In der Rothenbach-Halle

Handballtag der MT Melsungen: Wenn der Lieblingsspieler die Übung vormacht

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So wird’s gemacht: MT-Profi Timm Schneider (rechts) zeigt (von links) Alina Groß, Leon Füßling und Felix Berringer, wie sich die Handball-Profis aufwärmen.

Kassel. Es war eine willkommene Abwechslung nach dem Europacup-Aus. Die MT Melsungen hat am Dienstag ihren Handballtag veranstaltet.

„War denn jemand am Samstag von euch hier beim Spiel?“, fragt Michael Roth, als er die Kinder und deren Eltern über Mikrofon begrüßt. In der Kasseler Rothenbach-Halle schnellen einige Arme hoch. „Meine Spieler“, sagt der MT-Trainer trocken, „waren auch da.“

Wer sich nicht ganz sicher war, wie der Bundesligist mit dem Ausscheiden zwei Tage zuvor im Europapokal gegen St. Raphael umgehen würde, der bekam beim Sera-Handballtag des Bundesligisten MT Melsungen schnell einen klaren Eindruck: Es ging nur mit vorgetäuschter Heiterkeit. Der Frust saß bei Spielern und Verantwortlichen immer noch tief. Zumindest half die Veranstaltung am Tag der Arbeit den Melsungern, um etwas Ablenkung zu finden.

Die Stimmung 

300 bis 400 Kinder haben sich beim MT-Partner Sera aus Immenhausen um eine Teilnahme beworben. 65 von ihnen haben Losglück - und machen nun große Augen, als sie erfahren, wo sie sich umziehen werden: „Wirklich? Wir dürfen in die Kabine der Mannschaft?“ Sonst ist der Teambereich heiliger Boden, jetzt wird eine Ausnahme gemacht.

Das MT-Team ist fast komplett da. Nur zwei Nationalspieler fehlen: Der Niederländer Jeffrey Boomhouwer sowie der Kroate Marino Maric sind zu ihren jeweiligen Nationalteams gereist. „Es ist immer noch schwer, die Enttäuschung groß“, erklärt Linksaußen Michael Allendorf und gibt einen Einblick in sein Seelenleben. „Wir wissen“, ergänzt Kapitän Michael Müller, „dass diese Termine zu unserem Job dazu gehören und für den Verein wichtig sind.“

Der Ablauf 

Führte durchs Programm: MT-Coach Michael Roth (links), hier mit Teilnehmer Maurice Balk.

Trainieren mit den Stars - auf die Teilnehmer im Alter zwischen sechs und 15 Jahren warten diverse Aufgaben. Dabei leisten an jeder der acht Stationen zwei MT-Spieler Hilfestellung. Bei Michi Müller und Patrik Fahlgren gibt’s Zielwerfen, Timm Schneider und Philipp Müller zeigen den Kindern, wie sich die Profis aufwärmen. Und wer schon immer mal gegen Weltklasse-Torwart Johan Sjöstrand einen Siebenmeter werfen wollte, der hat nun mehrfach die Gelegenheit.

Die Begeisterung 

„Timm, du bist mein Lieblingsspieler“, sagt Leon Füßling, als er an der Station von Schneider ankommt. Der Neunjährige von Eintracht Baunatal fragt sein Vorbild, ob er das Fan-Trikot mit der Rückennummer 21 anziehen soll. Das braucht Leon aber nicht - jedes Kind wurde extra mit einem roten Trainings-Shirt ausgestattet.

„Ich find das echt cool hier“, erklärt Jakob Kutzschbach. Der 14-Jährige stammt zwar aus dem Kölner Raum und spielt für die HSG Sieg, die Großeltern kommen aber aus dieser Region. Er betont: „Beim Handball ist dies viel besser als beim Fußball. Da kommst du an die Spieler nicht so nah heran.“

Nachdem die Gruppen alle Stationen gemeistert haben, ruft Michael Roth noch einmal alle Teilnehmer zu sich in die Feldmitte. Zusammen mit den MT-Profis wird - wie sonst bei Melsunger Partien in der Bundesliga - ein Kreis gebildet. Kapitän Müller ruft „ready“, und im Chor folgt ein lautes „go“.

Das Fazit 

„Dieser Nachmittag hat zur Auflockerung beigetragen“, stellt Axel Geerken fest. Der Melsunger Manager war zusammen mit Stefan Merwar, Marketingleiter bei Sera und auch MT-Jugendcoach, ein aufmerksamer Begleiter dieser Veranstaltung. Sie sorgten dafür, dass jedes Kind neben dem Trikot noch eine Urkunde, einen Rucksack und eine Trinkflasche zur Erinnerung mit nach Hause nahm. Die Bundesliga-Profis schauten in viele zufriedene Kinder-Gesichter - zumindest ein kleiner Trost nach der Pleite des Wochenendes.

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