"Hatte drei schöne Jahre hier"

Appelgren vor letzten MT-Spiel: „Werde ein bisschen nostalgisch“

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Wird den Kasseler Auepark mit der Orangerie vermissen: MT-Torwart Mikael Appelgren.

Kassel. Darin sind sich alle Melsunger Spieler einig: Der Abgang von MT-Torwart Mikael Appelgren nach dieser Saison in der Handball-Bundesliga ist ein schwerer Verlust.

Der Schwede wechselt zum Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar Löwen. Somit bestreitet der Mann, den sie Apfel nennen, am Freitag ab 20 Uhr sein letztes Spiel für die MT. Gegner der Nordhessen in der Kasseler Rothenbach-Halle ist die TSV Hannover-Burgdorf.

„Beim Gedanken daran werde ich schon ein bisschen nostalgisch“, sagt Appelgren, „ich hatte drei schöne Jahre hier.“ Wir sprachen mit dem 25-Jährigen über seinen Abschied.

Herr Appelgren, können Sie sich noch an den 1. September 2012 erinnern?

Mikael Appelgren: War an dem Tag mein erstes Bundesliga-Spiel für Melsungen?

Fast. Es war Ihr erstes richtiges Bundesligaspiel für die MT.

Appelgren: Stimmt, eine Woche vorher bin ich gegen Großwallstadt nur mal für einen Siebenmeter kurz eingewechselt worden, den ich aber leider nicht halten konnte.

Genau, und am 1. September kamen Sie in der 19. Minute für Pelle Sandström aufs Parkett. Wissen Sie noch, wer der Gegner war?

Appelgren: Nein, das weiß ich nicht mehr.

Die Rhein-Neckar Löwen.

Appelgren: Das ist schon witzig. An die Partie habe ich sogar noch gute Erinnerungen. Ich war ganz stolz, weil ich aus dem Spiel heraus einen Ball von Uwe Gensheimer pariert habe.

Schon nach einem Jahr haben Sie Sandström als Nummer eins abgelöst. Inwieweit waren Sie selbst überrascht, dass es so gut lief?

Appelgren: Pelle ist ein sehr guter Torwart. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so schnell in Deutschland Fuß fasse und relativ früh sogar ab und an von Beginn an ran durfte. In Schweden hatte ich zuvor drei Jahre lang praktisch in jedem Spiel von Beginn an zwischen den Pfosten gestanden. Deshalb war die Konstellation in Melsungen eine große Herausforderung für mich.

Wie haben Sie die Situation bei den Torleuten wahrgenommen?

Appelgren: Pelle und ich waren zwar Konkurrenten, ich habe uns aber immer als Team gesehen. Allerdings ist und war es immer mein Ziel, so viel wie möglich zu spielen.

Sie hatten schnell den Ruf eines Siebenmetertöters.

Appelgren: Das kam erst in Melsungen. Ich hatte dies selbst gar nicht so erwartet. Mir kam zugute, dass die gegnerischen Schützen mich noch nicht kannten und nicht wussten, was ich mache, wie ich mich bewege. Ich habe dann versucht, mein Ding zu machen. Und es hat gut geklappt.

Auch dank Ihrer Paraden schaffte es die MT bis in den Europapokal. Wie haben Sie die Entwicklung erlebt?

Appelgren: Es ging in jedem Jahr Schritt für Schritt nach vorn. Mitentscheidend war, dass sich unsere Abwehr stetig verbessert hat. Eine wichtige Verstärkung war in diesem Zusammenhang Daniel Kubes. Allerdings haben wir uns auch als Mannschaft enorm gesteigert.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt mit der MT?

Appelgren: Schön war auf jeden Fall die zweimalige Teilnahme am Final Four in Hamburg. Auch wenn es sportlich nicht den erhofften Erfolg gab. Mein absolutes Highlight war im vergangenen Jahr der 30:29-Heimsieg gegen Kiel. Da sind mir ein paar Paraden gelungen, unter anderem gegen Marko Vujin und Filip Jicha.

Jetzt stehen Sie vor ihrem letzten Spiel für Melsungen. Wie sieht es mit der Anspannung aus?

Appelgren: Ganz speziell. Während der Partie wird mich das nicht beschäftigen, aber vor dem Anwurf ist das anders. Ich werde da schon ein bisschen nostalgisch. Ich hatte drei schöne Jahre hier. Es gab absolut nichts, was mir hier nicht gepasst hat. Die Mannschaft, das Umfeld, die Fans – einfach toll.

Sie haben sich in Nordhessen, vor allem in Kassel, wohlgefühlt. Was werden Sie vermissen?

Appelgren: Viele Sachen. Aus Mannschaftskollegen sind Freunde geworden. Wir haben auch privat viel zusammen unternommen, sind gemeinsam in den Restaurants essen gegangen. Mein Alltag wird demnächst etwas anders werden. Ein Platz wird mir auf jeden Fall fehlen: der Auepark mit der Orangerie. Das ist eine kleine Oase.

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