Löwen-Spiel ausverkauft

MT Melsungen zieht mehr Fans an

Ein Bild, wie es immer häufiger vorkommt: Die Melsunger (von links) Michael Allendorf, René Villadsen, Johan Sjöstrand, Felix Danner und Nenad Vuckovic machen La Ola mit den eigenen Fans. Fotos: Fischer

Kassel. Eigentlich zitiert ein Trainer in der Handball-Bundesliga seine Spieler nach erfolgreichen Auftritten nicht so schnell in die Kabine.

Doch Michael Roth, der Chefcoach der MT Melsungen, rief seine Jungs kurz nach dem Spielende zu sich. „Nur um ihnen ausdrücklich zu gratulieren“, wie Roth später erklärte. Dabei ging es ihm weniger um den 29:22-Erfolg gegen den Bergischen HC als vielmehr um die Leistungen und den Ertrag im Oktober: 7:1 Punkte und der Einzug ins Pokal-Viertelfinale.

 Die Länderspielpause verbringt die MT dadurch auf dem dritten Tabellenplatz. Bei einem Sieg im schweren Nachholspiel am Mittwoch, 11. November, ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen Frisch Auf Göppingen kann sie sogar Zweiter werden. Fragen und Antworten zur Lage.

War der Oktober ein perfekter Monat für die MT? 

Nein, dafür hätten sie auch in Magdeburg gewinnen müssen und nicht 28:28 spielen dürfen. „Wir sind mit hängenden Köpfen aus der Arena raus. Aber ganz ehrlich: Für mich war das ein gutes Zeichen“, sagt Linksaußen Michael Allendorf. Klar, damit hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich immer weiter steigern will und selbst ein Remis bei einem Mitkonkurrenten um die Europapokalränge zumindest eine kleine Enttäuschung war.

Wie ist das bisherige Abschneiden zu bewerten? 

Aus Sicht von MT-Kapitän Michael Müller ist es bislang eine „Super-Saison“. Kein Wunder, er und seine Kollegen stehen bisweilen so sicher in der Abwehr, dass selbst angriffsstarke Gegner irgendwann im Verlauf der 60 Minuten anfangen zu resignieren. Dazu kommt ein gewisser Spielwitz in der Offensive, sodass das Fehlen von Regisseur Patrik Fahlgren zuletzt kaum noch auffiel. „Vielleicht brauche ich gar nicht mehr zu spielen“, witzelte der Rekonvaleszent. Klar brauchen ihn seine Kollegen. Der Zeitpunkt seines Comebacks ist weiterhin offen.

Wie groß ist das Zuschauerinteresse an der MT? 

Ehrengast beim vergangenen MT-Heimspiel: Joachim Deckarm (links, hier mit Melsungens Trainer Michael Roth).

Erfreulich gut. 3158 Fans kamen zu den vier Heimspielen im Schnitt – und das, obwohl die echten Schlagerspiele erst noch folgen. Für die Begegnung am Samstag, 21. November, ab 19 Uhr gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen gab es am Montag lediglich noch neun Stehplatzkarten. Wer am Dienstag ein Ticket kaufen möchte, ist vermutlich schon zu spät dran. Die Melsunger haben für diese Serie ohne Europapokal-Partien etwas forscher kalkuliert: 3500 Besucher pro Partie sind das erklärte Ziel. „Die sportlich guten Leistungen werden von den Fans honoriert, wir können tatsächlich diese Marke erreichen. Und das wäre phänomenal“, betont Manager Axel Geerken. Am Samstag war der Weltmeister von 1978, Joachim Deckarm, der nach einem Sportunfall seit 36 Jahren schwer behindert ist, als Ehrengast in der Rothenbach-Halle.

Wie stark ist die Verbindung von Mannschaft und Fans? 

„Wenn ich daran denke, wie das hier vor neun Jahren war, als ich mit Großwallstadt zum ersten Mal auf Melsungen traf, dann hat sich doch sehr viel getan“, sagt Michael Müller. Vor allem der Kapitän überträgt zusammen mit Bruder Philipp die Leidenschaft auf die Ränge: „Wir brauchen bei jedem Heimspiel eine heiße Atmosphäre, unsere Fans sind so etwas wie ein Teil der Mannschaft geworden.“ Zum Derby im Dezember in Wetzlar reisen die Anhänger voraussichtlich sogar in zwei großen Bussen.

Was macht die Planung für die kommende Spielzeit? 

Die MT soll an einer Verpflichtung des Rückraumspielers Gabor Langhans vom TuS N-Lübbecke interessiert sein. Geerken wollte die Nachricht weder dementieren noch bestätigen. Nach Informationen der Lübbecker Kreiszeitung soll sich der Spieler mit den Melsungern allerdings sogar einig sein.

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