MT-Coach arbeitete 2001 in Dormagen mit HSG-Kollege zusammen

Zwei Trainer und ihre besondere Geschichte: Melsungens Gudmundsson und Wetzlars Wandschneider

Trainerkollegen im Gespräch: Gudmundur Gudmundsson (links) und Kai Wandschneider tauschen sich hier im Jahr 2010 am Rande der Partie Rhein-Neckar Löwen gegen DHC Rheinland aus.
+
Trainerkollegen im Gespräch: Gudmundur Gudmundsson (links) und Kai Wandschneider tauschen sich hier im Jahr 2010 am Rande der Partie Rhein-Neckar Löwen gegen DHC Rheinland aus.

Vor dem Hessenderby der Handball-Bundesliga am Sonntag ab 13.30 Uhr zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen blicken wir auf die beteiligten Trainer, die vor 19 Jahren sogar zusammen für den TSV Bayer Dormagen gearbeitet haben.

Kassel – Das Bundesliga-Hessenderby am Sonntag ab 13.30 Uhr ist auch das Duell zweier erfahrener Trainer. Sowohl Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar als auch Gudmundur Gudmundsson von der MT Melsungen haben schon oft nachgewiesen, dass sie profunde Kenntnisse im handballerischen Bereich besitzen. Dabei hat der eine sogar ein bisschen vom anderen gelernt. Denn Wandschneider war im Winter 2001 für fünf Wochen Gudmundssons Assistenzcoach beim TSV Bayer Dormagen.

„Ich kann mich noch sehr gut an mein erstes Spiel als Co-Trainer erinnern“, sagt Wandschneider schmunzelnd. Kein Wunder: Zum Einstand gab es für die abstiegsgefährdeten Rheinländer seinerzeit einen 26:24-Sieg gegen den Meister THW Kiel. Das war aber nicht das einzige, woran der 60-Jährige gern zurückdenkt: „Gudmi hat ein richtig geiles Training gemacht. Ein, zwei Übungen habe ich mir damals abgeschaut und nutze sie bis heute bei meinen Mannschaften.“

Wandschneider stand damals noch am Anfang seiner Profi-Karriere als Trainer. Zuvor war er für den Kölner Klub TV Jahn Wahn verantwortlich gewesen. Dann rückte der gebürtige Hamburger kurzfristig an Gudmundssons Seite, weil das Werksteam den vakanten Posten des Co-Trainers besetzen wollte. „Gudmi war ein Vorreiter in der Videoanalyse. Das war absolut top“, ergänzt Wandschneider. Bis dahin hatten noch nicht viele Handball-Lehrer derartigen Aufwand betrieben und praktisch Szene für Szene zusammengeschnitten.

„Als Isländer bist du es gewohnt, nie die besten Spieler zur Verfügung zu haben. Deshalb musst du immer mehr machen als deine Gegner und deine Mannschaft noch intensiver vorbereiten“, erklärt Gudmundsson seine Maxime.

Der 59-Jährige freut sich darüber, dass die Zusammenarbeit bei Wandschneider einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat: „Das macht mich stolz.“ Andererseits weiß der Inseleuropäer auch, wie schwer es für sein Team am Sonntag (live bei hessenschau.de und Sky Sport) in Wetzlar wird: „Kai macht seit Jahren einen sehr guten Job.“

Wandschneider hatte seit seinem Amtsbeginn in Wetzlar 2012 schon etliche aktuelle und ehemalige Nationalspieler unter seinen Fittichen: von Andi Wolff bis Jannik Kohlbacher.

Eine Saison arbeitete er auch mit Tobias Reichmann zusammen. Der Rechtsaußen verabschiedete sich 2014 in Richtung Kielce/Polen, ehe er drei Jahre später nach Deutschland zurückkehrte und die MT Melsungen verstärkte. Damit ist der Linkshänder nahezu prädestiniert, um die Trainer-Oldies zu vergleichen. „Beide lieben das Videostudium und legen großen Wert auf Kleinigkeiten“, stellt Reichmann fest, um dann noch lachend nachzuschieben: „Mit Fußball zum Aufwärmen können sie allerdings nicht so viel anfangen.“

Melsungens Rechtsaußen: Tobias Reichmann

In der Bundesliga waren Wandschneider und Gudmundsson inzwischen schon oft Kontrahenten. Das jüngste Aufeinandertreffen liegt noch nicht so lange zurück. Am 7. März, kurz nach dem Amtsantritt des Isländers und direkt vor dem Saisonabbruch, gewann Melsungen in Kassel 28:26 gegen den hessischen Rivalen.

Fast genau auf den Tag vor 19 Jahren hatte sich Dormagen von Gudmundsson getrennt. „Wie für jeden Trainer ist das auch für mich sehr bitter. Aber aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs muss ich diese Entscheidung akzeptieren“, wurde der Isländer damals zitiert. Die TSV-Macher ernannten Wandschneider zum Chefcoach. Den Abstieg konnte er mit dem Team damals aber nicht abwenden. Foto: Andreas fischer

Die Partie zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen findet am kommenden Sonntag ab 13.30 Uhr ohne Publikum in der Wetzlarer Rittal-Arena statt. (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.