EHF-Pokal: Die MT Melsungen steht beim Rückspiel in Presov vor einer schweren aber lösbaren Aufgabe

Warum der Vorsprung reicht

WIll mit Melsungen den nächsten Schritt machen: Michael Müller (links) bekommt es am heutigen Samstag wieder mit den Tatran-Recken Andrej Petro (Mitte) und Dajnis Kristopans zu tun. Foto: Fischer

Melsungen/Presov. Den Handballern der MT Melsungen steht ein heißer Tanz bevor. Im Drittrunden-Rückspiel des EHF-Pokals in der Arena in Presov, wo 3000 Anhänger des gastgebenden Tatran-Teams ihre Mannschaft am heutigen Samstag ab 18 Uhr förmlich zum Sieg schreien wollen. Allerdings gibt es fünf gute Gründe, weshalb die Melsunger den Sieben-Tore-Vorsprung (31:24) aus der Hinrunde erfolgreich verteidigen und den Einzug in die im Februar beginnende Gruppenphase packen werden.

1. Gut in Form: In Erlangen gewonnen, Presov klar in die Schranken verwiesen und dann auch am Mittwoch Minden entzaubert – mit drei Pflichtspiel-Siegen in Folge unterstrichen die Melsunger ihren Aufwärtstrend. „Wir haben immer noch etwas zuzusetzen“, sagt Rückraumspieler Philipp Müller mit Blick auf den Auftritt gegen die Ost-Slowaken, bei dem er und seine Mitstreiter mit einem Zwischenspurt aus einem 20:18 ein 27:19 gemacht hatten.

2.Taktisches Geschick: Beim Hinspielerfolg schafften es Marino Maric, Michael Müller und ihre Kollegen, den hochdotierten Tatran-Rückraum um 2,15-m-Schütze Dajnis Kristopans lahm zu legen. Es ist ihnen absolut zuzutrauen, diese Leistung zu wiederholen. „Presov wird einiges gegen uns versuchen“, weiß Philipp Müller, „aber der breite, stark besetzte Kader spricht für uns.“ Normalerweise deckt das gastgebende Team in einer defensiven 6:0-Formation. Selbst wenn die David-Schützlinge von dem System abweichen sollten, wäre MT-Trainer Michael Roth nicht bange: „Erlangen und die Rhein-Neckar Löwen haben gegen uns zuletzt offensiv verteidigt und da haben wir es gut gemacht.“

3. Personal: Zwar müssen die Nordhessen auf Nenad Vuckovic (Muskelfaserriss) verzichten, ansonsten hat Roth aber alle Mann an Bord. Felix Danner (Schlag auf die Wade) und Johannes Sellin (leichte Bänderdehnung), die in der Partie gegen Minden medizinische Hilfe benötigten, konnten beim Abschlusstraining am Freitagabend in Presov wieder kräftig mitmischen. Zumal die Belastung in der Mittwoch-Begegnung nicht so hoch wie befürchtet war. „Es ist natürlich leichter“, betont Spielmacher Patrik Fahlgren, „wenn man mit zehn Toren Abstand führt und nicht um jeden Zentimeter Boden kämpfen muss.“

4. Trotzreaktion: Wenn der Kapitän ausfällt, dann bedeutet dies für seine Mannschaft eine nicht zu unterschätzende Schwächung. „Nenad wird uns sehr fehlen“, erklärt Fahlgren, der sich sonst mit Vuckovic den Part auf der Mitte teilt. Im Melsunger Lager rechnet man fest damit, dass die Akteure wegen des Fehlens ihres Spielführers noch ein paar Prozent mehr geben werden. Speziell um Fahlgren macht sich Roth keine Gedanken: „Patrik ist topfit. Für ihn ist ein Einsatz alle drei, vier Tage kein Problem.“

5. Erfahrene Schiedsrichter: Geleitet wird die Begegnung von zwei erfahrenen Unparteiischen. Ivan Pavicevic und Milos Raznatovic aus Montenegro pfiffen beispielsweise im Juni das Play-off-Spiel für die Männer-WM zwischen Russland und Litauen. Im Oktober fungierten Pavicevic/Raznatovic als Referees, als der THW Kiel in der Champions League mit 34:32 gegen La Rioja aus Spanien gewann. Auch die DHB-Auswahl machte schon Bekanntschaft mit den Montenegrinern – 2011, als sie mit 28:20 gegen Lettland (mit Presovs Dajnis Kristopans) erfolgreich war.

Von Björn Mahr

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