Handballer der MT Melsungen

Finn Lemke als Nationalspieler zurück in Düsseldorf

Handball, Nationalmannschaft, EM-Qualifikation; Sextett der MT Melsungen; Abschlusstraining im Düsseldorfer ISS-Dome: Finn Lemke (Dritter von rechts) mit seinen Melsunger Nationalmannschaftskollegen (von links) Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn, Silvio Heinevetter und Timo Kastening.
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Abschlusstraining im Düsseldorfer ISS-Dome: Finn Lemke (Dritter von rechts) mit seinen Melsunger Nationalmannschaftskollegen (von links) Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn, Silvio Heinevetter und Timo Kastening.

Finn Lemkes Pause im Nationalteam endet heute dort, wo sie anfing: 607 Tage ist es her, dass der Handballer der MT Melsungen zum letzten Mal für die deutsche Handball-Nationalmannschaft ein Länderspiel bestritt.

Nach der 27:29-Niederlage im März 2019 im Testspiel gegen die Schweiz war für den Europameister 2016 das Kapitel DHB-Auswahl erst einmal beendet. Ob er nicht wollte oder nicht durfte? Es war ein bisschen was von beidem. Eine tragende Rolle hatte der 2,10-m-Hüne von der MT Melsungen bei der Heim-WM unter Ex-Bundestrainer Christian Prokop nicht gespielt.

Nun fängt er genau da wieder an, wo er damals ausgestiegen ist. Denn das EM-Qualifikationsspiel heute ab 16.15 Uhr (live im ZDF) gegen Bosnien-Herzegowina findet genau wie das Freundschaftsspiel gegen die Schweiz im Düsseldorfer ISS-Dome statt. Einziger Unterschied: Diesmal sind keine 11 593 Zuschauer dabei. Es sind sogar pandemiebedingt überhaupt keine Zuschauer zugelassen.

Dennoch ist Lemke mit einem guten Gefühl ins Teamhotel nach Neuss gereist: „Ich freue mich, viele bekannte Gesichter wiederzusehen.“ Wobei schon die Anreise nicht ganz normal war: Mit fünf Vereinskollegen ging es im Kleinbus vom Parkplatz des Kasseler Bahnhofs Wilhelmshöhe ins Rheinland. Darunter war auch sein langjähriger Nationalmannschafts-Zimmerkollege Silvio Heinevetter. Diesmal sind sie allerdings nicht zusammen untergebracht.

Die Rückkehr des Melsunger Kapitäns macht aber auch sportlich durchaus Sinn. Denn der 28-Jährige wies in den ersten Saisonspielen seine Klasse nach und zeigte, dass auf ihn im Deckungszentrum Verlass ist. „Ich möchte mich noch mehr als Anker herauskristallisieren“, erklärte der Defensivmann zu seiner Aufgabe bei der MT. Dass Lemke vorangeht, hängt auch mit der schwierigen Situation bei Geisterspielen zusammen: „Wir müssen dem Gegner signalisieren: Wir sind da. Und das nimmt ein Kontrahent bei Partien ohne Publikum noch deutlicher wahr.“ Es wäre also keine Überraschung, wenn seine Kommandos auch heute deutlich zu hören sind – 607 Tage nach seinem letzten Länderspiel in Düsseldorf.

Von Björn Mahr

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