Titelanwärter aus dem Norden zu Gast

Wieder Zeit für Großes Kino? MT Melsungen will auch Flensburg schlagen

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Möchten die Zuschauer wieder begeistern: die MT-Profis (auf der Leinwand von links) Dener Jaanimaa, Felix Danner, Johannes Golla, Nebojsa Simic und Johan Sjöstrand.

Kassel. Der letzte Handball-Festtag der MT ist noch nicht einmal zwei Wochen her. Heute ab 19 Uhr braucht die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Michael Roth erneut einige magische Momente

Die MT trifft auf einen weiteren heißen Meisterschaftsanwärter: Champions-League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt.

Am 10. September entzauberten die Melsunger im Bundesliga-Heimspiel den Rekordmeister THW Kiel. Der Auftritt gegen den THW wurde zu einem leckeren Sonntagsschmaus – erwartet die Zuschauer heute in der noch nicht ganz ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle nun elf Tage später Großes Kino am Donnerstagabend? „Unsere Fans wissen, dass wir eine schwierige personelle Situation haben“, erklärt Roth, „ich hoffe, dass sie uns wieder wie gegen Kiel lautstark nach vorn peitschen und Verständnis zeigen, wenn bei den Verbliebenen noch ein bisschen die Abstimmung fehlt.“

Mit Spielmacher Timm Schneider (Muskelfaserriss) sowie den Müller-Zwillingen Michael (Wadenbeinbruch) und Philipp (Schultereckgelenkssprengung) müssen die Nordhessen auf eine komplette Rückraum-Besetzung verzichten. Immerhin bekommen die Melsunger am Kreis und im Deckungszentrum eine weitere Alternative. „Die Verletzung ist ausgeheilt“, sagt Felix Danner, der zuletzt unter einer Bänderdehnung litt. Mit seiner Rückkehr ins Team besitzen die Gastgeber die Möglichkeit, phasenweise in einem System mit zwei Kreisläufern zu operieren. Dabei eröffnet der Kroate Marino Maric den Spielzug und gesellt sich dann zu Danner oder Youngster Johannes Golla.

„Wir müssen versuchen, so wenig technische Fehler wie möglich zu machen“, betont MT-Schlussmann Johan Sjöstrand. Und Danner weiß wieso: „Die Flensburger laufen eine exzellente erste Welle und können einen Gegner schon mal überrennen.“ Roth fordert ein gut strukturiertes Rückzugsverhalten seiner Mannschaft. Die Frage wird allerdings sein, wie sein Team beim Umschalten von Angriff auf Abwehr die üblichen Wechsel vornehmen kann. Spielmacher Lasse Mikkelsen und der Halbrechte Dener Jaanimaa sind nur für die Offensive vorgesehen. Auch Torjäger Julius Kühn benötigt Verschnaufpausen. „Wir haben einige Ausfälle, aber das ist eine Chance für andere Spieler“, sagt der Coach.

Damit die Melsunger Kurs auf den zweiten Sieg in der Vereinsgeschichte über die Flensburger nehmen können, muss vieles im MT-Spiel passen:

  • Geduld in der Offensive: Beim 26:26 in Lemgo waren einige Abschlüsse zu schlecht vorbereitet. Eine Einladung an den Gegner, leichte Tore aus dem Tempogegenstoß zu erzielen.
  • Torgefahr von allen Positionen: Es wird nicht reichen, wenn nur der Rückraum Druck ausübt. Auch am Kreis und auf außen muss einiges passieren. In Lemgo ließen die Topleute Michael Allendorf und Tobias Reichmann zu viel liegen.
  • Kluges Vorgehen gegen die personifizierte Tormaschine: Holger Glandorf führte seine Mannschaft in dieser Serie schon zu einigen Siegen. Sjöstrand warnt: „Holger ist so gut, dass du als Torwart nie weißt, in welche Ecke er wirft.“ Umso wichtiger ist, dass die Abwehr den SG-Schützen hart bedrängt.
  • Abgezocktes Auftreten: Die Flensburger, bei denen mit Jim Gottfridsson ein wichtiger Stratege langzeitverletzt ist, sind nur Fünfter. „Der Gegner steht unter Druck, das ist unsere Chance“, erklärt Danner vor seinem 250. Erstligaspiel. Dazu müssen er und seine Kollegen kühlen Kopf bewahren.
  • Sicher beim Siebenmeter: Die SG hat nicht nur Torwart-Routinier Mattias Andersson, sondern auch Rasmus Lind – und der Däne wehrte zuletzt in kurzer Zeit drei Strafwürfe ab. Allerdings zeigte sich Allendorf vom Siebenmeterpunkt bislang stabil – auch beim Handball-Festtag gegen Kiel.

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