Viel Hingabe, gutes Gefühl

MT Melsungen: Vier Bundesliga-Spieler mit Nationalteams unterwegs 

+
Fünffacher Torschütze: Melsungens Tobias Reichmann. 

Nach dem letzten Punktspiel im Oktober müssen vier Nationalspieler des Handball-Bundesligisten MT Melsungen Partien in der EM-Qualifikation bestreiten. 

Der Kapitän war als erster MT-Handballler in der Kabine. Finn Lemke gab noch schnell ein paar Autogramme kurz vor der Mixed-Zone, ehe er direkt unter der Dusche verschwand. Es war ja nicht so, dass der Hüne die Ovationen der Melsunger Fans nach dem 26:23-Sieg über den Bergischen HC nicht genossen hätte. Er war nur „einfach platt“.

Obwohl er wegen einer Bronchitis seit dem Pokalerfolg in Wetzlar nicht trainiert hatte, schickte ihn Trainer Heiko Grimm in den letzten zehn Minuten auf das Parkett. Sein guter Vertreter Philipp Müller hatte schon zwei Zeitstrafen auf dem Konto – die nächste Hinausstellung hätte für den Routinier die Rote Karte bedeutet. So musste Lemke ran.

„Ich kann nur den Hut vor Finn ziehen“, lobte Torjäger Julius Kühn die Einsatzbereitschaft seines Kollegen, mit dem er auch die nächste Woche zusammen verbringen wird. Bundestrainer Christian Prokop hat gerufen – und die Nationalspieler sind in den EM-Qualifikationsspielen in Wetzlar gegen Israel (Mittwoch) und im Kosovo (Sonntag) gefordert. Von der MT ist neben den beiden Rückraumakteuren außerdem noch Rechtsaußen Tobias Reichmann eingeladen.

„Wir reisen mit viel Selbstbewusstsein“, betonte Lemke. Die jüngsten Siege steigerten bei den Nordhessen das Vertrauen in die eigene Stärke. Die unerwartete Pleite in Minden ist fast vergessen. „Das war eine kritische Phase. Wir waren nicht diszipliniert genug“, sagte Kühn rückblickend. Es waren am vergangenen Montag deutliche Worte in der Mannschaftssitzung gefallen. „Wir haben es geschafft, diese bittere Niederlage schnell aus den Köpfen zu bekommen“, erklärt Reichmann zufrieden. Tatsächlich präsentierte sich die MT in den beiden Partien dieser Woche als Einheit – und weder das Derby noch das Heimspiel gegen die Bergischen Löwen waren Selbstläufer. Melsungen musste kämpfen – und tat dies auch.

Zuverlässigr Rückhalt: Nebojsa Simic.

Speziell die Hintermannschaft verdiente wieder ein großes Lob. „Wir haben in beiden Partien eine gute Abwehr hingestellt“, befand Kühn. Die 6:0-Deckung arbeitete mit so viel Hingabe, dass es Torwart Nebojsa Simic bei einigen Würfen etwas leichter hatte.

„Wir haben dem Gegner nicht viele Würfe von außen gelassen. Damit haben wir uns beim BHC in diesem Duell viel Respekt verschafft“, bemerkte der Montenegriner zufrieden. „Und bei Bällen von acht, neun Metern“, sagte Simic schmunzelnd, „gehöre ich wohl nicht zu den schlechtesten Torhütern in der Liga.“ Reihenweise hatte er die Würfe der Rückraumschützen im ersten Abschnitt aus den Winkeln geholt.

Für Simic gilt dasselbe wie für Kühn, Lemke und Reichmann – er fährt mit einem guten Gefühl zur Nationalmannschaft. Mit seinem Heimatland spielt er in der EM-Qualifikation am Mittwoch zunächst gegen die Färöer Inseln. Vier Tage später gastieren die Montenegriner in der Ukraine – auch dort geht es um wichtige Punkte.

Überraschend nicht nominiert wurden von der MT die beiden Kroaten Marino Maric und Domagoj Pavlovic. Sie sind in Melsungen geblieben und absolvieren mit dem Bundesligisten am Mittwoch ein Freundschaftsspiel beim HSC Zierenberg. Danach hat das Team vier Tage frei. Erst am 4. November geht es in der Bundesliga mit der Partie bei der TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Lesen Sie dazu: ARD und ZDF übertragen - Kein TV-Blackout bei Handball-WM 2019

Der aktuelle Stand der Handball-Bundesliga

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.