„Wir haben schon viel Feuer“

Erfolg gegen Hamm: MT Melsungen feiert Titelverteidigung

Ein bisschen Spaß muss sein: Melsungens Finn Lemke (links) traf erstmals auf seinen jüngeren Bruder Jari, der beim TBV Lemgo spielt. Das Talent aus Lemgo ist mit 2,03 m sieben Zentimeter als der Hüne des Bundesligisten Melsungen. 2 Fotos:  Kasiewicz

Melsungen/Kassel. Mit dem 38:30 (15:13)-Erfolg im Finale des Sparkassencups gegen den Zweitligisten ASV Hamm haben die Handballer der MT Melsungen den dritten Turniersieg in dieser Vorbereitung gefeiert und damit ihre bemerkenswerte Serie fortgesetzt: 13 Spiele, 13 Siege.

„Wir haben aber immer noch viel Arbeit vor uns“, erklärte MT-Rückraumakteur Dener Jaanimaa. Das wurde beim knappen 35:33 im Halbfinale in der Melsunger Stadtsporthalle gegen den TBV Lemgo deutlich. „Das war der erste echte Gradmesser“, sagte Philipp Müller.

Fünf Fakten zur erfolgreichen Titelverteidigung der MT beim Sparkassencup.

1. Das Umschaltspiel bekommt eine neue Qualität. Zwar stecken die Nordhessen noch mitten in der Vorbereitung, auffällig ist aber schon jetzt, dass das Team nach Ballgewinnen gehörigen Druck auf den Gegner aufbaut – mehr als in den vergangenen Spielzeiten. Dabei ist stets Neuzugang Finn Lemke der Ausgangspunkt der MT-Vorstöße. „Er ist der Chef“, lobt Trainer Michael Roth den Hünen, der aus dem erweiterten Gegenstoß selbst etliche Treffer während des Turniers markierte.

„Wir kommen mit viel Feuer“, stellt Jaanimaa zufrieden fest. Im Halbfinale gegen Lemgo gaben beispielsweise der Este und Nationalspieler Julius Kühn der Lipper Hintermannschaft schier unlösbare Rätsel auf und waren zusammen 14 Mal erfolgreich – dabei war ein Tor schöner als das andere.

2. In der Abwehr klaffen bisweilen noch ein paar Lücken. Teilweise sah das recht gut aus, wie die Melsunger die Konkurrenten vom eigenen Kasten fernhielten – wie etwa beim klaren 32:18-Erfolg zum Vorrundenabschluss gegen den Klassenkameraden TuS N-Lübbecke. „Davon lassen wir uns aber nicht blenden. Bei der Abstimmung hakt es“, bilanzierte MT-Stratege Philipp Müller selbstkritisch, „es zählt nur der 24. August.“ Dann starten er und seine Kollegen mit der Partie beim TVB Stuttgart in die Punkterunde.

3. Die MT nutzt die Breite ihres Kaders voll aus. Der neue Spielmacher Lasse Mikkelsen und Youngster Johannes Golla wurden gegen Lemgo geschont, durften dafür aber im Endspiel gegen Hamm umso mehr ran. Roth lässt mal diese, mal jene spielen. „Meine Jungs merken, dass sich auf dem Feld bestimmte Kombinationen herauskristallisieren“, erläutert der Coach, „wichtig ist aber, dass jeder sofort bereit ist, wenn er gebraucht wird.“ Solange die Abwehr noch in der Findungsphase ist, können in kniffligen Situationen Philipp Müller und Felix Danner im Zentrum decken. Das Duo ist seit Jahren eingespielt.

4. Die Mannschaft ist schon in einer guten körperlichen Verfassung. Lemgo ging hohes Tempo – aber Melsungen auch. Beispiel gefällig? Mitte des ersten Abschnitts sprintete TBV-Linksaußen Patrick Zieker beim Konter an der Außenlinie entlang und konnte Michael Müller doch nicht abhängen. Der MT-Kapitän drängte den Widersacher gar so gut ab, dass der Lemgoer keine gute Wurfposition hatte und an Schlussmann Johan Sjöstrand scheiterte (16.). „Bei uns geben alle 14 Feldspieler Vollgas“, bemerkte Tobias Reichmann. Der National-Rechtsaußen gab erst im Halbfinale seinen Turniereinstand, weil er zuletzt unter einer Bauchmuskelverletzung litt: „Ich bin noch nicht ganz fit. Aber es wird besser.“

5. Auf den Außenpositionen herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Da Reichmann zuletzt pausierte, musste Arjan Haenen auf der rechten Seite ran – und erwies sich als hervorragender Ersatz. Gleiches galt für den seinen niederländischen Landsmann Jeffrey Boomhouwer, der sich mit Michael Allendorf auf der linken Außenbahn gut ergänzte.

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