1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

31:28-Erfolg in teilweise wildem Spiel gegen Minden: Viele Geschenke – aber ein MT-Sieg

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Agustin Casado (links) und Tim Stoyke.
Komm, ich nehm" dein Trikot mit: Melsungens Agustin Casado (links) im Duell mit Mindens Tim Stoyke. © Dieter Schachtschneider

Das fünfte Mal erzielte Handball-Bundesligist MT Melsungen in dieser Saison 30 oder mehr Tore. Das reichte für einen 31:28-Heimsieg gegen GWD Minden. Mehrfach lagen die Nordhessen dabei bereits deutlich vorn, verspielten ihre Führungen aber immer wieder.

Kassel - Fünf Minuten lang zeigte die MT-Defensive das, was man mittlerweile von ihr erwartet: Konzentriert und aggressiv zwang sie Minden in lange Passphasen, provozierte Ballverluste. Kai Häfner und Aidenas Malasinskas per Siebenmeter hatten die Melsunger 2:0 nach vorn gebracht. Doch nach diesen fünf Minuten wurde es ein ungewohntes Spiel in der mit 3118 Zuschauern besetzten Rothenbach-Halle. Die Gäste drehten vor allem wegen ihrer Gegenstöße den Spielstand, lagen in der siebten Minute 4:3 vorn. Es ging hin und her. Treffer hier, Treffer da. Es wurden vorweihnachtliche Geschenke verteilt.

Erst, als MT-Coach Roberto Garcia Parrondo in der 14. Minute zwei Wechsel vornahm, das so gut harmonierende Duo Agustin Casado sowie Arnar Freyr Arnarsson brachte, änderte sich etwas am Rhythmus der Partie. Auf einmal hatten die Angriffe der MT Zug und Idee. Erst stellte das Heimteam von 7:7 auf 9:7 – das 8:7 war dabei der erste Melsunger Treffer über den Kreis und von Arnarsson. Nach einer Zeitstrafe gegen Mindens Doruk Pehlivan spielte Parrondos Team dann die Überzahl mehrfach glänzend aus, ging auf 15:10, 16:11 und 17:12 davon (26.).

Großen Applaus gab es, als der Brasilianer Rogerio Moraes in der 28. Minute das Spielfeld betrat. Der Kreisläufer und Abwehrstratege war zweieinhalb Monate wegen eines Sehnenrisses im rechten Daumen ausgefallen. Weil Ivan Martinovic noch nicht wieder dabei war, fehlten dennoch fünf MT-Spieler, neben Martinovic auch Finn Lemke, Timo Kastening, David Mandic und Domagoj Pavlovic. Ein in Kassel bekannter Name stand bei den Gästen auf dem Spielberichtsbogen: Gil Kunkel, Bruder des Ex-Melsungers Yves Kunkel. Gil Kunkel, 17 Jahre alt, kam anders als der junge Jan Waldgenbach auf MT-Seite, der erstmals im Kader stand, auch zum Einsatz.

Nach diesem stärkeren Abschnitt der Melsunger wurde es zum Ende des ersten Durchgangs wieder wild, 19:16 lag die MT zwar in Führung, dieser Halbzeitstand ist aber einer, den man in der Rothenbach-Halle derzeit eher selten zu sehen bekommt. Über weite Strecken war diese Hälfte eine der löchrigen Defensiven. Ganz nach dem Motto des Weihnachtsklassikers: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“ Adam Morawski, der wie in Kiel den Vorzug vor Nebojsa Simic bekam, konnte an seine Klassevorstellung beim THW erst einmal nicht anknüpfen.

Dennoch: Zumindest vom Ergebnis lief für die MT alles nach Plan. Dimitri Ignatow und Casado brachten das Heimteam nach der Pause wieder fünf Tore nach vorn. Ein gemütlicher Winterabend? Kein Stück. Casado vergab einen Siebenmeter, Florian Drosten scheiterte ebenfalls an Malte Semisch, dazu ein abgefangenes Anspiel – 22:20 nur noch (38.). Die Melsunger hatten Semisch nun warmgeworfen. Und sie zeigten nun ihre Schwächen in der Offensive. So holten sie die Gäste zurück ins Spiel. Eine Viertelstunde vor dem Ende führte die MT mit einem Treffer, der Vorsprung war innerhalb kürzester Zeit wie Schnee im Frühling geschmolzen.

Weil Morawski nun immer besser wurde, schaffte es Melsungen, sich ein weiteres Mal abzusetzen. Andre Gomes stand gefühlt zehn Sekunden in der Luft und erzielte das 29:24 (52.). War das nun genug für den fünften Heimsieg dieser Spielzeit? Es reichte! Weil Morawski weiter die Hände an den Bällen hatte. Und weil den Gästen die Kraft ausging. Bis zum Ende kamen nur noch zwei MT-Treffer hinzu. Aber es stand auch ein 31:28-Sieg im vorletzten Heimspiel vor Weihnachten. (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare