Blick zurück und nach vorn

Zwischen Liga und EM-Vorbereitung: Heiße Phase für MT-Außen Reichmann 

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Hat kaum Pause: Melsungens Tobias Reichmann.

Kassel. Einsätze rund um die Weihnachtsfeiertage? „Das war schon ein bisschen ungewohnt für mich“, sagt Tobias Reichmann vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

In den vergangenen drei Jahren hatte der Rechtsaußen zu dieser Zeit immer frei, da er in der polnischen Liga für Kielce auf Torejagd ging und der Spielbetrieb bei den Osteuropäern an den letzten beiden Wochen des Kalenderjahres ruhte. „Schlimm war es jetzt aber auch nicht, wir haben das Spiel ja positiv gestaltet“, betont Reichmann mit Blick auf den 25:17-Kantersieg am zweiten Weihnachtstag in Gummersbach.

Während sich viele Melsunger Teamkollegen danach direkt in den Winterurlaub verabschiedeten, hatte der 29-Jährige nur einen Tag Erholung mit der Familie in Kassel. Zusammen mit dem MT-Kameraden Julius Kühn, aber noch ohne den grippekranken Finn Lemke, stieg er am Donnerstag in der Sportschule Kamen-Kaiserau in die Vorbereitung auf die am 12. Januar beginnende EM in Kroatien ein - die heiße Phase beginnt jetzt.

Deutschland ist Titelverteidiger, und das Trio des nordhessischen Erstligisten hat sehr gute Chancen, zu den 16 Auserwählten zu zählen. Auch wenn die drei MT-Akteure noch leicht angeschlagen sind. Kühn war in Gummersbach umgeknickt. „Der Knöchel ist noch etwas geschwollen, ich denke aber, dass nichts kaputt ist“, sagt der Torjäger zuversichtlich.

Tobias Reichmann hatte sich schon vor Weihnachten in der Partie gegen Stuttgart die Schulter geprellt, bekam aber dennoch gegen die Oberbergischen Einsatzzeiten. „Nichts Schlimmes“, erklärt der Außen. Die medizinische Abteilung der Nationalmannschaft wird sich bis zum morgigen Samstag in Kamen entsprechend um ihn kümmern. 

In der nächsten Woche stehen noch zwei Testspiele in Stuttgart (5. Januar, live ab 18.10 Uhr in der ARD) und Neu-Ulm (7. Januar) gegen Island an. „Island hat eine starke Mannschaft, die Spieler sind individuell gut geschult“, freut sich Reichmann auf die beiden Partien. Umso mehr, als er sich in den vergangenen Wochen immer mehr steigerte, zur erhofften Verstärkung für die MT wurde und viele wichtige Treffer warf.

„Wir haben die schwierige Phase im Herbst gut gemeistert, unser großes Potenzial aber insgesamt nicht immer bestätigt, Wir haben zwei, drei Minuspunkte zuviel“, bilanziert der Linkshänder. In der Tabelle hat sein Team durch die beiden jüngsten Erfolge weiter alle Möglichkeiten, im Kampf um die Europacup-Plätze ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Melsungen hat als Tabellensechster beispielsweise nur vier Zähler Rückstand auf den Zweitplatzierten Berlin.

„An der Spitze sind alle Teams eng beisammen. Das ist gut für die Zuschauer, das bringt Spannung“, sagt Reichmann. Sein Trainer Michael Roth erwartet, dass seine Mannschaft alle sieben Heimspiele in der im Februar startenden Restrunde gewinnt. Zudem hofft Roth auf ein paar Big-points - also auf Siege in den Topspielen gegen Teams wie Kiel, Hannover und Magdeburg.

Hintergrund: Das erwartet die MT-Profis in den kommenden Wochen

Auf sieben Nationalspieler der MT Melsungen warten in Kürze wichtige Aufgaben: Neben den drei Deutschen Finn Lemke, Tobias Reichmann und Julius Kühn bereiten sich auch der Montenegriner Nebojsa Simic und der Kroate Marino Maric auf die Handball-EM vor. Zudem warten auf den Niederländer Jeffrey Boomhouwer und den Esten Dener Jaanimaa wichtige Einsätze in der WM-Qualifikation. „Zum Melsunger Trainingslager werde ich wieder zurück sein“, sagt Jaanimaa. Vom 15. Januar an weilt die MT - auch mit den jungen Fin Backs und Dimitri Ignatow - für eine Woche auf Fuerteventura. Ab 10. Januar trainiert das Team zunächst in Melsungen. „Dabei gilt es auch, den neuen Co-Trainer Heiko Grimm einzubinden“, erklärt Roth, der am Mittwoch seinen Urlaub am Tegernsee antrat.

Wichtige Termine in der Winter-Vorbereitung der MT: 

  • 10. Januar: Trainingsauftakt in Melsungen. 
  • 15. bis 22. Januar: Trainingslager auf Fuerteventura. 
  • 26. bis 28. Januar: Turnierstart beim Salming-Cup in Werl. 
  • 31. Januar: nicht öffentliches Trainingsspiel gegen Hildesheim. 
  • 4. Februar: Testspiel in Rimpar. 
  • 5. Februar: Testspiel in Hildesheim. 
  • 11. Februar: Restrundenstart in Kassel gegen Leipzig.

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