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Zum Geburtstag in die Handball-Hauptstadt: MT-Talent Ben Beekmann darf auf Einsatzzeit in Kiel hoffen

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Von: Björn Mahr

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Agustin Casada (links) und Ben Beekmann.
Tipps vom Weltklassespieler: Ben Beekmann (rechts) erhält Instruktionen von Agustin Casado. © Dieter Schachtschneider

Als Kind hockte Ben Beekmann vor dem Fernseher, wenn Spiele des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel live gezeigt wurden. Er erinnert sich an die Zeit, als der heutige THW-Coach Filip Jicha noch als Rückraummann agierte.

Melsungen – Als der inzwischen längst als Kieler Assistenzcoach tätige Christian Sprenger auf Rechtsaußen Gefahr heraufbeschwor. Und als Weltmeister Dominik Klein von Linksaußen Tore erzielte. Von der Position also, auf der Talent Beekmann beim Bundesligisten MT Melsungen eingesetzt wird.

„Das sind alles Riesen-Namen“, sagt der 19-Jährige fast ehrfürchtig. Zu seinem 20. Geburtstag am kommenden Samstag steigt er mit der MT in den Mannschaftsbus, um sich auf den Weg nach Kiel zu machen. Dort sind die Nordhessen am Sonntag ab 16.05 Uhr in der eher als Ostseehalle bekannten Wunderino-Arena zu Gast. „Wenn ich dabei bin, dann geht für mich ein Traum in Erfüllung“, sagt Beekmann. Mehr als 10 000 Zuschauer fasst die Heimspielstätte des THW – oft bleiben keine Plätze leer.

Dass er im Handball-Tempel zum Einsatz kommen wird, ist nicht ausgeschlossen. Zum einen fällt David Mandic länger aus. Zum anderen überzeugte er zuletzt trotz des mageren 22:22-Unentschiedens der MT gegen den Bergischen HC auf der linken Außenbahn. Und Sportdirektor Michael Allendorf, der im Sommer seine Karriere beendet hatte, aber am vergangenen Samstag in der MT-Reserve aushalf, ist auch keine Option.

Nach zwei Toren in der Spielzeit 2020/21 gelang Beekmann bei den Profis jetzt erst sein dritter Karrieretreffer. Zudem schnappte er einem Widersacher einmal am eigenen Kreis den Ball weg. Dadurch hatte Trainer Roberto Garcia Parrondo keinen Grund, den noch jüngeren Florian Drosten ins Spiel zu nehmen.

„Flo und ich kommen gut miteinander klar und freuen uns auch, wenn der Andere gut spielt“, betont Beekmann. Den Auftritt gegen die Bergischen Löwen möchte er sich noch einmal auf Video ansehen. Nicht wegen seiner kleinen Erfolge, sondern wegen der Aktionen, die eben nicht gut liefen. „Ich will wissen, wie ich in der einen oder anderen Szene noch besser hätte stehen können.“ Er will seinen Coach auch nicht gegen Meisterschaftsfavorit Kiel enttäuschen.

„Es ist zwar etwas anderes, wenn man gegen einen Rekordmeister antritt, letztlich ist es aber auch nur ein Spiel. Die Aufregung legt sich recht schnell“, erklärt Beekmann, der wie Nebenmann und Nationalspieler Julius Kühn aus Duisburg stammt.

Anders als bei seinem Premierentor im Frühling 2021 in Nordhorn konzentriert sich der 19-Jährige mittlerweile ausschließlich auf die Handballer-Laufbahn. Im Sommer legte Beekmann, der in Melsungen lebt und in festen Händen ist, in Melsungen erfolgreich die Prüfungen zum Fachabitur ab. Von seiner Familie wird am Wochenende niemand in die Handball-Hauptstadt Kiel kommen. Aber sie können gebannt vor dem Fernseher sitzen – so wie er früher als Kind. (Börn Mahr)

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