Melsunger nach der Niederlage fassungslos und enttäuscht

Ein Bild, das alles aussagt: Melsungens Philipp Müller kann es nicht fassen. Foto:  Lühn

Hamburg. Verkehrte Welt in der Hamburger O2 World: Zehn Minuten nach dem zweiten Halbfinale im DHB-Pokal standen die Handballer der MT Melsungen vor ihrem Fanblock, machten die Laola und ließen sich von den etwa 1000 mitgereisten Anhängern feiern.

In der gegenüberliegenden Ecke der Arena, dort, wo bis vor Kurzem noch die Fans der Füchse Berlin mitfieberten, passierte – nichts. Totenstille. Dabei hatten gerade die Hauptstädter nach dem hart umkämpften 30:28-Sieg das Finale erreicht. „Unsere Fans waren fantastisch. Das macht die Sache umso trauriger“, sagte ein niedergeschlagener Philipp Müller.

Der Melsunger schüttelte immer wieder den Kopf, blickte fassungslos zu Boden und suchte nach Worten. „Wir waren so dicht dran. Bessere Chancen wird es nicht mehr geben, ins Pokalfinale einzuziehen“, fasste Müller die Partie zusammen. Eine Niederlage in der Bundesliga sei schon schwer zu verarbeiten, „aber so eine Begegnung, so ein knappes Ende – das ist schon extrem bitter.“

Wie alle anderen MT-Akteure trauerte Melsungens Halblinker den ausgelassenen Möglichkeiten nach. Zwei vergebene Siebenmeter, fünf, sechs freie Würfe – da hätte mehr herausspringen können, ja müssen, bilanzierte Müller. „Ich selbst hab auch zwei Dinger versemmelt.“ Auf Berliner Seite stand aber einer zwischen den Pfosten, an dem die Melsunger schier verzweifelten: Silvio Heinevetter. „Was der gehalten hat, war nicht mehr feierlich“, kommentierte Müller leicht zerknirscht.

Quäntchen Glück gefehlt

Und so ließen die Nordhessen die Köpfe hängen. Zumal die Mannschaft von Trainer Michael Roth in den Schlussminuten nach einem Vier-Tore-Rückstand noch auf einen Treffer herankam (28:29). Dann hielt MT-Torwart Mikael Appelgren sogar noch einen Siebenmeter gegen Konstantin Igropulo. „Aber wo landet der Ball? Genau da, wo keiner von uns steht“, sagte Felix Danner. Da habe dann auch das Quäntchen Glück gefehlt.

Der MT-Kreisläufer gehörte nicht nur wegen seiner sieben Treffer zu den stärksten Melsungern und rang ebenfalls um Fassung. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie enttäuscht ich bin“, sagte der Nationalspieler. Ein bisschen Pech, ein bisschen Unvermögen, unterm Strich seien die Berliner etwas cleverer gewesen – so lautete Danners Fazit. Und dann sagte er noch ein Wort, das wohl jeder, der es mit der MT hält, im Kopf, im Bauch oder auf den Lippen hatte: „Scheiße!“

Zumindest hätten die Fans mit ihrer Aufmunterung nach dem Spiel etwas Balsam auf die Wunden gelegt, sagte Philipp Müller. Jetzt müssten sie die Enttäuschung erst mal sacken lassen. Und der Bart müsse ab. Den hatten sich einige Melsunger extra fürs Final Four wachsen lassen. Müller sagte: „Hat kein Glück gebracht. Das Ding kommt nachher im Hotel gleich runter.“

Von Robin Lipke

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