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Vor Hessenderby MT Melsungen gegen HSG Wetzlar: Felix Danner vergleicht seine Ex-Klubs

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Von: Björn Mahr

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Morgen im Derby gefordert: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (Mitte) sowie der Wetzlarer Trainer Ben Matschke.
Morgen im Derby gefordert: Melsungens Torwart Nebojsa Simic. © DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Vor dem Hessenderby der Handball-Bundesliga zwischen der MT Melsungen und der HSG Wetzlar blickt Felix Danner auf seine Ex-Klubs - ein Teamvergleich. Anwurf ist am heutigen Sonntag um 16.05 Uhr.

Kassel - Nach dem Zweitrunden-Pokalspiel ist vor dem Hessenderby: Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt morgen ab 16.05 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle die HSG Wetzlar zu einem der prestigeträchtigsten Duelle im Oberhaus. Bereits 35 Mal standen sich MT und HSG seit dem Aufstieg der Melsunger 2005 in die erste Liga gegenüber. Die Bilanz spricht für die Nordhessen, die schon 21 Mal als Sieger das Feld verließen.

Einer, der an mehr als 20 Derbys als Kreisläufer beteiligt war, ist Felix Danner. Erst trug er lange das Trikot der MT, vor seinem Wechsel in diesem Sommer zum HBW Balingen-Weilstetten stand er für eine Saison in Diensten der Wetzlarer. Am Mittwoch scheiterte er mit den Balingern im Pokal an der HSG, heute vergleicht er für diese Zeitung seine beiden ehemaligen Klubs.

Die Torhüter

Beide Mannschaften sind zwischen den Pfosten gut aufgestellt, Melsungens Nebojsa Simic und Wetzlars Till Klimpke sind absolute Top-Torhüter. Ihr Spielstil unterscheidet sich allerdings. „Simo“ lebt von seinen Emotionen, und seine Paraden haben sogar manchmal etwas Wildes. Klimpke ist gut ausgebildet, setzt die erlernten Bewegungen konsequent um – das zeichnet ihn aus. Beide Teams haben mit Adam Morawski beziehungsweise Anadin Suljakovic noch je einen guten Schlussmann. Die größere Erfahrung haben die Melsunger Keeper.

Fazit: leichter Vorteil MT

Die Abwehr

Wetzlar hat nicht nur wegen der Verpflichtung von Erik Schmidt im Sommer noch ein bisschen Arbeit. Adam Nyfjäll und Lenny Rubin müssen sich erst an ihn als Nebenmann im Abwehrzentrum gewöhnen. Zwar ist die Stammdeckung der HSG eine 6:0-Formation, zuletzt hat sie aber viel in einer 5:1-Variante verteidigt. Und da kann sie jedem Gegner wehtun. Emil Mellegard schafft es in vorgezogener Rolle, das Passspiel des Kontrahenten empfindlich zu stören.

Die Melsunger können in der Mitte auf einen nahezu eingespielten Mittelblock bauen. Elvar Örn Jonsson, Arnar Freyr Arnarsson und Gleb Kalarash wissen genau, was im 6:0-System zu tun ist. Der MT fehlt natürlich mit dem verletzten Rogerio Moraes ein wichtiger Baustein.

Fazit: leichter Vorteil MT

Der Angriff

Die MT ist fast traditionell individuell in der Offensive gut bestückt – mit Spielern wie Agustin Casado, Andre Gomes, Kai Häfner und Ivan Martinovic. Allerdings leistet sich die MT noch einige Schwächephasen. Woran das genau liegt, lässt sich schwer sagen. Die Spielzüge sind aber eigentlich bekannt. Melsungen schmerzt natürlich das Fehlen von Julius Kühn – er spielt schon einige Jahre für das Team und hat Führungsqualitäten.

Bei den Wetzlarern geht es darum, die beiden wurfgewaltigen Halben Rubin und den aus Balingen verpflichteten Vladan Lipovina in Szene zu setzen. Die Aufgabe kommt den Spielmachern Magnus Fredriksen und Jonas Schelker zu. Bislang macht Lipovina als Halbspieler den besseren Eindruck. Rubin tut sich etwas schwer, weil er auch noch im Abwehrzentrum voll gefordert ist. Sehr erfreulich ist die Entwicklung von Wetzlars Linksaußen Lars Weissgerber.

Fazit: ausgeglichen

Die Trainer

Wetzlars Coach Ben Matschke ist ein sehr emotionaler Vertreter seiner Zunft. In schwierigen Phasen kann er sein Team sehr gut antreiben. Melsungens Roberto Garcia Parrondo ist eher ruhig an der Außenlinie. In der Abwehr hat es der Spanier geschafft, Stabilität hineinzubringen. Im Angriff ist ein richtiger Spielstil aber noch nicht so richtig zu erkennen.

Fazit: leichter Vorteil HSG

Seit dieser Saison bei der HSG Wetzlar unter Vertrag: Felix Danner, im linken Bild bei einem Testspiel in der Rittal-Arena. Das rechte
Nahm für diese Zeitung seine Ex-Klubs unter die Lupe: Felix Danner. © Imago Images/Oliver Vogler

Der Tipp

Entscheidend wird sein, wer über 60 Minuten weniger Fehler macht und sein Spiel durchdrücken kann. Wetzlar ist vom Siegeswillen etwas höher einzuschätzen. Melsungen spielt jedoch zu Hause und sollte die Partie aufgrund seiner Qualität in der Deckung mit drei, vier Toren Unterschied gewinnen.

Unser Experte: Felix Danner

Felix Danner (37) spielte von 2009 bis 2021 für die MT Melsungen. Zuvor stand der gebürtige Freiburger beim Zweitligisten Ortenau unter Vertrag. In der Serie 2021/22 war er für die HSG Wetzlar im Einsatz, ehe er im Sommer dieses Jahres zum Zweitligisten Balingen-Weilstetten wechselte. Während seiner Zeit bei der MT reifte er zum Nationalspieler (18 Einsätze). Danner ist verheiratet. Mit seiner Frau Anja hat er zwei Kinder: Nele und Leon Alexander.

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