Viel Lob für Torjäger Kühn

MT Melsungen zeigt gegen Flensburg in der Abwehr ungewohnte Schwächen

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Machte trotz der Niederlage ein überragendes Spiel: Melsungens Julius Kühn (Nummer fünf, hier mit Linksaußen Michael Allendorf). 

Kassel. Nach einer Niederlage in der Flens-Arena müssen sich selbst ambitionierte Handball-Bundesligisten nicht grämen. Dass die Spieler der MT Melsungen aber nach dem 29:33 bei der SG Flensburg-Handewitt bedröppelt vom Spielfeld schlichen, hatte einen guten Grund.

Der Kontrahent war schlagbar, aber die MT an diesem Abend nicht schlagkräftig genug. „Die Flensburger waren nicht so stark wie sonst, deshalb ärgert mich unser Ergebnis besonders“, sagte Kreisläufer Marino Maric. Und Felix Danner, einer der wenigen Aktivposten im Team der Nordhessen, ergänzte: „Wir haben leider nicht unser bestes Spiel gezeigt.“

Vier Fakten zum MT-Spiel

1. Die Defensivleistung war ernüchternd. Zögern und zaudern statt zupacken und zurückdrängen – die MT zeigte in Flensburg wenig von dem, was sie noch vier Tage zuvor gegen Leipzig ausgezeichnet hatte. Teilweise schien es, als seien die Melsunger Verteidiger an der Sechs-Meter-Markierung förmlich festgewachsen gewesen. „Wir waren zu passiv“, kritisierte Trainer Michael Roth, „das Gefühl, wann der Defensivspieler rausgehen muss, hat nicht gestimmt.“

Vor allem Philipp und Michael Müller hatten mit ihren Widersachern ungewohnte Schwierigkeiten, und Torwart Johan Sjöstrand kam nicht an seine gute Leistung aus dem Leipzig-Spiel heran. „Uns ist es nicht gelungen, den richtigen Zugriff zu bekommen“, erklärte Felix Danner selbstkritisch, „wir haben auch nichts dafür getan, dass Johan besser ins Spiel findet.“

2. Das Team konnte den Ausfall einiger Leistungsträger nicht kompensieren. Es war augenscheinlich: Der MT fehlten in der zweiten Halbzeit die erforderlichen Alternativen. So war der Däne Lasse Mikkelsen sichtlich bemüht, aber in Abwesenheit des verletzten Timm Schneider (Schambeinentzündung) diesmal nicht in der Lage, über 60 Minuten Druck zu entwickeln. Auch dass Schlussmann Nebojsa Simic, der noch bis Anfang März ausfällt, fehlte, wirkte sich negativ aus.

Hinzu kam, dass Abwehrchef Finn Lemke (angeschlagen) nur punktuell eingesetzt werden durfte und bei Marino Maric eine Augenbraue aufplatzte (20.). Der Kroate bekam nach einem Pass von Flensburgs Holger Glandorf auf Anders Zachriassen das Handgelenk des Dänen unglücklich an den Kopf. Die Wunde wurde in der Pause genäht, es reichte aber nicht, um auch in der Schlussphase mitmischen zu können.

3. Julius Kühn ist auf dem besten Weg, sich die Bundesliga-Torjägerkrone zu sichern. Zehn Treffer gegen Leipzig, gar elf in Flensburg – der Halblinke der MT ist zurzeit kaum zu bremsen. Als „überragend“ bezeichnete Danner den Auftritt des Kollegen, der zudem vier, fünf herrliche Anspiele im Repertoire hatte.

140 Erfolge stehen für Kühn zu Buche – nur Hannovers Casper Mortensen (148) liegt noch vor ihm in der Torschützenliste. Behält Kühn seinen Schnitt aus diesem Kalenderjahr bei, erreicht er mehr als 250 Treffer. Der Grieche Savas Karipidis (2008/09) wurde bislang als einziger MT-Angreifer Torschützenkönig.

4. Die Rückfahrt war nicht so beschwerlich wie die Hinreise. Am Mittwoch stand der Mannschaftsbus auf der A7 bei Hildesheim im Stau und kam erst einige Stunden später als geplant in Flensburg an (das Spiel der Flensburg-Handewitt gegen die HSG Wetzlar musste am 1. März wegen der starken Scheefälle abgesagt werden). Ohne Komplikationen ging es in der Nacht zu Freitag zurück nach Nordhessen. „Ein bisschen Schlaf fehlt aber noch“, sagte Danner schmunzelnd. Am Wochenende können sich er und seine Kollegen entspannen – da hat das Team frei. Am Montag beginnt die Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag, 25. Februar, ab 12.30 Uhr gegen den TBV Lemgo.

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