Handball: MT-Trainer nach Niederlage in Berlin nachdenklich

Zinglersen kommt ins Grübeln

Skeptischer Blick: Mit einem ähnlichen Gesichtsausdruck lief MT-Trainer Ryan Zinglersen nach der Niederlage in Berlin durch die Max-Schmeling-Halle. Foto: dpa

Berlin. Mit sehr nachdenklichem Gesichtsausdruck lief Ryan Zinglersen durch die Max-Schmeling-Halle. Nicht nur, dass sein Team beim 25:31 (12:17) zum dritten Mal bei den Füchsen Berlin erfolglos geblieben war, drückte die Stimmung des Melsunger Trainers, das Zustandekommen der Niederlage beschäftigte ihn vor allem.

„Der Sieg fiel höher aus, als ich erwartet habe. Wir waren von Beginn an nicht gut drauf, haben aber versucht zu kämpfen. Unser kleiner Kader ist langsam einfach müde, daher hat es nicht gereicht“, sagte der Däne und ergänzte: „Wir haben unser Konzept verloren und elementare Fehler gemacht. Trotzdem finde ich, dass wir probiert haben zu kämpfen, aber es war zu schwer.“ Der erhoffte Punktgewinn im Kampf um Rang zehn konnte somit nicht mit auf die Heimreise genommen werden. Während der Berliner Kollege Dagur Sigurdsson („Es gab schöne Tore für uns über Gegenstöße und gute Kombinationen“) mit seinem Team immer noch von Rang acht und damit möglicherweise von einem Europacupplatz träumen kann, muss sich Zinglersen für die letzten drei Saisonspiele einiges einfallen lassen.

Noch ist ja längst nichts verloren, gegen Düsseldorf, Balingen und Lübbecke, mit denen sich der MT Melsungen auf Augenhöhe befindet, sind allemal noch Siege möglich.

„Unser kleiner Kader ist langsam einfach müde.“

MT-Trainer Ryan Zinglersen

Nur, ohne eine Steigerung wird auch dieses Unterfangen nur sehr schwer zu verwirklichen sein. Zu viel lastet auf den Schultern der Rückraumspieler Nenad Vuckovic und Alexandros Vasilakis, zu denen es auf der Bank keine gleichwertigen Alternativen mehr gibt. Das macht Melsungen ausrechenbar, und das Führungsduo in seinem Dauereinsatz letztlich müde. In dieser Beziehung hatten die Füchse ein deutliches Plus aufzuweisen. Sie strahlten Gefahr von allen Positionen aus, angefangen von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter bis zum jungen Nachwuchsspieler Johannes Sellin auf Rechtsaußen.

Ryan Zinglersen hat das beobachten können und damit einmal mehr die Erfahrung gemacht, wie weit in der Handball-Bundesliga die Plätze neun (Berlin) und zwölf (Melsungen) eigentlich auseinanderliegen. Statistisch gesehen nach 31 Spieltagen genau 15 Punkte. Das ist schon ein Klassenunterschied. Auch deshalb ist er in Berlin sehr nachdenklich gewesen.

Von Hartmut Moheit

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