur Person

Patrik Fahlgren, 30 Jahre, kam 2011 aus Flensburg zur MT Melsungen. Der langjährige schwedische Nationalspieler spielte in seiner Heimat für Sävehof. Zusammen mit Flensburgs Tobias Karlsson und dem Ex-Hamburger Oscar Carlén hat er in Schweden ein Unternehmen, das Unfallversicherungen für Profihandballer vermittelt. Fahlgren ist ledig.

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