Am Donnerstag Einsatz in der Rothenbach-Halle

Vor Spiel gegen HC Erlangen: Die MT und die Rotation in den heißen Wochen 

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Blickt zuversichtlich nach vorn: MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann. 

Die MT Melsungen muss wieder ran. Am heutigen Donnerstag geht es ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den HC Erlangen. 

Als die Melsunger Bundesliga-Handballer am Sonntag in Wetzlar die Wende schafften, saß MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann auf der Ersatzbank – zumindest zeitweise. Sobald seine Kollegen das nächste Tor warfen, die nächste Torwartparade verzeichneten, sprang der 31-Jährige begeistert auf. Er hegte keinen Groll, dass ihn Trainer Heiko Grimm früh durch den jungen Dimitri Ignatow ersetzt hatte. Im Gegenteil.

„Wir haben eben nicht nur eine Formation“, sagt Reichmann, „und das ist gut für die Zukunft.“ Sein Blick ist dabei nicht nur auf das heutige Heimspiel ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den HC Erlangen gerichtet. Zumindest mit einem Auge schaut er auf das, was im Herbst auf die Melsunger noch zukommt. Zwischen dem 31. Oktober und dem 5. Dezember bestreiten die Nordhessen inklusive DHB-Pokal und Europacup neun Pflichtspiele. „Es ist jetzt schon gut zu wissen, dass wir die Belastung auf viele Schultern verteilen können“, betont Reichmann.

Trainer Grimm: Wir haben einen ausgeglichenen Kader

„Wir müssen rotieren“, fügt Grimm hinzu. Der Coach wird deshalb heute aber nicht gleich kräftig wechseln. Linksaußen Michael Allendorf hat sich allerdings nach seinem großartigen Auftritt beim 31:26-Sieg in Wetzlar einen Einsatz von Beginn an redlich verdient. „Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Ich mache mir vor jeder Partie deshalb viele Gedanken“, erklärt Grimm.

Für die heutige Begegnung hat der 41-Jährige auch die Qual der Wahl. Kai Häfner litt zwar anfangs dieser Woche unter Adduktorenproblemen und konnte nur eingeschränkt mit Athletikcoach Florian Sölter trainieren, steht aber nun wieder zur Verfügung. Selbst wenn der Ex-Hannoveraner nicht hundertprozentig fit sein sollte, bräuchten sich die Gastgeber keine Sorgen zu machen. Sie haben noch Stefan Salger in der Hinterhand.

„Stefan hat immer gut gespielt, sobald er reingekommen ist“, lobt der erfahrene Reichmann. Zudem gehört zur Serie von sechs Melsunger Siegen in Folge auch Salgers Ritual, dass Salger vor jedem dieser Spiele in seinem Kasseler Lieblingsrestaurant Curry mit Hühnchen bestellte. „Wenn er daran glaubt, soll er diesen Ablauf gern beibehalten“, erklärt Reichmann schmunzelnd.

Nach dem Duell mit Erlangen entschwinden mehrere MT-Profis in Richtung Nationalmannschaft

 Reichmann, Julius Kühn und Kai Häfner werden es in der kommenden Woche zweimal mit ihren kroatischen Vereinskollegen Marino Maric und Domagoj Pavlovic zu tun bekommen. Der Schweizer Roman Sidorowicz testet mit den Eidgenossen zweimal gegen Tschechien, der montenegrinische Torwart Nebojsa Simic erwartet mit seinen Landsleuten den Nachbarn Bosnien-Herzegowina.

„Zum einen wollen wir unsere Nationalspieler mit einem Sieg verabschieden“, unterstreicht Kapitän Finn Lemke den Ehrgeiz der Melsunger. „Zum anderen wollen wir diese gute Phase mit einem positiven Erlebnis abschließen.“ Bei einem weiteren Sieg hätte die MT ihre Anwartschaft auf einen Rang unter den ersten vier Teams untermauert. Da die ersten sieben Klubs dicht beisammen liegen, könnten die Nordhessen bei einer Niederlage auch rasch aus der Spitzengruppe rutschen. „Wir wollen das gute Gefühl noch länger behalten“, sagt Allendorf. Was auch mit Blick auf die nächste Auswärtspartie nicht das schlechteste wäre: In zwei Wochen geht es zum Titelfavoriten THW Kiel.

Hintergrund

Timm Schneider bezeichnet den HC Erlangen als „Wundertüte“. Auch sein Melsunger Kollege Finn Lemke warnt vor dem nächsten Gegner: „Du weißt nicht, was du bei Erlangen bekommst.“ Am Sonntag glänzte das Team des früheren Kasseler Trainers Adalsteinn Eyjolfsson mit dem 29:29 gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Es scheint, als hätten sich die Erlanger, die in der Vorbereitung ein Trainingslager in Eschwege absolviert hatten, nun gefunden. Mit Torwart Carsten Lichtlein, den Halbrechten Sime Ivic und Antonio Metzner sowie dem Ex-Kieler Sebastian Firnhaber haben sich die Franken im Sommer gut verstärkt. Den Fans in Nordhessen bestens bekannt ist der Ex-Melsunger Johannes Sellin. 

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