Roth-Team gewinnt mit 28:27 - wieder Abschluss-Schwäche

MT zittert sich zum Derbysieg beim TV Hüttenberg

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Durchgesetzt: Felix Danner (r.) lässt Ragnar Johannsson (Hüttenberg) stehen und schließt erfolgreich ab. Der Kreisläufer war einer der wenigen Melsunger ohne Ladehemmung.

Gießen. Mit 28:27 (14:14) setzte sich die MT Melsungen im Hessenderby der Handball-Bundesliga beim TV Hüttenberg durch, der indes im Pfeifkonzert der Gießener Uni-Halle unterging, weil Lipovinas Treffer zum vermeintlichen Ausgleich keine Anerkennung mehr fand.

Die MT begann gut. Weil konzentriert. Weil kompakt. Weil taktisch gut eingestellt. Spielmacher Schneider hatte gegen die Hüttenberger 3:2:1-Deckung adäquate Lösungen parat, setzte effektvoll Nebenmann Julius Kühn in Szene, spielte Kreisläufer Danner frei oder löste selbst torgefährlich in die Nahwurfzone auf. So wurden zahlreiche Torchancen kreiert - aber nur unzureichend genutzt. Und der eigene 2:4-Rückstand nach acht Minuten schmeichelte den Gastgebern noch.

Die rüttelten Ritschels Paraden dann endgültig auf und prompt war‘s um den Favoriten geschehen, dessen Abschluss-Schwäche Mitte der ersten Hälfte besonders von den Außenpositionen besorgniserregende Ausmaße annahm. Dazu bekam die Melsunger Abwehr den eingewechselten Vladan Lipovina nicht in den Griff. Die Folge: trotz klarer individueller Vorteile der Gäste ein ausgeglichenes Spiel.

Und - nach dem Wechsel - immer mehr ein offener Schlagabtausch, der dem konterstarken Neuling natürlich in die Karten spielte. Und die TVH-Fans waren entzückt vom Aufmucken des Außenseiters, der mittlerweile wegen Kühns Durchbrüchen auf eine 5:1-Abwehr umgestellt hatte. Dass die Hüttenberger nach dem 23:22 durch Dominik Mappes (50.) weiter am ersten Saisonsieg schnuppern durften, war einer nochmaligen Steigerung von Torwart Ritschel zu verdanken. Doch was sein Hüttenberger Kollege konnte, konnte Johan Sjöstrand auch und nahm den Mittelhessen einige freie Chancen weg.

Das wirkte wie ein Signal an seine Vorderleute, die in der Schlussphase endlich ihre Ladehemmung ablegten. Ein Zwischenspurt mit Treffern von Mario Maric, Lasse Mikkelsen und Jeffrey Boomhouwer bescherte seiner Mannschaft eine 25:23-Führung (51.), die indes in Unterzahl (Zeitstrafe für Kühn) prompt wieder futsch war. So wurd‘s ein umkämpftes Herzschlag-Finale. Das die etwas abgezocktere Mannschaft für sich entschied. Auch weil Linkshänder Lippovina zwei Sekunden zu spät traf. • 

MT: Sjöstrand (14/26), Simic (beieinem 7m, 0/1); Maric 2, Kühn 6, Lemke, Golla 1, Reichmann 2, Mikkelsen 1, Danner 3, Boomhouwer 1, Schneider 4, Allendorf 4/2 , Jaanimaa, M. Müller 3, Haenen.

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