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Vor Handball-Bundesligaspiel MT Melsungen gegen HSV Hamburg: Jan Forstbauer vergleicht seine beiden Ex-Klubs

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Von: Björn Mahr

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Auch sie stehen heute Abend im Fokus: Hamburgs Torwart Johannes Bitter (linkes Bild), Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson (Mitte, gegen Gummersbachs Stepan Zeman) und HSV-Trainer Torsten Jansen.
Heute Abend gefordert: Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson (links, hier gegen Gummersbachs Stepan Zeman). © Andreas Fischer

Er spielte für beide Klubs: Heute vergleicht Jan Forstbauer, Handball-Profi des BundesligistenTVB Stuttgart, seine Ex-Klubs MT Melsungen und HSV Hamburg.

Kassel – Das zweite Saisonspiel steht an – und erstmals müssen die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen in der Kasseler Rothenbach-Halle antreten. Gegner ist heute ab 19.05 Uhr der HSV Hamburg.

Einer, der beide Vereine gut kennt, ist Jan Forstbauer. Der Rückraumspieler, der einst das Melsunger Trikot trug und in diesem Sommer vom HSV zum Ligarivalen TVB Stuttgart wechselte, hat für diese Zeitung seine beiden Ex-Teams unter die Lupe genommen.

Jan Forstbauer Früherer Melsunger
Jan Forstbauer, früherer Hamburger und Melsunger Profi. © Imago/Lobeca

Die Torhüter

Hamburgs Jogi Bitter kann immer noch Spiele fast im Alleingang gewinnen. Das hat er in der letzten Saison immer wieder bewiesen. Mit 40 Jahren ist er nach wie vor eine echte Hausnummer. Allerdings ist auch die Klasse von Nebojsa Simic hinlänglich bekannt. Zwar kenne ich den neuen MT-Torhüter Adam Morawski nur aus dem Fernsehen, da hat er aber nicht enttäuscht. Melsungen hat zwei starke Schlussleute. Dennoch erkenne ich bei keiner der Mannschaften einen echten Vorteil.

Handball Liqui Moly HBL - 1. Handball Bundesliga 2022/2023 - Handball Verein Hamburg HSVH vs. SG Flensburg-Handewitt Tor
Hamburgs Torwart Johannes Bitter. © IMAGO/Dreisicht

Die Abwehr

Dass Niklas Weller nach der Blauen Karte gegen Flensburg für das Melsungen-Spiel gesperrt ist, ist eine echte Schwächung. Er ist nicht nur Kapitän, sondern auch eine zentrale Figur in der Deckung. Jetzt müssen Azat Waliullin, Tobias Schimmelbauer und der dänische Neuzugang Andreas Magaard in der Mitte ran. Ich denke auch, dass Dominik Axmann mehr Spielzeit in der Defensive bekommen wird.

Bei der MT erkennst du in der Abwehr schon die Handschrift von Trainer Roberto Garcia Parrondo. Er steht für das spanische System und setzt darauf, dass in der Mitte verdichtet wird und die Halben etwas offensiver agieren. Dafür hat er auch die geeigneten Spieler – mit Gleb Kalarash, Arnar Freyr Arnarsson und dem aus Lissabon geholten Brasilianer Rogerio Moraes. Melsungen stellt einen massiven Block.

Der Angriff

Der HSV hat beim 30:31 gegen die SG Flensburg-Handewitt ein gutes Spiel gemacht. Mit dem Holländer Dani Baijens ist ein guter Spielmacher dazugekommen. Mit ihm und Leif Tissier haben die Hamburger einige Optionen. Wobei ich denke, dass es für jeden Gegner auch unangenehm ist, wenn sie zusammen auf der Platte stehen. Ansonsten zeichnet sich das Team dadurch aus, dass es immer seinen Stiefel herunterspielt. Mein Nachfolger Jacob Lassen hat auf Halbrechts gute Anspiele gezeigt und war auch selbst sehr torgefährlich. Der HSV kann im Rückraum absolut aus dem Vollen schöpfen. Ein extrem wichtiger Spieler ist Linksaußen Casper Mortensen. Er nimmt sich die kleinen Winkel und ist beim Siebenmeter eiskalt. Allerdings muss er gut eingesetzt werden.

Während der HSV schon gut eingespielt wirkt, sah das bei den Melsungern doch anders aus. Die Mannschaft wurde gut verstärkt, muss sich aber erst noch finden. Agustin Casado ist ein großartiger Handballer, muss sich jedoch erst noch akklimatisieren. Gleiches gilt für Aidenas Malasinskas. Ich finde, dass der MT der Isländer Elvar Örn Jonsson sehr fehlt. Bitter für Melsungen, dass Julius Kühn wochenlang ausfallen wird.

Auch sie stehen heute Abend im Fokus: Hamburgs Torwart Johannes Bitter (linkes Bild), Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson (Mitte, gegen Gummersbachs Stepan Zeman) und HSV-Trainer Torsten Jansen.
HSV-Trainer Torsten Jansen. © DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Der Trainer

Hamburgs Toto Jansen kommuniziert viel mit seinen Spielern. Die Abwehr muss bei ihm passen. Die Standarddeckung ist eine 6:0-Formation. Einfache Gegentore akzeptiert er praktisch nicht. In der Offensive erwartet er, dass im Positionsangriff geduldig gespielt wird.

Zu Melsungens Trainer Parrondo als Person kann ich nicht viel sagen. Mir fällt auf, dass er großen Wert darauf legt, dass die MT seine Situationen am gegnerischen Kreis gut vorbereitet. (Björn Mahr)

Der Experte: Jan Forstbauer

Jan Forstbauer (30 Jahre) wechselte im Sommer vom HSV Hamburg zum TBV Stuttgart. Der Halbrechte stand vor seiner Zeit bei den Hanseaten unter anderem bei der MT Melsungen unter Vertrag. Der gebürtige Stuttgarter hat im Sommer geheiratet und lebt nun wieder in seiner Heimatstadt. 

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