Polen-Freund, Polen-Schreck

WM-Test weckt bei Handball-Nationalspieler Erinnerungen

+
Ein Olympia-Held von Rio: Der überragende Rechtsaußen Tobias Reichmann jubelt nach dem Sieg der deutschen Mannschaft im Spiel um Platz drei gegen Polen.

In erster Linie ist es ein Test. Genauer gesagt: Es ist das drittletzte Vorbereitungsspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft für die am 10. Januar in Berlin beginnende Weltmeisterschaft. Doch die Partie am Mittwoch ab 19 Uhr (Livestream bei zdfsport.de) in Rostock gegen Polen weckt vor allem bei einem DHB-Akteur ganz besondere Erinnerungen.

Rechtsaußen Tobias Reichmann vom Bundesligisten MT Melsungen spielte von 2014 bis 2017 für Kielce und gewann mit dem polnischen Spitzenklub 2016 unter anderem die Champions League.

„Ich wäre nicht auf diesem hohen Niveau, wenn ich nicht in Polen gewesen wäre“, hat der mittlerweile 30-Jährige nach seiner Rückkehr nach Deutschland gesagt. Da schwang viel Dankbarkeit mit – auch wenn das Leben für ihn und seine Familie fernab der Heimat nicht immer einfach war. Wenn es um Taktiken ging, reichten Reichmanns Polnisch-Kenntnisse aus. Bei Alltagsfragen benötigte er schon mal den Rat der Kollegen.

Einen von ihnen trifft er beim Auftritt an der Ostsee wieder: Pavel Paczkowski war als Halbrechter zwei Jahre lang in Kielce sein Nebenmann. Ansonsten sind ihm aber die meisten Spieler in einer stark verjüngten polnischen Auswahl eher fremd. Das war bei seinen bisher beiden einzigen Kräftemessen mit den Osteuropäern noch ganz anders.

Bei den Olympischen Spielen 2016 im brasilianischen Rio setzten sich Reichmann und das DHB-Team in der Vorrunde mit 32:29 durch. Im Spiel um Bronze gab es dieses Duell erneut. Darin wurde der gebürtige Berliner zum Polen-Schreck. Der überragende Rechtsaußen aus Kielce führte die deutsche Mannschaft vor 10 000 Zuschauern mit sieben Toren zum 31:25-Erfolg. „Ich habe nur gute Erinnerungen an dieses Spiel, auch wenn es mir für die Polen etwas leid tat“, erklärt Reichmann rückblickend, „über die gesamten 60 Minuten war es ein spannendes Spiel. Und es hat einfach viel Spaß gemacht, diese Begegnung zu gewinnen.“ Damals stellte Kielce praktisch die Hälfte der polnischen Mannschaft – jetzt ist nur noch Rechtsaußen Arkadiusz Moryto, ein Nachfolger des Deutschen, übrig geblieben.

Das morgige Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Polen betrachtet Reichmann als gute Gelegenheit, um sich „für die WM weiter einzuspielen“. Dazu hofft der 77-malige Nationalspieler (bislang 222 Treffer) natürlich auf einen Sieg der DHB-Auswahl – es wäre das dritte Mal, dass er gegen den Nachbarn einen Erfolg feiern darf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.