Die Geschichten eines MT-Trios: von Sjöstrand, Allendorf und Boomhouwer

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Machte viel Betrieb: Melsungens Jeffrey Boomhouwer (links, hier gegen Jan Artmann).

Kassel. Beim 29:22-Erfolg in der Handball-Bundesliga gegen den Bergischen HC gab es erneut eine Gala von Torwart Johan Sjöstrand. Doch es gerieten noch einige weitere Kollegen in den Blickpunkt: ein Jubilar im Pech und ein guter Ersatz.

JOHAN SJÖSTRAND

Der Auftritt: 19 Paraden standen für den Schweden zu Buche – das bedeutet annähernd 50 Prozent gehaltene Bälle: Weltklasse. „Mit unserer ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. In der zweiten Hälfte sah das viel besser aus, auch bei mir“, sagte Sjöstrand eher bescheiden. Unter einer Vielzahl großartiger Reflexe ragte der gehaltene Siebenmeter von Alexander Oelze (47.) heraus,

Vor einem weiteren Strafwurf der Gäste in der vorletzten Minute verließ der 28-Jährige für René Villadsen den Kasten und kehrte auch nicht mehr zwischen die Pfosten zurück. Zwar ließ sich der Däne danach auch nicht überwinden. „Unser Trainer hatte aber eh gesagt“, erklärte Sjöstrand, „dass wir für die Schlussphase wechseln werden.“ Klar, sein Tagwerk hatte er vollbracht.

Der nächste Weg führt ihn ? Nach Malmö. Da die MT-Profis während der Länderspielpause drei freie Tage bekommen haben, reist der Schlussmann in sein Heimatland. Dort sind einige von insgesamt acht Trabern untergebracht, die ihm zusammen mit ein paar Freunden gehören. Seine Liebe für Pferde rührt aus seiner Kindheit, als er mit seinem Vater oft Galopprennen im Fernsehen verfolgt hat: „Ich mag aber generell Tiere.“ Die Teilnahme an einem Lehrgang der schwedischen Auswahl sagte Sjöstrand ab.

MICHAEL ALLENDORF

Der Auftritt: Sein 300. Pflichtspiel – mehr hat kein Kollege im Team – fand in der elften Minute ein jähes Ende. Er war im Zweikampf mit Fabian Gutbrod am Trikot des Widersachers im wahrsten Sinne des Wortes kleben geblieben. Mit der Folge, dass plötzlich ein Finger komplett abstand: ausgekugelt. Sofort rief er Physiotherapeutin Jenny Bajerke, damit diese ihn zurechtrückt. „Denn Schmerzen hatte ich noch nicht“, berichtete der Linksaußen. Doch es gelang ihr nicht. Erst Dr. Caspar Töllner, der Vertreter von Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch, hatte Erfolg. Anschließend verfolgte Allendorf das Geschehen von der Bank aus und freute sich, dass das Team den Sieg errang.

Der nächste Weg führt ihn ? In die Arztpraxis, damit der Finger geröntgt werden kann – eine Vorsichtsmaßnahme.

JEFFREY BOOMHOUWER

Der Auftritt: Der Niederländer musste für Allendorf ran. Einmal mehr war auf Boomhouwer Verlass. Sechs Treffer gingen auf sein Konto. Damit war er zusammen mit Rechtsaußen Johannes Sellin zweitbester Werfer im Team. „Ich hätte zu gern noch ein, zwei Einfache reingemacht, einmal vom Kreis, einmal beim Siebenmeter“, erklärte der quirlige Angreifer. Allerdings sorgte er für das schönste Tor des Abends: Beim 29:22 überlistete er BHC-Torwart Björgvin Pall Gustavsson mit einem raffinierten Drehwurf über dessen Kopf.

Der nächste Weg führt ihn ? Nach Almere. In der holländischen Stadt muss der Nationalspieler bereits am Mittwoch im Rahmen der Qualifikation für die WM 2017 gegen Luxemburg ran. „Da“, sagte Boomhouwer schmunzelnd, „will ich natürlich meine aktuelle Siegesserie fortsetzen.“

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