Handball-Bundesliga

Vor Ort am Teamhotel der MT Melsungen in Kiel: Werder-Fan Finn Lemke und das Wetter im Norden

Der Hafen in Kiel: Das Wetter war – wie auch auf diesem Bild aus dem Februar 2021 – am Wochenende an der Förde sehr durchwachsen.
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Der Hafen in Kiel: Das Wetter war – wie auch auf diesem Bild aus dem Februar 2021 – am Wochenende an der Förde sehr durchwachsen.

Vor der knappen 28:29-Niederlage des Handball-Bundesligisten MT Melsungen beim THW Kiel haben wir uns in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt und am Teamhotel der Nordhessen umgeschaut.

Kiel - Die Lage des Melsunger Teamhotels in Kiel lädt förmlich zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Gegenüber vom Hauptausgang: ein großes Waldstück. Und rückseitig vom achtstöckigen Gebäude: die Kiellinie. Die beliebte Promenade im Stadtteil Düsternbrook.

Bis die heiße Phase der Vorbereitung der MT-Profis auf die Partie am Abend in der mittlerweile in Wunderino-Arena umgetauften Ostseehalle beginnt, bleibt noch viel Zeit. Große Ausflüge dürfen sie nicht machen – schon gar nicht wegen des strengen Hygienekonzepts der Handball-Bundesliga. Das Programm im Hotel legt jeder Spieler selbst fest. „Von uns gibt es nur eine Vorgabe“, erläutert MT-Assistenzcoach Arjan Haenen, „ein gemeinsamer Spaziergang am Nachmittag.“ Vor Kuchenessen, Kaffeetrinken und Videostudium mit Cheftrainer Gudmundur Gudmundsson.

Mehr als ein Beinevertreten wird es nicht. Der Himmel über Kiel ist wolkenverhangen – und immer wieder regnet es. Dass Kapitän Finn Lemke nach dem Verlassen der noblen Herberge am Meer ein bisschen so dreinschaut, als hätte es seit Wochen aus Kübeln gegossen, hat nichts mit dem Wetter zu tun. Seine Kollegen machen permanent Späße auf seine Kosten. Der Bremer möchte allerdings am liebsten gar nichts davon hören, dass Werders Fußballer gerade 0:4 gegen Mönchengladbach zurückliegen und dicht vor dem direkten Abstieg stehen. Doch immer wieder zeigen die Heinevetters und Kühns auf ihre Smartphones. „Vielleicht schaffen sie es ja noch“, hofft Lemke, als er mit seinen Kollegen zum Hotel zurück schlendert. Seine Hoffnung erfüllt sich nicht.

Gerade als die Mannschaft im Stadtzentrum an der Arena eintrifft, geht ein gewaltiger Schauer nieder. Die Spieler verschwinden schnell in den Katakomben der Halle. Und bekommen nichts davon mit, wie belebt die schleswig-holsteinische Metropole ist.

Trotz niedriger Inzidenzen an der Förde: In der Fußgängerzone gilt von 10 bis 20 Uhr Maskenpflicht. Vor den vielen Corona-Testzentren bilden sich lange Schlangen – ein negativer Test ist die Voraussetzung, um im Innenbereich der Gastronomiebetriebe einen Platz zu bekommen. Draußen geht es auch ohne. Wie Hans im Glück fühlt sich jedoch kein Gast. Die Sonnenschirme erfüllen mehr die Funktion von riesigen Regenschirmen. Zumindest versorgt das Personal die Besucher mit Wolldecken.

Die MT-Spieler verpassen nichts. Und den Spaziergang holen sie in Flensburg nach. Bei Sonnenschein. (Björn Mahr)

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