1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Zu wenig in Hälfte zwei: MT Melsungen trennt sich 22:22 vom Bergischen HC

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Agustin Casado (hinten) und Arnar Freyr Arnarsson.
Verbissen: Agustin Casado (hinten) und Arnar Freyr Arnarsson. © Andreas Fischer

Da war mehr drin für Handball-Bundesligist MT Melsungen: Nach einer über weite Strecken schwachen Offensivleistung steht gegen den Bergischen HC am Ende ein 22:22 (15:13).

Kassel – Das dritte Unentschieden der Saison ist die Folge einer zweiten Hälfte mit gerade einmal sieben eigenen Treffern.

Wohl dem, der einen Agustin Casado im Team hat. Denn das in dieser Saison beinahe schon traditionell hinkende Offensivspiel der Melsunger wurde fast durchweg vom Spanier getragen. Ob selbst als Torschütze oder als Vorbereiter – oft im Duett mit Arnar Freyr Arnarsson –, wenn jemand im Angriff der MT die Initiative übernahm, war es Casado. Ein Grund dafür war auch, dass Aidenas Malasinskas, der im Rückraum beginnen durfte, eine rabenschwarze Anfangsphase erwischt, zweimal den Ball herschenkte und von Trainer Roberto Garcia Parrondo schnell wieder auf die Bank beordert wurde. Da gab es dann eine ordentliche Standpauke für den Litauer.

Umso schöner und wichtiger war dann das, was Casado ablieferte. In der vierten Minute markierte er zunächst das 2:1, Sekunden später bediente er Arnarsson traumhaft, 3:1. Weil der MT-Angriff so aber ausrechenbar war, wurden die Melsunger häufig ins Zeitspiel gezwungen, der zuletzt erkältete Kai Häfner war noch nicht bei Kräften, musste so positionsfremd von Andre Gomes vertreten werden, Ivan Martinovic stand noch nicht wieder im Kader. Dafür war einer zurück, auf den die MT lange verzichten musste: Julius Kühn. Nach seinem Knöchelbruch stand der 29-Jährige in der 25. Minute nach dreimonatiger Auszeit wieder in der Abwehr auf der Platte.

Bis dahin hatte sich das Heimteam schon einmal auf 7:4 abgesetzt (12.). Doch wegen reichlich Unzulänglichkeiten im Angriff und ungewohnten Schwächen des zuletzt so starken Nebojsa Simic im Tor blieben die Gäste vom Bergischen HC in Reichweite – und glichen in der 22. Minute wieder aus (11:11).

Kurz vor der Pause hätten sie durch einen Siebenmeter von Noah Beyer sogar nach dem 1:0 ein zweites Mal in dieser Hälfte in Führung gehen können. Doch in diesem Moment war Simic wieder voll da, entschärfte den zweiten Strafwurf. Ohnehin hat keiner in der Bundesliga mehr Siebenmeter gehalten als der Montenegriner. Stattdessen legte die MT nun noch zwei Treffer nach, führte zur Pause so 15:13.

Rein statistisch gesehen, hatten die Gäste eigentlich gar keine Chance, die Partie im zweiten Durchgang noch zu drehen. Zehnmal waren sie bis zu diesem Sonntag in Kassel zu Gast gewesen, zehnmal hatten sie verloren. Insgesamt war ihnen erst ein Erfolg gegen die MT gelungen. Doch durch zwei Treffer von Tom Kare Nikolaisen kamen die Gäste zunächst zum Ausgleich. Wiederum der Norweger brachte den BHC dann tatsächlich wieder in Führung, 17:16 (39.). In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs gelang der MT nur ein Tor.

Hatte die MT in den ersten 30 Minuten meist geführt, waren es nun die Gäste, die vorlegten. Parrondo stellte in der Folge die Abwehr von 6:0 auf 5:1 um. Das führte zu Ballgewinnen, aber Malasinskas vergab einen Siebenmeter. Arnarsson war es dann, der wieder einmal ausglich (20:20/51.). Wieder einmal entwickelte sich ein Melsunger Heimspiel zu einem Krimi. Christopher Rudeck im BHC-Tor hielt ein ums andere Mal. Auch nach 54 Minuten standen erst fünf MT-Tore in Hälfte zwei in der Bilanz. Für die Tore sechs und sieben sorgte schließlich Julian Fuchs, 22:21 (57.). Fabian Gutbrod zum 22:22.

Dann: Eine Minute noch. Der BHC in Ballbesitz. Doch die Abwehr hält. Die MT hat nun doch noch die Chance auf einen Sieg. Ein Wurf. Gomes bleibt hängen. Die Siegesserie zuhause gegen den Bergischen HC, sie reißt. (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare