Samstag bei der MT

Kindersegen beim Bundesligisten der HSG Wetzlar

Kai Wandschneider

Wetzlar/Melsungen. Falls Kai Wandschneider später einmal Geschichten aus seinem Leben als Bundesliga-Trainer erzählen soll, dann wird die Handball-Saison 2013/2014 breiten Raum einnehmen. Dann wird er berichten, dass er als Coach der HSG Wetzlar innerhalb eines Spieljahres nicht einmal annähernd alle Akteure zur Verfügung hatte.

Und dass sich bei ihm in der Vorbereitung auf das Hessenderby bei der MT Melsungen (Sa. 20.15 Uhr, Kassel) sogar gleich eine ganze Reihe Spieler vorübergehend vom Training befreien ließen. Ein Blick ins HSG-Lager.

AUSFÄLLE BESONDERER ART

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Wandschneider. Gleich vier Akteure mussten in der Vorwoche passen, weil ihre Frauen Kinder zur Welt brachten: Als Erster war Jens Tiedtke am Montag Vater eines Jungen geworden, Steffen Fäth und Adnan Hermandic folgten am Dienstag als Väter eines Mädchens und eines Jungen. Regisseur Ivano Balic komplettierte das Quartett am Sonntag als Vater eines Jungen und weilte deshalb am Mittwoch immer noch in seiner Heimat Kroatien. Ebenso zu diesem Zeitpunkt nicht beim Team: Fäth, der genauso wie die MT-Profis Felix Danner und Michael Allendorf mit der Nationalmannschaft in Österreich im Einsatz war.

LANGFRISTIGE AUSFÄLLE

Es fing im Sommer vergangenen Jahres mit Adnan Harmandic (Daumenbruch) und dem Ex-Melsunger Daniel Valo (Kreuzbandriss) an – und die Hiobsbotschaften nahmen kein Ende. Auf die Liste der Spieler, die gleich über etliche Wochen fehlten (beziehungsweise noch fehlen), kamen noch viele weitere prominente Namen: Steffen Fäth (Innenbandriss), Dennis Krause, Kevin Schmidt (beide Rückenverletzung), Kristian Bliznac, Tobias Reichmann (beide Muskelfaserriss) und Magnus Dahl. Der Torwart hatte zu Beginn der Runde eine schwierige Augenverletzung erlitten, weshalb der Verein sogar den spanischen Routinier Jose Hombrados vorübergehend als Ersatz ausgeliehen hatte.

Um die Lage weiter zu entschärfen, stattete die HSG Wetzlar Anfang Februar Marc Pechstein vom TV Hüttenberg mit einem Zweitspielrecht aus. Nun ist der Ex-Berliner (Innenbandriss) für acht Wochen außer Gefecht gesetzt.

VIELE NEUE GESICHTER

Dass diese Unwägbarkeiten ausgerechnet in einem Jahr auftreten, da Wetzlar einen großen Umbruch vollzieht, ist für die HSG besonders bitter. Wichtige Strategen wie die Müller-Zwillinge Philipp und Michael (zur MT) und Alois Mraz (Hüttenberg) gingen, insgesamt zehn Leute kamen - darunter sind mit Balic (Atletico Madrid), Kent-Robin Tönnesen (Sävehof), dem Ex-Eisenacher Evars Klesniks (Minden) und Carlos Prieto (Schaffhausen) international-erfahrene Spieler.

WEITERE PERSONALIEN

Als Abgänge nach dieser Serie stehen der Slowake Valo und der Nationalspieler Reichmann (zum polnischen Spitzenverein Kielce) fest. Wobei der Rechtsaußen durch den französischen Europameister Guillaume Joli mehr als gleichwertig ersetzt wird. Verpflichtet wurde zudem Maximilian Holst (aus Großwallstadt), den Wandschneider schon aus Dormagener Zeiten kennt. „Weiteres hängt vor allem davon ab, ob Balic bei uns bleibt“, weiß Wandschneider. Momentan beschäftigt sich der Trainer allerdings damit, wer am Samstag einsetzbar ist. Foto: Hahn/nh

Von Björn Mahr

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