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Deutsche Elf gewinnt  erstes EM-Qualispiel gegen Schottland - der Schnellcheck

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Von: Florian Hagemann

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André Schürrle mit Thomas Müller
Jubel: André Schürrle mit Doppel-Torschütze Thomas Müller. © dpa

Kassel/Dortmund. Mit Mühe gewann Weltmeister Deutschland das erste Spiel der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft. Vor 60 209 in Dortmund siegte die deutsche Elf gestern Abend mit 2:1 gegen Schottland. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel?

Ganz ordentlich und vor allem auch unterhaltsam für ein erstes Pflichtspiel nach der Weltmeisterschaft. Ein bisschen Zittern gab es gratis.

Die deutsche Mannschaft probierte es gegen kompakt stehende Schotten mit Flanken aus dem Halbfeld. Thomas Müller kam so zu zwei Kopfballchancen: In der 8. Minute vergab er, zehn Minuten später erzielte er das 1:0. Die dickste Möglichkeit, noch vor der Pause zu erhöhen, ergab sich nach einem Ausflug Manuel Neuers an die Seitenlinie. Der Torwart hielt den Ball im Spiel, leitete einen Konter ein, an dessen Ende fast ein Eigentor stand.

Nach der Halbzeit probierte es die deutsche Elf mit halber Kraft. Das wurde bestraft: Die Schotten kamen verstärkt auf. Die Folge: das 1:1 durch Ikechi Anya, der in der 66. Minute nach Mario Götzes Ballverlust den Angriff der Gäste vollendete.

Immerhin: Die Antwort folgte prompt. Vier Minuten später war nach einer Ecke und Turbulenzen im Strafraum Thomas Müller zur Stelle - wer sonst?

Eine Schrecksekunde gab es noch kurz vor Abpfiff: Marco Reus, der verletzt die WM verpasste, verließ humpelnd den Platz. Eine Diagnose steht noch aus.

Ist das Ergebnis gerecht?

Ach ja, irgendwie schon. Es ist ja auch eine Qualität, ein Spiel zu gewinnen, wenn es noch nicht so rund läuft. Und außerdem gilt Regel fünfeinhalb des Fußballs: Wer fragt in drei Wochen noch nach dem Wie?

Gab es einen Aufreger?

Für die Schotten allemal: In der 20. Minute riss Benedikt Höwedes als letzter Mann ihren Steven Naismith zu Boden. Schiedsrichter Svein Oddvar Moen aus Norwegen ließ weiterspielen. Er hätte aber auch Rot geben können. Da genoss Höwedes wohl den Weltmeister-Bonus.

Wer war der Spieler des Spiels?

Thomas Müller - wer sonst? Der zweifache Torschütze macht einfach immer weiter mit dem Toreschießen. Ein echter Müller eben.

Wer ist der heimliche Gewinner des Spiels?

Der offensive Sebastian Rudy. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler von der TSG Hoffenheimer durfte sich als Außenverteidiger auf der rechten Seite versuchen. Rudy hatte gute Offensivaktionen und steuerte die Flanke vor dem 1:0 bei. Jetzt muss es nur noch einen souveräneren defensiven Sebastian Rudy geben. Beim Ausgleich sah der nämlich nicht gut aus.

Gab es einen Gänsehautmoment?

Nun ja, ein Momentchen vielleicht. Es ist immer wieder ergreifend, wie die schottischen Fans ihre Mannschaft unterstützen. Das fängt schon beim Singen der Nationalhymne an, die diesmal im Übrigen vom Heeresmusikkorps Kassel gespielt wurde. Auch die deutschen Anhänger lieferten diesmal keinen Anlass zur Kritik: Es gab weder Pfiffe gegen die Reizfigur Mario Gomez, die allerdings auch nur auf der Bank saß, noch gegen den Ex-Dortmunder Mario Götze. Im Gegenteil: In Halbzeit zwei skandierten die Zuschauer in Dortmund gar: „Mario Götze.“

Wie war die Fernsehübertragung?

Dass RTL bei seiner ersten Übertragung eines deutschen EM-Qualifikationsspiels nicht schon um 10 Uhr mit der Vorberichterstattung begonnen hat, ist alles. So legte der Privatsender 90 Minuten vor Anpfiff los - das waren mindestens 60 zu viel für eine Partie dieser Bedeutung.

Moderator Florian König und Experte Jens Lehmann wanderten durch das Stadion in Dortmund. Insgesamt wirkte die Übertragung im Vorfeld des Spiels daher sehr unruhig, zumal manch Zuschauer meinte, mit Hampeleien auf sich aufmerksam zu machen. Unaufgeregt und überzeugend dagegen: Kommentator Marco Hagemann.

Von Florian Hagemann

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