"Wir kennen uns seit vielen Jahren"

MT spielt um 20.15 Uhr gegen Berlin: Wenn der Gegner ein Freund ist

Volle Pulle gegen Berlin: MT-Trainer Michael Roth hat mit seinem Team am heutigen Mittwoch einiges vor. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel/Berlin. Die MT Melsungen spielt heute ab 20.15 Uhr gegen Berlin. Warum Trainer Roth davor zwei Mal mit Kollege Petkovic telefonierte.

Freundschaften unter Handball-Trainern? Nicht selten. Telefonate vor einem direkten Aufeinandertreffen? Eher ungewöhnlich. Dass Michael Roth, der Coach der MT Melsungen, nun in kurzer Zeit dennoch zweimal mit Velimir Petkovic von den Füchsen Berlin telefonierte, hatte aber auch nichts mit dem Bundesliga-Duell heute ab 20.15 Uhr (live bei uns im Radio und bei Sport1) in der Kasseler Rothenbach-Halle zu tun.

Nein, Roth wollte sich mit Blick auf das Viertelfinal-Hinspiel im Europacup am kommenden Samstag ab 20.45 Uhr bei St. Raphael Var über die Stärke der Franzosen informieren – und Petkovic hatte mit Berlin in der Gruppenphase zweimal gegen diese unbequeme Mannschaft gespielt. Wer also kann da besser helfen?

Der Austausch

„Michael und ich, wir kennen uns seit vielen Jahren. Es ist selbstverständlich, dass ich alles an ihn weitergebe, was ich über St. Raphael weiß“, betont Petkovic. „Aus den vielen Duellen, in denen es auch schon mal an der Seitenlinie zwischen uns krachte, ist eine kleine Freundschaft geworden“, sagt Roth. Einen Teil des Videomaterials, das ihm der Ex-Eisenacher zur Verfügung stellte, leitete der MT-Trainer gleich mal an seine Schützlinge weiter.

Die Vorbereitung der MT

Jetzt, unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Berlin, war die Begegnung mit den Franzosen aber kein Thema mehr. „Meine Jungs mussten sich im Fernsehen den Auftritt der Füchse am Ostersamstag ansehen. Das war ein Teil der Vorbereitung auf das Duell in der Bundesliga“, unterstrich Roth.

Velimir Petkovic

Wenn es seine Schützlinge nicht schon ohnehin wussten, so war ihnen spätestens danach klar, welche Herkulesaufgabe da am heutigen Mittwoch ansteht. Die Berliner schlugen überraschend und verdient den Meisterschaftsfavoriten Flensburg-Handewitt mit 34:32.

Die Chance der Berliner

Nun haben die Hauptstädter nur noch einen Zähler Rückstand auf den Drittplatzierten THW Kiel – es winkt ihnen ein Qualifikationsrang für die Champions League.

„Das entscheiden wir nicht allein. Kiel redet da auch noch ein Wörtchen mit“, erklärt der 61-Jährige, der in Handballer-Kreisen vor allem als „Petko“ bekannt ist. Er sei erst mal froh, dass sich sein Team stabilisiert hat. „Nach dem Erfolg gegen Flensburg versuche ich alles, mein Team am Boden zu halten.“ Nur der Langzeitverletzte Drago Vukovic fehlte am Dienstag, als der Tabellenvierte Richtung Kassel aufbrach.

Die Hoffnung der MT

Spiele zwischen Melsungen und Berlin sind immer hart umkämpft – Spannung garantiert. In den vergangenen drei Vergleichen gewann keines der beiden Teams mit mehr als drei Treffern Differenz. „An einem guten Tag können wir ein Ausrufezeichen setzen“, weiß Philipp Müller, „und aus dem Hinspiel haben wir schon noch noch eine Rechnung offen.“ Anfang Dezember war die MT trotz des kurzfristigen Ausfalls von Trainer Roth ein ebenbürtiger Gegner, unterlag aber im Fuchsbau 31:33. „Ich brauche keinen Spieler für den EHF-Pokal zu schonen, weil alle fit sind. Wir gehen gegen Berlin volle Pulle“, stellt der Coach klar. Vor einigen Wochen, als beispielsweise noch Kreisläufer Felix Danner angeschlagen war, hätte er die Prioritäten anders gesetzt. Einzig Philipp Müller setzte am Ostermontag wegen einer Viruserkrankung mit dem Training aus.

Das mögliche Wiedersehen

Sollte sich die MT gegen St. Raphael behaupten und Berlin in einem weiteren Viertelfinale Tatabanya aus Ungarn bezwingen, könnte es gut sein, dass Roth und Petkovic noch einmal in dieser Spielzeit aufeinandertreffen – beim Final Four im Mai in Göppingen.

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