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Vor MT Melsungen bei Frisch Auf Göppingen - „Liga spielt ein bisschen verrückt“

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Von: Björn Mahr

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Die Melsunger Nummer eins und der Torwarttrainer: Nebojsa Simic (links) mit Carsten Lichtlein.
Die Melsunger Nummer eins und der Torwarttrainer: Nebojsa Simic (links) mit Carsten Lichtlein. © Dieter Schachtschneider

Nach Wochenende der Überraschungen: Handball-Bundesligist MT Melsungen ist morgen ab 20.30 Uhr bei Frisch Auf Göppingen zu Gast.

Kassel – Das Schlusslicht schlägt den Tabellenführer. Der Viertletzte gewinnt beim Viertplatzierten. Und der Neunte setzt sich in einem Torfestival gegen den Zweiten durch. „Überraschungen hat es immer gegeben. Aber zurzeit spielt die Handball-Bundesliga ein bisschen verrückt“, sagt Carsten Lichtlein. Einer, der schon lange im Geschäft ist und seit dieser Saison als Torwarttrainer für die MT Melsungen tätig ist.

An einen Spieltag, an dem drei absolute Topklubs patzen, kann sich der Bundesliga-Rekordspieler nicht erinnern. Doch genau das war mit den Niederlagen der Füchse Berlin, des THW Kiel und der Rhein-Neckar Löwen am Wochenende der Fall. Auch die Partie der MT, die sich nach 10:14-Rückstand noch 28:22 gegen den VfL Gummersbach behauptete, passte zu den jüngsten Ergebnissen. Und wer weiß, wie sich Aufsteiger ASV Hamm heute gegen Kiel verkauft. Die Melsunger sind morgen ab 20.30 Uhr bei Frisch Auf Göppingen im Einsatz.

MT-Sportchef: Michael Allendorf.
MT-Sportchef: Michael Allendorf. © Fischer, Andreas

„Die Tabelle ist für uns zurzeit nicht so interessant“, erklärt MT-Sportdirektor Michael Allendorf, „wir sind einfach froh, dass wir gegen Gummersbach gewonnen haben. Für uns ist das Wichtigste, dass wir auf uns schauen.“ In den kommenden Tagen muss das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo zwei Begegnungen absolvieren – erst in Göppingen, am Sonntag ab 16.05 Uhr in Kassel gegen den TVB Stuttgart. Für die Melsunger ist es eine schwäbische Woche.

Aktuell kann die MT vier Pflichtspielsiege in Folge vorweisen. Dieses Kunststück gelang ihr zuletzt 2019 unter dem früheren Trainer Heiko Grimm. Damals waren es inklusive Pokal sogar sieben Erfolge am Stück. In der vergangenen Spielzeit schaffte es die MT zumindest, fünf Spiele in Folge ungeschlagen zu bleiben: Zwischen Dezember und März gab es vier Siege und ein Unentschieden.

Schon morgen wartet eine ganz knifflige Aufgabe auf den derzeitigen Tabellenzehnten. „Die Göppinger stehen in der Bundesliga unter Druck und werden alles reinwerfen“, warnt Allendorf. Als Zwölfter hat Frisch Auf drei Pluspunkte weniger auf dem Konto als die MT.

Die Hoffnungen der Gäste ruhen unter anderem auf Schlussmann Nebojsa Simic, der sich nicht nur gegen Gummersbach in Weltklasseform präsentierte. Mit einer Fangquote von 35,87 Prozent ist der Montenegriner momentan die Nummer zwei in der Bundesliga – hinter dem früheren Melsunger Mikael Appelgren (36,42) von den Rhein-Neckar Löwen. Von Lichtlein bekommt er die Rückmeldung im Spiel, die ein Torhüter braucht. Parrondo und Co-Trainer Arjan Haenen müssen alle Mannschaftsteile im Blick haben und können sich automatisch nicht in gebührendem Maße um die Männer zwischen den Pfosten kümmern. „Es wäre fahrlässig, seinen Lauf jetzt zu unterbrechen“, betont Torwarttrainer Lichtlein. Soll heißen: Simic wird auch in Göppingen beginnen.

MT-Torwart: Adam Morawski.
MT-Torwart: Adam Morawski. © Andreas Fischer

Lichtlein weiß, dass es keine leichte Situation für Neuzugang Adam Morawski ist: „Ich spreche viel mit Adam. Ich sage ihm, dass Simo keine Maschine ist und das Spiel kommen wird, in dem er für uns da sein muss.“ Die polnische Nummer eins lässt sich auch nicht hängen. „Adam ist ein Teamplayer“, lobt Allendorf, „wir werden noch viel Spaß an unserem Torhüterduo haben. Das Gesamtpaket mit Torwarttrainer passt.“ Das Zusammenspiel der Schlussleute mit der Deckung lässt passend dazu wenig Wünsche offen.

Wenn die MT zurzeit eine Baustelle haben, dann ist es der Angriff. Gegen Gummersbach erlaubten sich die Nordhessen speziell im ersten Durchgang zu viele Fehler. „Unser Team braucht eine gewisse Sicherheit“, sagt Allendorf. Gegen den VfL dauerte es bis in die zweite Hälfte hinein, ehe die Post abging. „Da hatten wir drei, vier gute Situationen am Stück, dann lief es im Angriff“, erklärt der Sportchef. Die MT sollte sich aber nicht darauf verlassen, dass es immer so läuft – das Wochenende war Warnung genug. (Björn Mahr)

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